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Haareis

Kategorie: Natur
 Ausgabe_02_2014 - 23.01.2014

Text:  Hans-Peter Neukom

Momentan kann man in den Wäldern mit etwas Glück, eine aussergewöhnliche Naturerscheinung beobachten: das sogenannte Haareis.

Ähnliche Phänomene sind Bandeis an Pflanzenstängeln und Kammeis am Boden. Bekannter sind Raureif und Schneekristalle, die aus Wasserdampf in der Atmosphäre entstehen.

Haareis hingegen entsteht an abgestorbenen Ästen und Baumstämmchen. Die Eishaare sind dünn wie Menschenhaar – etwa 0,02 Millimeter – und mitunter über 100 Millimeter lang. Sie wachsen quer zur Astachse an rindenfreien Stellen. Solange genügend Wasser aus dem Holz nachgeliefert wird, bilden sich die Eishaare mit einer erstaunlichen Geschwindigkeit von 5 bis 10 Millimetern pro Stunde. Dabei muss die Lufttemperatur unter 0 Grad sein, damit das austretende Wasser gefrieren kann. Denn das ist eine Besonderheit dieser Eisform: Sie wächst nicht wie ein Eiszapfen an den Enden, sondern von ihren Wurzeln her – wie Haare eben.

Christian Mätzler, emeritierter Professor am Institut für Angewandte Physik der Universität Bern, beschäftigt sich seit über zehn Jahren mit diesem seltenen Naturphänomen. Er hat herausgefunden, dass Haareis nur auf morschen Laubhölzern wächst, die von einem bestimmten Pilz durchwuchert sind: der Rosagetönten Gallertkruste (Exidiopsis effusa). Diese gehört zu den
Gallertpilzen (Tremellaceae), so wie der bekannte Fleischrote Gallerttrichter und der Eispilz (Zitterzahn) – zwei roh essbare Pilze. Hans-Peter Neukom

Foto: Christian Mätzler

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