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Tut das wirklich gut?

 Ausgabe_12/01_14/15 - 01.12.2014

Text:  Tertia Hager

Nach Parabene, nun Triclosan. So heisst das Konservierungsmittel, das in unzähligen Alltagsprodukten wie Zahnpaste und Shampoo verwendet wird. Ärzte schlagen Alarm und fordern ein Verbot des hormonaktiven Stoffes.

Noch vor ein paar Jahren wussten nur Fachleute, was Parabene sind. Heute kennen auch manche Laien das in Kosmetik und Arzneimitteln eingesetzte Konservierungsmittel – zumindest dem Namen nach. In Verruf geraten sind diese sogenannten PEGStoffe, weil sie hormonaktiv sind. Gewisse Parabene gelten in den erlaubten Höchstmengen zwar als unbedenklich, bei anderen gibt es hingegen keine gesicherten Informationen. Fakt ist: Viele Hersteller verzichten inzwischen auf Parabene und deklarieren dies auch auf der Packung. Gut so, denkt sich der kritische Konsument. Bloss: Was sagt «ohne Parabene» wirklich aus? Schliesslich listet der Beipackzettel noch unzählige andere Inhaltsstoffe auf. Triclosan zum Beispiel. Ein sogenanntes Biozid, das Bakterien, Pilze und Viren abtötet und wie Parabene als Konservierungsmittel eingesetzt wird. Nun steht auch Triclosan unter kritischer Beobachtung. Der Inhaltsstoff soll ebenso hormonaktiv sein und Muskel- und Zellschäden verursachen. Da der Stoff gut über die Haut aufgenommen wird, setzt er sich im Fettgewebe fest und gelangt so sogar in die Muttermilch. Die Zeitschrift «Oekoskop» der Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz zeigt auf, dass Triclosan in unzähligen Deos, Shampoos, Pickelstiften und Zahnpasten steckt.

Allzweckwaffe der Chemie-Industrie

Erstmals wurde Triclosan vom Novartisvorgänger Geigy 1966 als Desinfektionsmittel für Spitalwäsche eingesetzt. Ab Mitte der 80er-Jahre begann der rasche Aufstieg zur Allzweckwaffe der Chemie- und Kosmetikindustrie. Doch nicht nur der Wirkstoff, sondern auch die Produktion ist problematisch. Bei der Herstellung entstehen teilweise auch giftige Dioxine. Der schweizerische Kosmetik- und Waschmittelverband gibt sich unbeeindruckt: Er bezeichnet Produkte mit Triclosan als sicher und stützt seine Aussage auf die sonst für die Branche gerne zitierten Tierversuche. Diese seien «nicht auf die Praxis» – sprich: nicht auf den Menschen übertragbar, so der Verband. Einzelne Hersteller zeigen sich kompromissbereiter: «Johnson & Johnson» kündigte an, künftig weltweit auf Triclosan in Baby- und Kosmetikprodukten zu verzichten. Auch die Schweizer Firmen Spirig und Louis Widmer gaben gegenüber «Oekoskop» an, das Mittel ersetzen zu wollen. Für die Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz ist klar: Triclosan gehört verboten. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, sammeln sie mit einer Online-Petition Unterschriften.  Infos: www.aefu.ch/triclosan-verbieten

Foto: fotolia.com

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