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Erste Hilfe aus der Natur:
Wieder unbeschwert

Kategorie: Natur
 Ausgabe 4 - 2009 - 01.04.2009

Text:  Sabine Hurni

Viele Frauen leiden unter einer schwachen Blase und unfreiwilligem Harnabgang. Der beste Schutz vor Inkontinenz sind gezieltes Muskeltraining und die Stärkung der Nieren. Hier kann die Goldrute Unterstützung bieten.

Was gibt es Schöneres als ein herzhaftes Lachen, ein Kichern mit Freundinnen oder ein schallendes Gelächter wegen eines guten Witzes? Jede fünfte Schweizerin lacht aber nicht mehr so ungezwungen. Sie fürchtet sich davor, beim Lachen oder auch beim Niesen, Husten oder dem Tragen schwerer Lasten Harn zu verlieren. Bei einigen Betroffenen braucht es diesen Reiz nicht einmal mehr. Der Harndrang plötzlich so stark, dass es manchmal nicht mehr bis zur nächsten Toilette reicht.

Das Problem liegt an der Muskulatur. Die ballonartige Harnblase ist umringt von einem Muskel. Bei der Entleerung zieht sich dieser Muskel zusammen und presst so den Urin in die Harnröhre. Von dort wird der Harn ausgeschieden. Damit dies nicht unkontrolliert geschieht, ist die Harnröhre durch einen Schliessmuskel verschlossen. Erst wenn sich der Muskel entspannt,  fliesst der Harn ab. Eingebettet ist der Harnapparat in die Beckenbodenmuskeln.

So stärken Sie Ihre Blase
• Trinken trotz allem:
Trinken Sie die empfohlenen 3 Deziliter pro 10 Kilogramm Körpergewicht. Den grössten Teil der Trinkmenge sollten Sie am Morgen einnehmen und gegen Abend nur noch wenig trinken.
• Trainieren:
Rumpfbeugen, Bauchtanz oder Beckenbodentraining nützen am meisten.
• Gesund essen:
Eine ausgewogene Mischkost mit vielen Faserstoffen aus Kohlenhydraten, Gemüse und Obst sorgt nicht nur für eine regelmässige Verdauung.
• Rundum bewegt:
Ideale Sportarten um den Beckenboden zu trainieren sind Radfahren, Schwimmen, Walking, Ballett, Fechten und Gymnastik.
• Tief atmen:
Wann haben Sie das letzte Mal tief in den Bauch, bis knapp unter den Bauchnabel geatmet?
• Delegieren:
Das Tragen von schweren Sachen darf Frau ruhig den Männern überlassen.
• Prostatatabletten:
Die Tabletten für Männer enthalten in der Regel Brennnesselwurzeln, Sägepalmenblätter und Kürbiskernöl - auch Frauen kann damit geholfen werden.
• Tagebuch führen:
Schreiben Sie auf, was Sie beschäftigt. Blasen- und Nierenprobleme haben oft einen seelischen Hintergrund.
• Reizmittel meiden:
Kaffee, Schwarztee, Alkohol, Cola, Schokolade, scharfe Speisen und künstliche Süssstoffe können die Blase zusätzlich reizen.
• Sicherheit für unterwegs:
Mit Spezialbinden vermeiden Sie schlimme Überraschungen.

Beckenbodentraining und Stärkung der Nieren 

Diese Muskeln können aber mit der Zeit schwach werden, sich unkontrolliert zu-sammenziehen oder sich plötzlich entspannen. Auch verändert sich bei den Frauen durch das Absinken des Östrogenspiegels in der Menopause das Gewebe. Viele dieser Faktoren lassen sich nicht beeinflussen. Mit Beckenbodentraining, einer Stärkung der Bauchmuskulatur, Bauchtanz und einer Gewichtsreduktion kann sie die Muskulatur im Unterleib fit halten. Zudem kann auch eine Stärkung der Nieren heilsam wirken. Eine der wichtigsten Heilpflanzen auf diesem Gebiet ist die Echte Goldrute (Solidago virgau-rea). Das Zusammenspiel von Saponinen, Flavonoiden, Phenolglykosiden und ätherischen Ölen führt zu einer harntreibenden und leicht krampflösenden Wirkung. In der Volksmedizin gilt die Goldrute zudem als sogenanntes Blutreinigungsmittel, das bei Rheuma, Gicht und Hauterkrankungen verwendet wird.

Goldrute richtig angewendet 
Die Goldrute ist Inhaltsstoff in vielen Nieren-Blasen-Zubereitungen. Ebenso wirksam ist die Teezubereitung als Einzeldroge oder kombiniert mit anderen Heilpflanzen. Die obere Tagesdosis beträgt 12 Gramm des getrockneten Krautes. Das entspricht etwa 4 Tassen Tee pro Tag, die zwischen den Mahlzeiten getrunkenwerden. Für die Teezubereitung übergiessen Sie 1 bis 2 Teelöffel Goldrutenkraut mit zweiDeziliter kochendem Wasser und lassen den Aufguss 10 Minuten ziehen. 

Goldgelbe Sonnen 

Die in Europa heimische, bis zu einem Meter hohe Pflanze ist kaum zu übersehen. Ihre gelben Blüten sehen aus wie kleine Sonnen, die trauben- oder rispenförmig angeordnet sind. Sie blühen während der warmen Sommermonate von Juli bis September. Das ist auch die ideale Erntezeit. Man sammelt die oberirdischen Teile samt Stängel, Blüten und Blättern. Zusammengebunden zu Büscheln werden sie kopfüber zum Trocknen aufgehängt

Internet
www.inkontinex.ch
www.blasenzentrum-frauenfeld.ch
Literatur

Anne Freimann, «Wege aus der Blasenschwäche»,
Schlütersche Verlag 2007, Fr. 22.50

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