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Tamtam um «Superfoods»

Kategorie: Garten
 Ausgabe_07_08_2014 - 01.07.2014

Text:  Remo Vetter

Sogenannte Superfoods liegen im Trend. Die sind vor allem pompös verpackt und teuer. In Remo Vetters Garten wachsen sie seit Jahrzehnten in Hülle und Fülle.

Meine Frau Frances und ich sind gerade von einem Kurztrip aus London zurückgekehrt. Neben dem Besuch eines Musicals und des ältesten Jazzclubs auf der Insel hat uns der «Chelsea Physic Garden» in den Bann gezogen, einer der ältesten Gärten auf der Insel. Dieses Refugium im Herzen Londons ist ein Juwel und lässt einen die verrückte Geschäftigkeit der City vergessen.

Gleichzeitig hat es uns natürlich interessiert, welche Trends Jamie Oliver & Co. verfolgen. Dabei sind wir auf Blüten und «Superfoods» gestossen. Meine (bewusst) tölpelhafte Frage an die Verkäuferin im «Health Food Supermarket», was denn Superfoods seien, konterte sie mit «Magic berries». Diese Früchtchen, doppelt so teuer wie die anderen «berries», waren sehr schön verpackt. Einen geschmacklichen Unterschied konnte ich nicht ausmachen.

Und so bin ich einfach glücklich, dass wir seit über dreissig Jahren «Superfoods» ernten können – ohne ein grosses Tamtam daraus zu machen.

Sags mit Blumen

Auch Blüten sind eine Art Superfoods. Die Viktorianer liebten Blumen. Ihre Blüten genossen sie auch in Tee, Gebäck und Salaten, ebenso als Blütengelees und -konfitüren. Sie nutzten Blumen auch als Mittel der Kommunikation – daraus entwickelte sich die legendäre viktorianische Blumensprache.

Man schickte sich einzelne Blumen und ganze Sträusse als Ausdruck einer persönlichen Botschaft, oft die der Liebe und Zuneigung. Jede Blume drückte ein Gefühl aus, wobei auch die Farbe der Blüte eine Bedeutung trug. So erklärte eine rötlichgelbe Rose die Empfangende zum «Objekt der Begierde», während eine lavendelfarbene Rose verriet, dass man jemanden «verzaubert» hat.

Über Jahrhunderte waren Blumen überall auf der Welt als wirksame Heilpflanzen und Pflegemittel hoch geschätzt.

Die alten Römer nutzten Malve, Nelken und Rosen für vielfältige Zwecke und in Asien hielt man schon immer viel auf Chrysanthemen, Taglilien und Orchideen. Heute werden Blumen in der Pflanzenheilkunde eingesetzt: Kamille gegen Magenleiden und zur Entspannung, Lavendel gegen Depressionen und Veilchen bei Husten.

Wie schmecken Blumen?

Städter in New York, London und Zürich entdecken Blumenblüten gerade für die Küche – als Nahrungsergänzungsmittel. Viele Blüten sind reich an Vitaminen, Beta Carotin und Mineralien; und sie haben kaum Kalorien. Ein grosser Vorteil liegt darin, dass man keinen Garten braucht, sondern vielerlei Blumen, Blüten und Wildfrüchte in der freien Natur findet. Wichtig ist, dass man essbare von giftigen Pflanzen unterscheiden zu kann.

Aber wie schmecken sie denn nun, die Blüten? Die von Schnittlauch und Kapuzinerkresse würzig-pikant, Sonnenblumen leicht bitter, Ringelblumen und Kamille eher erdig. Flieder kann ausgesprochen blumig sein, Rosen neigen zu einem süsslichen Aroma mit einem leichten Ton von Gewürzen, Minze oder Apfel. Bei Duftgeranien reicht die Palette der Aromen von Limette über Rosen bis Orange, Minze, und Apfel. Blüten verleihen jeder Speise nicht nur feine Geschmacksnuancen, sondern Farbe und dieses magische Etwas, mit dem Sie jeden Gast verzaubern. Probieren Sie es doch einfach mal aus.

Pflanzungen im Juli
• Ab Juli Erdbeeren pflanzen, damit sie nächstes Jahr Früchte tragen.
• Rasen kann noch bis September ausgesät werden.
• Rettich für die Ernte im Herbst und Winter aussäen.
• Bis Anfang Juli sind noch weitere Nachsaaten von Buschbohnen möglich, die etwa acht Wochen später geerntet werden können.
• Wer bis in den Herbst hinein frische Kräuter ernten möchte, sollte diese regelmässig nachsäen. Bis Ende des Monats lässt sich beispielsweise noch Dill und bis September Kerbel säen.
• Kleine Sorten der Roten Bete, Radieschen, Rettich und Speiserüben sowie Spinat aussäen.
• Bis Ende Juli kann Zuckerhut, Stiel- und Blattmangold ausgesät werden.
• Herbst- und Wintersalat, Erbsen, Fenchel und Chinakohl aussäen.
• Winterlauch (Winterporree) wird ab Ende Juli/Anfang August ausgesät.
• Bis Mitte Juli kann man noch Endivien direkt ins Freiland säen. Vorgezogene Endiviensetzlinge können ab Mitte des Monats ins Freiland umgesetzt werden.
• Den ganzen Juli über kann man Radicchio direkt ins Beet setzen.
Ernten im Juli
• Regelmässiges Ernten erhöht bei Gurken und Zucchini den Ertrag. Ernten Sie deshalb alle drei Tage. Zucchini schmecken am besten, wenn die Früchte nicht grösser als 15 cm sind. Bei grösseren Zucchini wird das Fruchtfleisch teilweise holzig und schmeckt auch nicht mehr so gut.
• Sobald das Grün des Knoblauchs gelb wird, ist er erntereif. Heben Sie ein paar Zehen für eine erneute Pflanzung im Oktober auf.

