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Staunen und planen

Kategorie: Garten
 Ausgabe_02_2014 - 23.01.2014

Text:  Remo Vetter

Der Garten ruht und wir finden Zeit, innezuhalten und zu beobachten. In der warmen Stube planen wir die nahende Gartensaison.

In einem naturnah gestalteten Garten gibt es auch im Winter viel zu bestaunen. Reif und Schnee bilden in Komposition mit starren Stängeln skurrile Skulpturen. Vögel picken in der bunt gemischten Wildstaudenhecke nach Hagebutten, Sanddornbeeren und Schlehen. Ein riesiger Laubhaufen lädt Kinder zum Toben und Wühlen ein und wir erfreuen uns an ihrem wilden Treiben.

Bodenorganismen erfreuen sich mehr an den verrottenden Blättern; diese reichern den Boden mit Nährstoffen und Spurenelementen an. Und wenn Stauden und Rosen dick mit Laub eingepackt sind, überstehen sie den Winter besser. Auch leer geräumte Beete profitieren von einer schützenden Blätterdecke. Ausserdem helfen Sie vielen nützlichen Gartenbewohnern über den Winter, wenn Sie unter Bäumen und Sträuchern Laub ausgelegt haben. Dort verstecken sich Spinnen und Insekten – Leckerbissen für Zaunkönig, Rotkehlchen und Blaumeise.

Gartenarbeiten im Februar
Ziergarten
● Kübelpflanzen, die bei 5 bis 10 Grad überwintern, vorsichtig giessen. Bei Schädlingsbefall Pflanzenschutzmittel anwenden.
● Sommerblühende Ziergehölze (Deutzie, Hibiskus, Weigelie u.a.) und Laub abwerfende Hecken an frostfreien Tagen auslichten.
● Vögel brauchen Nahrung: Beeren und Samenstände von stehen gelassen Pflanzen wie Ampfer, Beifuss, Disteln oder Kornblumen. Wenn eine Schneedecke liegt, unterstützen wir sie mit Futter im Vogelhaus.
Nutzgarten
● Auf der Fensterbank Keimlinge und Sprossen anziehen.
● An frostfreien Tagen Beerensträucher auslichten.
● Erste Salate aussäen, z. B. Winterlattughino, Kopfsalat Pia, Maikönig, Batavia Dorée de Printemps. Saatschalen kühl und hell aufstellen, dann Sämlinge pikieren. Die Setzlinge Ende Februar ins frostfreie Folienoder Gewächshaus pflanzen.

Vom Schwelgen und Planen

Auch so gesehen ist es ein Blödsinn, mit Maschinen das Laub einzusammeln und fortzufahren – so wie es in Kommunen zunehmend üblich ist. Vorsichtig muss man indes mit gerbstoffreichen Blättern sein wie zum Beispiel jenen des Nussbaums. Zu viele davon schaden dem Boden und den Bodenlebewesen.

Auch der Mensch hüllt sich nun ein in Decken. Wir sitzen liebend gerne bei einer Tasse Tee auf dem Sofa und studieren Pflanzenkataloge und schwelgen über Gartenbüchern. Es ist die ideale Zeit, um in Ruhe neue Gartenideen zu sammeln.
Denn die nächste Saison kommt schon bald.

Obstpflanzen für kleine Gärten und Balkone
Obst und Beeren aus dem eigenen Garten sind im Trend. Auch wer einen kleinen Garten oder bloss einen Balkon oder eine Terrasse hat, kann Früchte aus eigenem Anbau geniessen. Auf die Sorte und Form kommt es an. Verwendung und Standort:
● Spalierformen eignen sich zum Ziehen entlang von Mauern und Zäunen oder als Hecke, weniger zur Pflanzung in Gefässe. Sie müssen an einem Gerüst befestigt werden.
● Zwerg- und Säulenformen können sehr gut in Gefässen gepflanzt werden, die mindestens 40 Zentimeter Durchmesser haben. Zum Auspflanzen im Garten sind beide Formen geeignet. Säulenformen kann man auch als Hecke im Abstand von 50 bis 60 Zentimeter pflanzen.
● Obstpflanzen, die im Topf kultiviert wurden, können das ganze Jahr gepflanzt werden, ausser bei starkem Frost oder grosser Hitze. Sie bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Platz mit tiefgründigem Gartenboden. Für Gefässe ist eine hochwertige Kübelpflanzenerde zu empfehlen. Wichtig ist eine gute Drainage, um Staunässe zu verhindern.
Pflege:
● Säulen- und Zwergformen sind nahezu schorf- und mehltauresistent. Regelmässige Kontrollen auf Schädlingsbefall, vor allem Läuse, sind zu empfehlen.
● Obstbäume in Gefässen mögen eine regelmässige Feuchtigkeit.
● Im März/April ist eine Gabe Obstdünger empfehlenswert. Bei Bäumen in Gefässen düngt man im Juni nochmals nach.
● Um eine regelmässige Ernte zu erhalten, sollte die Menge der Früchte spätestens Anfang Juni reduziert werden. Das verbessert die Qualität der übrigen Früchte und fördert die Ausbildung von Blütenknospen im Folgejahr.
● Obstbäume in Gefässen sollten alle vier bis fünf Jahre umgetopft werden. In der Regel wird ein grösseres Gefäss benötigt, damit sich die Wurzeln entwickeln können. Gefässe sollten nie direkt auf dem Boden stehen, damit überschüssiges Wasser gut abfliessen kann.

Noch brauchts Geduld

Von solcherlei Gedankenspielen komme ich dann aber bald wieder zum Garten. Gartenarbeit lässt sich in den einzelnen Wintermonaten nicht exakt planen; sie ist abhängig vom Bodenzustand und der Höhe der Schneedecke.

Aber auch an strengsten Wintertagen gibt es immer etwas zu tun – allem voran die Planung für die neue Saison: Wo sollen welche Neuheiten hinkommen? Was ist früher, was später als letztes Jahr anzuziehen? Muss oder will ich sonst noch etwas ändern in meinem Garten?

Der Autor
Remo Vetter wurde 1956 in Basel geboren. 1982 stellte ihn der Heilpflanzenpionier Alfred Vogel ein. Seither ist Vetter im Gesundheitszentrum in Teufen (AR) tätig, wo er mithilfe seiner Familie den Schaukräutergarten von A. Vogel hegt.


Fotos: fotolia.com, zvg, hinkstock.com

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