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Das Gebäude der Zukunft

Kategorie: Natur
 Ausgabe 3 - 2009 - 01.03.2009

Text:  Andres Jordi

Beim Bau des Forums Chriesbach wurde konsequent auf Nachhaltigkeit gesetzt. Eine Bilanz nach zwei Jahren zeigt: Ökologisches und intelligentes Bauen funktioniert und rechnet sich.

Das Wasserforschungsinstitut der ETH hat Ende 2007 in Dübendorf ihr neues Hauptgebäude, das Forum Chriesbach, in Betrieb genommen. Bei der Planung des fünfstöckigen und für 220 Personen konzipierten Baus stand neben den funktionellen Vorgaben vor allem der Aspekt der Nachhaltigkeit im Zentrum. So sollte mit den Ressourcen Energie, Material, Land und Finanzen schonend umgegangen, eine Nutzung des Regenwassers integriert und mindestens ein Drittel des Strombedarfs durch eine eigene Photovoltaikanlage gedeckt werden.

Dass das innovative Konzept in der Praxis tatsächlich funktioniert, zeigte kürzlich eine Fachtagung in Dübendorf, auf der eine Bilanz nach zwei Jahren Betrieb gezogen wurde. Bewährt hat sich laut Planern und Architekten vor allem das Credo, möglichst einfache Prinzipien anzuwenden, und das gute Zusammenspiel zwischen Haustechnik und Architektur. Kernelement des Forums Chriesbach ist die gut wärmedämmende Gebäudehülle. Dadurch benötigt der Bau kaum mehr Energie für Wärme oder Kühlung als ein bis zwei Einfamilienhäuser. Besonders effizient arbeitet das Kühlungssystem. Der Energiebedarf zur Kühlung von Gebäuden im Sommer steigt aufgrund des zunehmenden Einsatzes von Klimaanlagen weltweit. Bei der Eawag dagegen nutzt man den sogenannten Kamineffekt im zentral gelegenen Atrium, um das Haus mit Nachtluft auszukühlen. Zusammen mit der Luftzufuhr über ein Erdregister erübrigt sich eine konventionelle Klimatisierung. Selbst in den heissesten Sommerwochen stiegen die Raumtemperaturen nicht über 27 Grad.

Der Wärmebedarf ist mit jährlich rund 70 Megawattstunden (MWh) etwas höher als prognostiziert (29 MWh). Die Wärmeenergie bezieht das Gebäude vom Fernwärmenetz auf dem Areal. Mitverantwortlich für den höheren Wärmebedarf ist die Raumbelegung, die geringer ist als geplant. Daher stehen weniger interne Wärmequellen, beispielsweise Mitarbeiter oder Computer, zur Nutzung der Abwärme zur Verfügung. Trotzdem liegt der Energieverbrauch deutlich unter den strengen Minergie-P-Anforderungen. Geheizt wird im Winter auf 21 Grad.

Auch finanziell rechnet sich das Gebäude. Die Mehrinvestitionen gegenüber einem vergleichbaren konventionell gebauten Haus betrugen lediglich fünf Prozent. Dem stehen deutlich tiefere Betriebskosten gegenüber, sodass das Forum Chriesbach bereits heute um 10 000 Franken tiefere Jahreskosten aufweist als ein herkömmliches Gebäude. Bei steigenden Energiepreisen wird sich die positive Bilanz weiter verbessern. Wohnen und Arbeiten verursachen mehr als die Hälfte unseres Energieverbrauchs. Mit innovativen Konzepten liesse sich dies ändern, das zeigt das Beispiel Forum Chriesbach. Und entsprechende Investitionen würden in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten für neuen konjunkturellen Schwung sorgen.

Links
www.forumchriesbach.eawag.ch

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