Gartenarbeiten im Juli und August

Der Hochsommer beginnt und die Gartensaison ist in vollem Gange. Überall blüht und gedeiht es. Ein wichtiges, wenn nicht das wichtigste Thema im Hochsommer ist sicherlich die Versorgung der Garten- und Balkonpflanzen mit ausreichend Wasser. Vor allem längere Trockenperioden zehren an den Kräften der Pflanzen. Daher ist regelmässiges Giessen Pflicht. Nicht zu viel, nicht zu wenig.

Richtig giessen im Sommer

Ideale Giesszeit ist am frühen Morgen, wenn die Pflanzen noch an die kühlere Nachttemperatur gewöhnt sind und das kalte Giesswasser keinen Schock verursacht. Giessen Sie Ihren Garten zwei Mal in der Woche reichlich. Einige Pflanzenliebhaber machen den Fehler, oft, dafür aber zu wenig zu giessen. Dies hat zur Folge, dass nicht genügend Wasser an die unteren Wurzeln gelangt und diese vertrocknen und absterben. Mit weniger Wurzelwerk, fällt es der Pflanze schwerer den notwendigen Wasserbedarf zu decken. Vertrocknende und schwache Pflanzen sind die Folge.

Gartenpflanzen, die regelmässiges Giesssen besonders benötigen, sind beispielsweise Tomaten und Gurken. Nicht nur bei diesen beiden – achten Sie darauf, stets am Wurzelansatz zu giessen. Viele Pflanzen, wie z. B. Tomaten, nehmen Wasser auf den Blättern übel und werden so anfällig für Krankheits- und Pilzbefall.

Um längere Trockenzeiten kostengünstig zu überbrücken, sammeln viele Gärtner Regenwasser. Das macht Sinn. Aber nicht nur Wasser sammelt sich in den Regentonnen, sondern auch Stechmückenlarven. Bereits nach wenigen Tagen schlüpfen diese Plagegeister. Damit die Regentonne nicht zur Brutstätte für Stechmücken wird, sollte man sie abdecken. So lagert das Wasser dunkel und geschützt vor Insekten.

Pflanzenpflege im Juli
Tomaten ausgeizen. Damit Hauptstamm und Früchte schön und gleichmässig wachsen, müssen Tomaten regelmässig ausgegeizt werden. Als Geiztriebe werden die aus den Blattachseln wachsenden Seitentriebe bezeichnet. Diese benötigen Kraft, um zu wachsen. Die fehlt dann den Früchten sowie dem Hauptstamm. Daher sollten Geiztriebe zwischen Stängel und Blatt so früh wie möglich entfernt werden. Da diese unerwünschten Nebentriebe sehr weich sind, kann man sie einfach mit den Fingern abbrechen. Wichtig: Die Pflanze muss dabei absolut trocken sein. An verletzten und gequetschten Stellen können sich sonst schnell Pilzsporen vermehren. Aus demselben Grund sollten gelbe und kranke Blätter sofort entfernt werden. Keinesfalls sollten die Geiztriebe mit einem Messer entfernt werden. Die Gefahr, die Pflanze gröber zu verletzen und somit Krankheitskeime zu übertragen, ist zu gross. Meist wurde dasselbe Messer schon zuvor zum Bearbeiten anderer Pflanzen eingesetzt, was das Risiko einer Übertragung von Keimen vergrössert. Ab Ende August sollten dann auch Blüten entfernt werden. Die aus den Blüten entstehenden Tomaten würden in der kurzen Zeit bis zum Saisonende nicht mehr reifen. Trotzdem würde die Tomatenpflanze die neuen Früchte mit Wasser und Nährstoffen versorgen. Die soll sie nun aber in die bereits reifenden Tomaten investieren. Je nach Sorte kann man Tomaten von Juni bis Oktober ernten. Gekaufte Tomaten werden aufgrund langer Transportwege grün geerntet und reifen dann auf dem Weg zum Kunden. Sie sind kein Vergleich zu sonnenwarmen, frisch geernteten Tomaten aus dem eigenen Garten.
• Damit Pfingstrosen in der nächsten Gartensaison wieder prachtvoll blühen, werden sie nach der Blütezeit gedüngt.
• Gerade im Sommer hat man den Eindruck, dass das Unkraut schneller wächst als die gewünschten Gartenpflanzen. Regelmässiges Unkrautjäten gehört daher dazu. Gerade zwischen den Gartenkräutern schleicht sich gerne das eine oder andere Wildkraut ein – das man aber natürlich auch stehen lassen kann.
• Sofern nicht schon im Juni erledigt, sollten Sie spätestens jetzt die verblühten Reste an den Rhododendren entfernen und die Sträucher mit speziellem Rhododendrondünger versorgen.

Der Autor
Remo Vetter wurde 1956 in Basel geboren. 1982 stellte ihn der Heilpflanzenpionier Alfred Vogel ein. Seither ist Vetter im Gesundheitszentrum in Teufen (AR) tätig, wo er mithilfe seiner Familie den Schaukräuter garten von A. Vogel hegt.

Fotos: fotolia.com

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