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Winterzauber

Kategorie: Natur
 Ausgabe_12_2015 - 01.12.2015

Text:  David Coulin

Ob mit den Schneeschuhen oder als gewöhnlicher Winterspaziergänger – bei einem Ausflug zur Chrüzegg lässt sich neue Energie tanken.

Das Tösstal zwischen den Kantonen Zürich und St. Gallen ist geologisch gesehen nichts anderes als eine gigantische prähistorische Schwemmebene, die sich beim letzten Schub der Alpenfaltung noch etwas gehoben hat. Seither haben die Töss und ihre Zuflüsse das marode Nagelfluh-Schuttgestein zu einem Labyrinth aus stark bewaldeten Hügeln und Tälchen zerschnitten.

Alp-Limonadenproduktion. Das Resultat sind ineinander verschachtelte und direkt oder indirekt miteinander verkettete Höhenzüge, wie man das auch vom Napfgebirge her kennt. Und da gibt es einige Pässchen, die in diesem System die Rolle von Knotenpunkten haben. Die Chrüzegg – oder besser gesagt: die Alp Chrüzegg – ist einer dieser Knotenpunkte. Dass dort ein Berggasthaus steht, erstaunt deshalb nicht. Eher erstaunlich ist, dass Alp und Berggasthaus Chrüzegg seit über 75 Jahren in Appenzeller Händen sind. 1934 erwarb Johann Manser aus Brülisau weit hinter dem Säntis das Anwesen mitsamt dem Limonadenhüttli. Denn auf der Chrüzegg wird nicht nur in der eigenen Alpkäserei gekäst, es wird ab der Chrüzeggquelle auch Wasser für Limonade abgefüllt. Davon profitieren die Gäste im Sommer wie im Winter. Man wird es sich nicht entgehen lassen, zum herzlichen «Wöllkomm» der dritten Manser-Generation die hauseigene Citrona Brause-Limonade zu kosten und zum Wein in der hellen,  fichtengetäferten Gaststube ein Glas Natura Chrüzeggwasser zu geniessen.

Hauseigene Fonduemischung. Auch das Speiseangebot orientiert sich an Produkten des Hauses: Die Fonduemischung machen die Mansers nach eigenem Rezept, der Alpkäse findet sich auf dem Käseplättli wieder, und auf Bestellung kochen die Mansers auch ganze .berraschungsmenüs. Das hat sich herumgesprochen, und so finden sich an den Wochenenden ganze Gruppen, Geburtstags- und Hochzeitsgesellschaften und Vereine auf der Chrüzegg ein. Sie verbinden oft einen schönen Abend in gastlicher Atmosphäre je nach Schneelage mit einer Schneeschuhtour oder Winterwanderung, die beim Parkplatz des Skigebiets Atzmännig ihren Anfang nimmt und dann entlang einem ausgeschilderten Schneeschuhtrail vom Chopf her auf einem der Tösstaler Gratrücken direkt zur Chrüzegg hinaufführt.

Dort treffen sie sich mit Wandervolk, das sich gewohnt ist, im Tösstal von Güpfi zu Güpfi zu ziehen und deshalb von weit her kommt: vielleicht von Libingen über das Schnebelhorn und den Habrütispitz oder vom Atzmännig über den Tweralpspitz. Das Gute an diesem Gebiet ist, dass sich jede und jeder ganz nach Geschmack und Kondition eine eigene Route von beliebiger Länge zurechtlegen kann. Was es einzig braucht, ist ein gutes Orientierungsvermögen. Denn viele dieser Güpfi ähneln sich sehr. Ebenfalls erwünscht ist – gerade im Winter – Rücksicht auf die Natur. Immerhin bewegt man sich in einem Wildlebensraum und sollte daher die mit Wanderwegzeichen beschilderten Routen nicht verlassen.

Mondscheintour. Auch das Berggasthaus Chrüzegg wird man so schnell nicht verlassen wollen. Muss man auch nicht, denn das Haus ist mit komfortablen Zimmern und einem Massenlager ausgestattet.

Warum also nicht zu Gast bleiben bei der Familie Manser, das (vorbestellte) Fondue in die Nacht hineindampfen lassen und vielleicht sogar bei Mondschein noch eine Schneeschuh-Spritztour zum Tweralpspitz unternehmen? Bereuen wird das niemand.

Das Buch «Die schönsten Hüttenziele im Winter» stellt 50 lohnenswerte Ziele in den Alpen vor und ist als Leserangebot zu einem Vorzugspreis erhältlich.

Schneeschuhlaufen
• Ausgangspunkt
S-Bahn (S26) von Winterthur oder Rüti ZH nach Wald. Von Rapperswil, Rüti ZH (Anschluss an S5). VZO-Bus nach Atzmännig, Schutt. Von Uznach via Eschenbach nach Atzmännig, Schutt (Linie 630). Ab Chopfrain auf ausgeschildertem Schneeschuhtrail hinauf auf den Chopf und von dort immer auf der Krete bleiben bis Im Chabis. Nun über den Hügel des Chümibarrens oder auf übernschneiter Alpstrasse unten durch zur Chrüzegg.
• Endpunkt
Je nach Route, Atzmännig, Libingen oder Steg. Siehe Routenbeschriebe.
• Wanderzeit /Höhendifferenz
1 1/2 Stunden bis Alp Chrüzegg, 500 Meter Aufstieg, 50 Meter Abstieg, WT 2.
• Weitere Routen
Von der Chrüzegg weiter auf dem Schneeschuhtrail Atzmännig–Chrüzegg zur Oberen Tweralp, dann unter dem Tweralpspitz und Rotstein hindurch via Schwammegg zum Skilift Atzmännig. Der Piste entlang zurück zum Ausgangspunkt Schutt (Bushaltestelle). 50 Meter Aufstieg, 500 Meter Abstieg, 1 1/2 – 2 Stunden, WT 2. Wer den Tweralpspitz und den Rotstein überschreiten will (plus 100 m Auf- und Abstieg, plus 1/2 Std., WT 3), muss die Schiessanzeige bei der Oberen Tweralp beachten. Vom Atzmännig auch Sesselbahn hinunter nach Schutt.
Von der Chrüzegg am Habrütispitz und an der Schindelegg vorbei zum Schnebelhorn. Abstieg nach Steg (S-Bahn S26) oder über den Laubberg nach Libingen (Postauto). 250 Meter Aufstieg, 750 Meter Abstieg, 2 Stunden, WT 2–3.
Von der Chrüzegg via Schwämmli und Schwarzenberg nach Libingen. 100 Meter Aufstieg, 650 Meter Abstieg, 1 Stunde, WT 2. Ab Libingen Postauto bis Bütschwil, Bahnhof, dann S-Bahn S9 nach Wil oder Wattwil. Von Wattwil SOB nach Rapperswil oder St. Gallen.
• Unterkunft/Essen
Berggasthaus Chrüzegg: Doppelzimmer, Mehrbettenzimmer und Massenlager mit 24 Schlafplätzen. Das Berggasthaus Chrüzegg ist im Winter von Weihnachten bis Neujahr durchgehend und sonst bis im April an den Wochenenden geöffnet. Information und Reservation (telefonisch), Telefon 071 988 81 83. www.chruezegg.ch
• Karten
Landeskarte 1: 50 000, 226 T Rapperswil
Landeskarte 1: 25 000, 1093 Hörnli, 1113 Ricken
• Informationen
Tourismus Zürcher Oberland: www.sunneland-oberland.ch, Telefon 055 246 49 12
Sport und Freizeitgebiet Atzmännig: www.atzmaennig.ch

Fotos: AT Verlag special outdoor

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