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Einfach besser

Kategorie: Garten
 Ausgabe_12/01_14/15 - 01.12.2014

Text:  Remo Vetter

Das Angebot an pfannenfertigen Produkten wird zwar stetig grösser. Doch es gibt auch den Trend zu unverfälschten, natürlichen Produkten.

Vor einigen Jahren habe ich geschrieben, dass die moderne Jägerin mit der luxuriösen Vierrad-Kutsche zur Jagd und Futterbeschaffung ins Shoppingcenter fährt. In letzter Zeit stelle ich nun aber mit Freude fest, dass die städtische Bevölkerung immer öfter wissen will, woher ihr Essen kommt, wie es produziert wird und was die Gründe sind, warum es gut schmeckt. Nicht mehr das Shoppingcenter, sondern der Hofladen, der Markt oder gar der eigene Garten sind die neuen Jagdreviere.

Die Menschen suchen wieder einen direkten und ehrlichen Bezug zu den Lebensmitteln. Die zunehmend denaturierte Ernährung und die vielen Fertig- und Halbfertigprodukte haben in der westlichen Welt ein Mehr an gesundheitlichen Problemen und damit steigende Gesundheitskosten verursacht. Somit ist die Entwicklung zu selbst angebauter, unverfälschter Nahrung ein positiver und durchaus logischer Schritt. Essen ist heute nicht mehr nur eine Lebensnotwendigkeit, sondern vor allem auch Genuss und Kulturgut.

Zimmerpflanzen und Kübelpflanzen
Um diese Jahreszeit werden Zimmerpflanzen und Kübelpflanzen – nicht zuletzt wegen der trockenen Heizungsluft und wegen des schwächeren Pflanzengewebes aufgrund von Lichtmangel – gerne von Schädlingen wie Blattläusen, Spinnmilben und Weisse Fliege befallen. Abhilfe schaffen Abspritzen mit Wasser (in der Badewanne), Zerdrücken und/oder das Besprühen mit SeifePräparaten.

Doch obwohl uns heute viel mehr freie Zeit sowie eine Unmenge an technischen Hilfsmitteln zur Verfügung stehen, haben viele das Gefühl, nicht genügend Zeit zu haben, um in der Küche etwas Schönes zuzubereiten. Ich weiss, unter der Woche muss es schnell gehen. Aber am Wochenende und in den Ferien können und sollen die Zubereitung und der Genuss von Lebensmitteln richtig zelebriert werden. Dann können wir zu Jägern, Sammlern und Produzenten werden. Das Handy ausschalten und das eigene Brot backen, Birnenschnitze dörren, Äpfel einkochen und zusammen mit Freunden in der Küche Saucen für ein Fondue Chinoise machen. Später sitzen alle gemütlich am Tisch und man sieht es in den zufriedenen Gesichtern: Selbstgemachtes schmeckt so viel besser als Fertigware aus dem Supermarktregal. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen besinnliche und gemütliche Advents- und Weihnachtstage und für das neue Jahr warme Stiefel, damit sie im Garten keine kalten Füsse bekommen.

Vitamine von der Fensterbank
Keimsprossen sind als Vitaminspender nicht nur im Winter geschätzt. Besonders schmackhaft ist die Salatrauke (Eruca sativa), im Volksmund Rucola. Der pikante, nussartige Geschmack gibt jedem Salat, Kräuterquark und vielen anderen Gerichten Pfiff. Die Kultur auf der Fensterbank ist so einfach und schnell wie die von Kresse. Anzuchtschalen und Samen werden im Gartencenter angeboten.

