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Draussen glücklich

Kategorie: Garten
 Ausgabe_03_2015 - 01.03.2015

Text:  Tommy Dätwyler

Die Zeit, in der das Wohnzimmer nach draussen verlegt wird und laue Abende den Feierabend versüssen, ist nicht mehr allzu fern.

Beliebte Polyrattanmöbel.
Flechtmöbel aus Polyrattan haben bereits in den 90er-Jahren ihren Siegeszug angetreten und sind heute als Gartenmöbel nicht mehr wegzudenken. Mit grosszügigen Kissen ausgestattete Rattan-Möbel wirken optisch wie echte Loungemöbel, sind aber dank ausgeklügelten Materialkombinationen leichter und in der Pflege unkompliziert. Sie halten Nässe und UV-Strahlung aus. Nicht selten locken ganze Sitz- und Polsterlandschaften als schicke Gartenmöbel nach draussen. Dabei verschmelzen die Bereiche Entspannung und Essen immer mehr. Timon Kobel, Marketingleiter bei Hunn Gartenmöbel in Bremgarten rechnet damit, dass die neuen Gartenlounge-Konzepte mit einheitlichen Sitzhöhen von 75 Zentimetern einen weiteren Run auslösen. (Gut zu wissen: Polyrattan wird aus Erdöl hergestellt und lässt sich theoretisch recyceln. Da das Gewebe aber meist fest mit dem Gestänge verbunden ist, werden ausgediente Möbel meist der Kehrichtverbrennung zugeführt.)

Holz, der Klassiker. Gartenmöbel aus Holz sind die Gartenmöbel-Klassiker schlechthin. Seit Jahren hoch im Kurs sind Sitzgruppen aus edlem und robustem Teak oder Mahagoni. Tropenhölzer gelten als unschlagbar witterungsbeständig. Allerdings sind Umweltbilanz und Produktionsbedingungen meist alles andere als ideal (Raubbau am Tropenwald hauptsächlich in Süd- und Südostasien, lange Transportwege und schlechte Arbeitsbedingungen). Wer Teakholz aus nachhaltigem Anbau wünscht, achtet auf das Öko-Label FSC.

Eine Alternative ist das sogenannte Antik-Teak. Diese Hölzer stammen gemäss Timon Kobel aus Recycling-Projekten in Asien und Indonesien. Dort wird altes, aber qualitativ hochwertiges Holz aus Brücken, Booten und Häusern zurückgebaut und wiederverwertet. Ein charmanter Weg zur Nachhaltigkeit und ökologischem Bewusstsein. Wer keine Gartenmöbel aus Hölzern aus Übersee sein eigen nennen will, setzt auf Stuhl und Tisch aus heimischen Wäldern: Lärche, Fichte und Eiche stehen hier zur Wahl. Bei einheimischen Hölzern ist besonders darauf zu achten, dass die Hölzer imprägniert und mit Öl oder Lack wetterfest gemacht worden sind.

Grundsätzlich sind Holzgartenmöbel sehr robust, strapazierfähig und eine langfristige Anschaffung. Holzmöbel bieten obendrein auch einen sehr hohen Sitzkomfort. Während sich andere Materialien schnell aufheizen, kann das Holz Wärme speichern und ist daher stets angenehm temperiert. Im Gegensatz zu vergilbtem Kunststoff kann vergrautes Holz zudem immer wieder nachbehandelt oder je nach Geschmack farbig gestrichen werden. Auch kleine Reparaturen sind keine Hexerei. Als Nachteil kann angeführt werden, dass die zum Teil auch schweren Holzmöbel bei Nässe und Kälte am besten im Trockenen gelagert werden. Wer über wenig Platz verfügt, achtet darauf, dass die Stühle stapelbar sind.

Checkliste für den Gartenmöbelkauf
+ Nicht selten steht die Frage im Raum, ob ein Tisch wichtiger ist oder die Möglichkeit, sich an der Sonne breit zu machen. Wer dem Kompromiss mit Klappmöbeln aus dem Weg gehen will, misst den vorhandenen Raum aus und passt seine «Oasen-Ausstattung» den Platzverhältnissen an. Ein Platz im Freien ist nicht befreiend, wenn man sich dort kaum bewegen kann.
+ Die Auswahl von Gartenmöbeln ist primär vom Geldbeutel abhängig, sie hat aber genauso viel mit den eigenen Präferenzen zu tun. Sind Sie eher romantisch veranlagt oder mögen Sie es eher cool und modern? Wenn Sie diese Fragen schon vor dem Gang in den Fachhandel geklärt haben, wird das Shopping-Erlebnis umso entspannter.
+ Wohin mit Stuhl und Tisch im Winter? Es lohnt sich ein Gedanke an den wohlverdienten «Winterschlaf» der ganzen Garnitur. Gartenmöbel draussen bei Wind und Wetter zu überwintern, hat trotz neuen Materialien nachteilige Auswirkungen auf die Lebensdauer.
+ Qualitätskäufe lohnen sich meist. Komplette und qualitativ hochwertige Gartenmöbelsets mit Stühlen, Sonnenliegen, Tischen und Sitzbänken sind relativ teuer. Daher lohnt es sich, auf den Preis und die dazugehörende Qualität zu achten. Wetterbeständigkeit, Haltbarkeit und Pflege-Aufwand sind die wichtigsten Kriterien beim Kauf entscheid. Der Fachhandel geht davon aus, dass qualitativ hochstehende Gartenmöbel 10 Jahre und mehr Freude bereiten. Die Garantieversprechen aber sind unterschiedlich und erreichen maximal und nur im Ausnahmefall fünf Jahre.

Leichte Alluminiumstühle.
Wer hats erfunden? Der Schweizer Hans Coray hat für die Landesausstellung von 1939 einen «gelochten» Gartenstuhl entworfen, den sogenannten Landi-Stuhl. Ihm ist damit ein grosser Wurf gelungen: Der Schalenstuhl gilt als Schweizer Design-Klassiker und gehört zu den meistverkauften Freilandstühlen des 20. Jahrhunderts. (Der Stuhl ist seit diesem Jahr wieder erhältlich über www.vitra.com)

Der grosse Vorteil von Aluminium liegt im geringen Gewicht und seiner Flexibilität. Das rostfreie Leichtmetall ist nicht nur gegen Hitze, Frost und Feuchtigkeit komplett unempfindlich, sondern lässt sich auch mit anderen Materialien gut kombinieren. Als Nachteil von Aluminium-Möbeln kann angeführt werden, dass Stabilität und Sitzkomfort in der Regel mit Holz- und Edelstahlmöbeln nicht mithalten können.

Auch die im Fotoalbum des Grossvaters immer wieder anzutreffenden luftig-leichten und farbigen «Spaghetti-Stühle» mit den dicht gespannten «Wäscheseilen» aus Polyethylen sind Design-Klassiker. Insbesondere der Altorfer Liegestuhl aus dem Jahr 1948 verspricht wohliges Liegen in zeitlosem Design.

Foto: istockphoto.com, zvg, Burgermac / flickr / cc

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