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Die Küche im Garten

Kategorie: Garten
 Ausgabe 4 - 2009 - 01.04.2009

Text:  Brunhilde Bross-Burkhardt

Ein Küchengarten liefert feines Gemüse, aromatische Kräuter und Obst zum Naschen. Richtig gestaltet und bepflanzt versorgt er uns nicht nur mit gesunder Nahrung, sondern wird zur erweiterten Wohnzone.

Für den Küchengarten bietet sich der «Garten im Garten» an: Der Gemüsegarten bildet eine Einheit für sich; schmale Rabatten, niedrige Einfassungen oder ein niedriger Zaun trennen ihn vom restlichen Gartenareal ab. Die Form kann rechteckig, quadratisch oder sogar rund sein.  Der Bauerngarten kann ein Vorbild für einen dekorativen Küchengarten sein.

Historische Vorbilder

In historischen Schloss- oder Abteigärten findet sich oft ein sogenannter Küchengarten und ein Obstgarten. Die herrschaftlichen Gärtner kultivierten hier Gemüse, Kräuter und Obst für die adeligen oder klösterlichen Haushalte. In der Schweiz ist ein Küchengarten, ein «jardin potager», am Schweizerischen Nationalmuseum im Château de Prangins am Genfersee zu besichtigen. Solche historischen Küchengärten regen zum Nachahmen an. Für den Küchengarten wählt man den sonnigsten Teil des Grundstückes aus.

Durch Wege gegliedert

Der Küchengarten, der immer ein Nutzgarten ist, sollte durch gut zugängliche Wege gegliedert sein. Praktisch sind Betonplatten. Die lineare Wegstruktur kann man durch niedrige Hecken aus Sträuchern oder Einfassungen aus Stauden und Sommerblumen betonen. Der Klassiker für eine niedrige Einfassungshecke ist geschnittener Buchs. Wichtig ist, dass man den niedrigen Einfassungsbuchs nimmt oder die ganz langsam wachsende blau-grüne Sorte «Blauer Heinz». Als weitere Gewächse für niedrige Hecken bieten sich die Eberraute, der Gamander oder das Heiligenkraut an. Wer den formalen Gestaltungsstil mit seinen ganz klaren Linien nicht so mag, kann auch niedrige Sträucher frei wachsen lassen. Da bieten sich die Fingersträucher, niedrige Spiräen oder niedrige Bodendecker- oder Strauchrosen an.

Gestaltungselemente im Küchengarten
• Einfassungshecken aus Buchs oder Kräuter-Halbsträuchern wie Ysop, Lavendel, Eberraute, Gamander oder Bergbohnenkraut
• Hochstämmchen von Beerenobst (Johannisbeeren, Stachelbeeren)
• Säulenobst und Spalierobst
• Gemüse und Kräuter mit interessanten Blattformen und -färbungen
• Dekorative Elemente wie Rankgerüste für Stangenbohnen usw.

Gestalten mit Hochstämmchen

In ganz kleinen Gärten wird man statt der Sträucher oder Stauden eher Platz sparende tote Materialien verwenden. In Kombination mit den Einfassungen oder für sich alleine geben Hochstämmchen von Beerenobst oder Rosen ein schönes Bild. Johannisbeer- oder Stachelbeer-Hochstämmchen sind eine gute Wahl. Auch Kulturheidelbeerbüsche fügen sich auf Standorten mit saurem Boden gut ein. Auch Säulenobst oder scharf geschnittene Spalierbäumchen passen an den Rand der Gemüsebeete.

Kletterhilfen

Die Bäumchen können einzeln stehen oder an einem durchgehenden Spalier gepflanzt sein. Die Spindelobstbäumchen pflanzt man im Abstand von 2 Metern; die Säulenobstbäumchen im Abstand von etwa 30 bis 40 Zentimetern. Stangen- und Feuerbohnen, Erbsen und manche Gurken brauchen Stäbe oder Schnüre, um sich hochzuhangeln. Gerade in kleinen Hausgärten kann man auf solche vertikalen Klettereinrichtungen nicht verzichten. Erbsen halten sich mit ihren Kletterorganen an dünnem Draht oder Geäst fest. Für Spalierbirnen, Weinreben, Kiwi etc. braucht man stabile Klettergerüste.

Dekoratives Gemüse

Die Gemüsepflanzen selber sind ebenfalls ein wichtiges Gestaltungselement. Amaranth, Artischocken, Cardy, Lauch, Melde und Mangold passen optimal in einen dekorativen Küchengarten. Auch die abwechselnde Pflanzung von grün- und rotblättrigem Salat hat ihren Reiz. Sinnvollerweise sollte das gesäte oder gepflanzte Gemüse auch in der Küche verwertet werden.

Dekoratives Gemüse für den Küchengarten
Amaranth
: rot- oder grünblättrig, mit hängenden oder stehenden Rispen.
Artischocken und Cardy
sind interessant durch ihr Blattwerk.
Kohlgewächse
mit ihren verschiedenen Blattfarben und Blattkräuselungen sind ganz wichtig, vor allem im Herbst.
Mangold
wirkt mit seinem aufrechten Blattwerk und den interessant gefärbten Stängeln.
Rote Melde
: aufrechter, verästelter Wuchs, versamt sich.
Salate
bringen vor allem im Frühsommer und im Herbst Formen- und Farbenvielfalt.
Schmetterlingsblütler
: Für das Erscheinungsbild des Gemüsegartens sind Stangenbohnen und Feuerbohnen sehr wichtig, aber auch die Buschbohnen, von denen es Sorten mit attraktiver Blüte gibt.
Zuckermais und Ziermais
eignen sich mit zwei Metern Wuchshöhe gut als Sichtschutz.

Literatur
Mein kleiner Küchengarten. Von Brunhilde Bross-Burkhardt. blv-Verlag 2007, Fr. 24.–

Bilder: © FOTOLIA, René Berner

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