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Es brodelt und raucht

Kategorie: Natur
 Ausgabe_12/01_14/15 - 01.12.2014

Text:  Andreas Walker

Eine kleine Übersicht europäischer Vulkane – für wissensdurstige Stubenhocker und neugierige Entdecker.

© mauritius-images.com/Lukas Gawenda

Um das Faszinosum Vulkan einmal von Nahem erleben zu können, muss man gar nicht weit reisen: So gibt es in Italien gleich vier aktive Vulkane. Besonders regelmässig ist der Stromboli auf den Liparischen Inseln in Süditalien aktiv. Stromboli bedeutet Kreisel und meint damit die perfekte Kegelform des Vulkans, der 926 Meter über Meer ragt und vom Meeresgrund her etwa 3000 Meter hoch ist. Zur gleichen Inselgruppe wie der Stromboli gehört die Insel Vulcano (499 m ü.M.) mit dem gleichnamigen Vulkan. Heftige Eruptionen von Vulcano wurden in den Jahren 1888 bis 1890 beobachtet. Danach folgten nur noch kleinere Ausbrüche.

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Die Insel Stromboli erreicht man mit dem Schiff oder mit dem Aliscafo, einem Tragflügelboot, von Neapel oder von Milazzo (Sizilien). Nach Stromboli können keine Autos mitgenommen werden. Die Distanzen sind jedoch so klein, dass man zu Fuss gut zurechtkommt. Zudem existiert auf Stromboli kein Zeltplatz – «wildes Campieren» ist verboten. Der Aufstieg zum Vulkan ist gesetzlich stark eingeschränkt und nur in Begleitung eines ofziellen Führers gestattet. Die Touren finden bei gutem Wetter während der
Touristensaison praktisch täglich statt.

Weiter südlich beendet sich der Ätna. Dieser Vulkan an der Ostküste von Sizilien liegt zwischen den beiden Städten Catania und Messina und ist 3323 Meter hoch. Der Name Ätna bedeutet brennend. Dieser Vulkan ist ständig aktiv, wobei immer wieder grössere Ausbrüche erfolgen. Von Catania gibt es einmal täglich einen Bus (Linie 445 von AST) hinauf auf den Ätna. Ebenso werden mit einem Geländebus Touren bis zum Observatorium am Pizzi Deneri auf 2900 m Höhe angeboten. Von dort kann man mit den obligatorischen Bergführern bis zum Gipfelkrater aufsteigen. In Zeiten starker vulkanischer Aktivität ist der Zugang zum Vulkan jedoch stark limitiert oder sogar ganz gesperrt.

Ebenfalls aktiv ist der Vesuv. Er ist 1281 Meter hoch und befindet sich am Golf von Neapel. Der letzte grosse Ausbruch erfolgte im Jahr 79 nach Christus, bei dem die antiken römischen Städte Pompeji, Herculaneum und Stabiae zerstört wurden. Infolge seiner unberechenbaren und starken Ausbrüche inmitten eines dicht besiedelten Gebietes – es leben etwa drei Millionen Menschen im Einzugsgebiet des Vulkans und mehr als 750 000 in der Zone mit der höchsten Gefahrenstufe – zählt der Vesuv zu den gefährlichsten Vulkanen der Welt. 1944 hat der Vesuv letztmals mehrere Dörfer ganz oder teilweise zerstört. Ab 1880 gab es eine Seilbahn, später sogar noch eine Zahnradbahn, die die Besucher bis knapp unter den Gipfel brachten. 1984 wurden jedoch beide Bahnen eingestellt. Heute existiert eine Strasse, die von Torre del Greco bis auf eine Höhe von 1080 Metern ansteigt. Die restlichen 200 Höhenmeter vom dort gelegenen Parkplatz bis zum Kraterrand können problemlos auf einem Fussweg erreicht werden.

Der Pico del Teide befindet sich auf der kanarischen Insel Teneriffa und ist mit 3718 Metern der dritthöchste Inselvulkan der Erde. Der letzte Ausbruch war im Jahre 1909. Als aktivste Insel der Kanaren- Gruppe gilt La Palma: Die Cumbre Vieja ist eine vulkanische Bergkette auf rund 2000 Meter Höhe mit rund 120 Kratern. Letztmals floss dort 1949 Lava ins Tal. Auf den Gipfel des Teide auf Teneriffa führt eine Seilbahn, deren Talstation sowohl mit dem Auto als auch mit öffentlichen Bussen erreichbar ist.

Zugleich höchster Berg und Vulkan in der Türkei ist der sagenumwobene Ararat, wo Noahs Arche gestrandet sein soll. Letztmals war der 5137 Meter hohe Vulkan 1840 tätig. Seit 2001 ist für Ausländer unter Auflagen der türkischen Behörden eine Gipfelbesteigung des Ararat möglich. Allerdings sind dazu sehr viele Formalitäten notwendig.

Foto: mauritius-images.com / Lukas Gawenda, Andreas Walker

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