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Heinz Knieriemen über...
sein Falterfieber

 Ausgabe 4 - 2009 - 01.04.2009

Text:  Heinz Knieriemen

In seinem Garten beobachtet Heinz Knieriemen Jahr für Jahr das Treiben des seltenen Schwalbenschwanzes – dank einer Fenchelpflanze. Die will er Ihnen nicht vorenthalten.

In unserem Garten wächst ein wilder Fenchel, den ich einst aus der Toskana von einem Bachrand mitgebracht habe. Mittlerweile ist die schöne Pflanze über zwei Meter gross. Sie bereichert unsere Küche mit würzigem Grün, und sie hat seit einigen Jahren auch andere Liebhaber gefunden, die sich an ihr erfreuen. Alle Jahre wieder wartet unsere Familie im späten Frühling und im Herbst auf ein besonderes Ereignis: Der Schwalbenschwanz, eine der schönsten und selten gewordenen einheimischen Schmetterlingsarten, besucht den wilden Fenchel, legt Eier ab, setzt farbige Akzente mit den schön gelb, grün und rotbraun gezeichneten Rüebliraupen.

Die erste Generation des Jahres bleibt gut zwei Wochen verpuppt, bevor die Schmetterlinge an einem warmen sonnigen Spätfrühlingstag schlüpfen. Die zweite Generation im Jahreslauf verpuppt sich normalerweise gegen Mitte September. In unserem Garten hat uns im vergangenen Jahr allerdings die letzte von 27 Rüebliraupen erst am 7. Oktober verlassen. In besonders warmen Jahren gibt es sogar drei Generationen Schwalbenschwänze, wobei die letzte als Puppe überwintern muss und erst im nächsten Frühling schlüpft.

Tarnung oder Farbenpracht – je nachdem

Die Raupen wachsen sehr schnell heran und häuten sich vier- oder fünfmal. Wenn sie dann etwa fünf Zentimeter lang sind, kriechen sie an einen trockenen geschützten Ort, spinnen sich mit einigen Fäden an Holz oder eine Wand an und verpuppen sich. Die Puppe ist vollkommen wehrlos und wird vor allem von verschiedenen Wespenarten bedroht. Doch die Natur hält für sie einen Schutz bereit: Puppen können sich den Farben und Schattierungen der Umgebung so perfekt anpassen, dass Tier und Hintergrund verschmelzen. Die Schmetterlinge passen sich im Gegensatz zu den wehrlosen Puppen nicht ihrer Umgebung an, sondern schwelgen in ihrer Farbenpracht und erfreuen unser Auge.

Auch der Schmetterling verlässt sich auf einen natürlichen Schutz. Er hat – wie auch andere Schmetterlings- und Schwärmerarten – zwei auffallend farbige Punkte auf den Hinterflügeln. Sie dienen dazu, einen Feind, etwa einen Vogel, zu verwirren, der mit dem Schnabel auf die vermeintlichen Augen zielt, aber ins Leere stösst.

Jeder Garten ein Schmetterlingsparadies

Der Schwalbenschwanz ist in seinem Bestand bedroht. Zur Eiablage kommt er gern in naturnahe Gärten. Was seine Wirtspflanzen betrifft, ist er allerdings sehr wählerisch. In der Natur finden wir ihn häufig auf wilden Möhren, im Garten bevorzugt er Fenchel, Rüebli und Dill. Doch besonders anziehend findet der Schwalbenschwanz offensichtlich den wilden Fenchel, der zudem ausdauernd ist, also nicht jedes Jahr neu gepflanzt werden muss.

Leserangebot
Mit einem an sich selbst adressierten und frankierten Rückantwort-Couvert bestellen Sie einige Samen des wilden Fenchels aus Heinz Knieriemens Garten, die Sie in einen Aussaattopf oder direkt in den Garten ausbringen können.
Das Angebot endet am 1. Mai 2009 oder mit dem Erschöpfen des Samenvorrats
. Das Couvert an folgende Adresse schicken:
Heinz Knieriemen, Dachsweg 12, 4512 Bellach

Ratgeber | Heinz Knieriemen
Heinz Knieriemen ist Spezialist für Gesundheits- und Ernährungsthemen. Seit über 20 Jahren setzt er sich für «Natürlich» kritisch mit den Methoden und den Auswirkungen der Schulmedizin und der Laborwissenschaft auseinander. Im AT Verlag hat er mehrere Bücher herausgegeben, unter anderem über Vitamine, Mineralien und Spurenelemente und Inhaltsstoffe in Lebensmitteln und Kosmetika.

Bild: © René Berner

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