Gartenarbeit im Januar
Auch wenn die Nächte im Januar kalt und der Boden teilweise gefroren oder zugeschneit ist, die Tage werden bereits wieder länger und man kann sich durchaus schon auf den Beginn der neuen Gartensaison freuen. Jetzt ist die richtige Zeit zum Planen, in Saatgut- und Gartenkatalogen zu stöbern und um einige Winterarbeiten sowie erste Aussaaten durchzuführen.
• Wühlmäuse bekämpfen
Wühlmäuse sind bei Gärtnern nicht sehr beliebt: Um Würmer und Käfer zu finden, wühlen sie sich nicht nur durch die Erde, sie fressen auch Pflanzenwurzeln (junge Obstgehölze sind besonders gefährdet) sowie Knollen und Zwiebeln, die man im Herbst gepflanzt hat. Oft wird eine Wiese komplett unterwühlt und man sinkt ein, wenn man darüber geht. Wer Wühlmäuse bekämpfen will, hat im Januar gute Chancen. Wenn in den Wintermonaten das Nahrungsangebot in der Natur knapper ist, reagieren die Tiere gut auf Köder. Die Fallen mit einem Stück Rüebli, Apfel, Sellerie oder Löwenzahnwurzel präparieren und in den geöffneten Gang stellen. Wühlmausfallen mit Ködern kann man übrigens das ganze Jahr einsetzen.
• Zu grosse Schneelasten
Zwar hat der Januar oft schöne, warme Tage zu bieten, genauso sind aber auch Schneechaos und schwere Schneelasten auf Sträuchern, Bäumen sowie Dächern von Gewächshäusern und Frühbeeten möglich. Um Schneebruch zu vermeiden, sollte der Schnee abgeschüttelt oder weggeräumt werden.
• Obst schützen
Eine Schneedecke bietet Schutz vor tiefen Frösten im Wurzelbereich. Fehlt sie, können die Wurzeln erhebliche Schäden erleiden. Besonders gefährdet sind Beerensträucher, Quitten, Pfirsiche, Aprikosen und Erdbeeren. Man kann sie schützen, indem man eine Mulchschicht ausbringt. Geeignete Materialien sind Mischlaub, Schreddergut, Strohhäcksel oder Rindenmulch. Am besten bringt man die Mulchschicht erst aus, wenn der Boden bereits angefroren ist. Das hat einerseits den Vorteil, dass sich an diesem geschützten Ort keine Mäuse einnisten und andererseits bleibt der Boden im Frühjahr länger kalt, was eine zu frühe und damit frostgefährdete Blüte verhindert. Damit Baumstämme durch Temperaturunterschiede keine Frostrisse bekommen – das passiert, wenn die Sonne auf eine Seite des Stammes bei sehr kalten Lufttemperaturen scheint –, streicht man sie mit einem speziellen Baumanstrich (Kalkanstrich) ein.
• Richtige Planung
Bald wird in Garten, Samenfachgeschäften und Tauschbörsen das frische Saatgut für die kommende Gartensaison angeboten. Vor dem Kauf sollten Sie überlegen, wie Sie Ihre Beete belegen und welche Sorten Sie anbauen möchten. Bei der Planung sollte berücksichtigt werden, dass man sowohl innerhalb eines Jahres als auch von Jahr zu Jahr zwischen Gemüsen unterschiedlicher Familien wechselt, damit sich Krankheiten und Schädlinge, die innerhalb einer Pflanzenfamilie auftreten, nicht ausbreiten können. Gemüsesaatgut vom Vorjahr ist in der Regel noch ausreichend keimfähig, wenn frisches Qualitätssaatgut gekauft wurde und man es kühl und trocken gelagert hat. Nur eine kurze Haltbarkeit haben Kerbel, Schnittlauch, Pastinake und Schwarzwurzel.

Der Autor
Remo Vetter wurde 1956 in Basel geboren. 1982 stellte ihn der Heilpflanzenpionier Alfred Vogel ein. Seither ist Vetter im Gesundheitszentrum in Teufen (AR) tätig, wo er mithilfe seiner Familie den Schaukräutergarten von A. Vogel hegt.

Fotos: mauritius-images.com, istockphoto.com

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