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Ab ins Schneeparadies

Kategorie: Natur
 Ausgabe_12_2013 - 01.12.2013

Text:  Text und Fotos David Coulin

Die Griesalp ist ein Winterbijou und ein idealer Ausgangsort für Schneeschuheinsteiger – und für Profis. Routen gibt es für alle Ansprüche, und dazu erst noch ein urgemütliches Berghaus.

Wer die Griesalp kennt, dem kommt zuerst die Zufahrtsstrasse in den Sinn. Es ist eigentlich keine Strasse, sondern eine kilometerlange steile Rampe, die vom Autofahrer ein gutes Augenmass erfordert. Im Winter ist die Strasse zugeschneit. Trotzdem heisst es aufpassen. Denn nun kommen einem zwar keine Autos entgegen – aber wie Geschosse Schlittler und Skifahrer.

Dass hier auch im Winter viel Verkehr ist, verdankt die Griesalp in erster Linie ihrer landschaftlichen Schönheit. Von Alpinisten/-innen bis zu Winterwanderern kommen hier alle voll auf ihre Kosten. Da sich das Tal nach dem steilen Durchstich wieder weitet, gibt es auch im Winter für alle etwas Sonne. Vor allem natürlich am Südhang. Kein Zufall also, haben die Naturfreunde dort vor langer Zeit schon ein grosses, gruppenfreundliches Holzchalet mit rund fünfzig einfachen Schlafplätzen erstellt. Das Prunkstück des Hauses ist der übergrosse Holzherd. Er wurde vor rund sechzig Jahren extra für das Naturfreundehaus gebaut und verfügt über fünf Löcher zum Einfeuern. So konnten gleichzeitig
fünf Parteien auf diesem Herd ihr Süppchen kochen. Heute brutzeln in den Bratpfannen auf dem grossen Kochfeld vor allem feine Rösti, Käseschnitten oder ein gutes Stück Fleisch.

Für unkomplizierte Gourmets

Wer es gerne urchig und gemütlich hat, ist hier gut aufgehoben. Denn die Gastgeber Margreth, Matthias und Heinz Steiger wissen, was es für einen unvergesslichen Hüttenabend braucht: eine gut geheizte, heimelige Gaststube, ein gutes Essen mit einem edlen Tropfen Wein und – im Gegensatz zur Gepflogenheit in den SAC-Hütten – die Möglichkeit, auch nach 22 Uhr noch die Geselligkeit zu pflegen. Vieles ist hier etwas unkomplizierter als anderswo. Für die Zimmer gibt es rot-weiss karierte Bettwäsche, aber auch der eigene Schlafsack ist erlaubt. Das hat sich herumgesprochen, und so findet ein buntes Völklein mit ganz verschiedenen Ambitionen den Weg ins Naturfreundehaus.

Die Hüttenwanderer, die gegen Mittag zu Fuss mit dem Schlitten ankommen, genehmigen sich hier ein währschaftes Zmittag und sausen dann wieder hinunter ins Kiental. Die Schneeschuhläufer steigen gerne auf zum Aabeberg – der sonnenbeschienene Hang kommt ihnen sehr entgegen und die Aussicht lässt keine Wünsche offen: Im Osten versteckt sich hinter Bütlasse und Gspaltenhorn das Schilthorn. Gegen Süden erkennt man Teile der Blüemlisalpgruppe, die in einem Tag als luftige Grattour überschritten werden kann. Im Süden stürzt der Blick ab ins Kiental. Kleinflächige Bauernbetriebe kämpfen dort ums Überleben, dazu gibt es ein Hotel, ein kleines Familienskigebiet und einige Handwerksbetriebe.

Skitouristen setzen sich oft den Chistihubel zum Ziel, eine einfache, relativ ungefährliche Skitour, die auch mit den Schneeschuhen problemlos begangen werden kann. Die Alpinisten hingegen wagen sich weiter hin auf zum Bundstock und zur Blüemlisalphütte – oder sie nehmen den langen Weg zur Bütlasse unter die Felle.

Das Wanderbuch «Hüttenziele im Winter» ist als Leserangebot zu einem Vorzugspreis erhältlich.

Rauf ins Naturfreundehaus Gorneren
Hinkommen

SBB/BLS bis Reichenbach. Von dort Postauto nach Kiental, Dorf. Bei Anreise mit Pw: gebührenpflichtige Parkplätze in Tschingel.
Rauf zur Hütte
Von Tschingel mit Skiern oder Schneeschuhen auf der Bergstrasse zur Griesalp und nordwärts hinauf zum Naturfreundehaus Gorneren. 300 Meter Aufstieg, zirka 1 Stunde, WT 1.
Weitere Routen
● Mit Schneeschuhen: Rundwanderung Griesalp – Mittelberg – Underi Bundalp – Griesalp: gut signalisierter Trail, zirka 3½ Stunden, 450 Meter Auf- und Abstieg, WT 1 bis 2.
● Mit Schneeschuhen oder Skiern: Aabeberg (1964 Meter). Auf verschneiter Alpstrasse vom Naturfreundehaus weg direkt nordwärts hinauf bis zum Strassenende bei Hasebode (P. 1717). Dann steil hinauf zum kleinen Sattel (Chanzel) und von diesem aus westwärts über kleine Steilstufe zum Gipfelplateau. 520 Meter Aufstieg, 2 Stunden, WT 3 bis 4/WS.
● Mit Skiern: Chistihubel (2216 Meter). Von der Griesalp über Mittelberg zur Alp Obere Dünde. Von dort in weitem Rechtsbogen zum Gipfel. Einfache Skitour, meist gespurt, bei geeigneten Verhältnissen (Frühling) auch als Schneeschuhtour möglich. 800 Meter Aufstieg, 2½ bis 3 Stunden, Abstieg mit Scheeschuhen zirka 2 Stunden, WT 3 bis 4/WS.
Unterkunft
Das Naturfreundehaus Gorneren (1500 Meter) verfügt über rund 50 Schlafplätze (2er- und 4er-Zimmer sowie Massenlager) und ist von Ende Dezember bis Ostern durchgehend geöffnet. Halbpension oder à la carte möglich. Grosse Sonnenterrasse. Geeignet für gesellschaftliche Anlässe bis 50 Personen. Reservation: Telefon 033 676 11 40, www.naturfreundehaeuser.ch/gorneren
Karten
Landeskarte 1:50 000, 264S Jungfrau, Landeskarte 1:25 000, 1248 Mürren
Weitere Informationen
Griesalp, www.griesalp.ch; Kiental Tourismus, Telefon 033 676 10 10, www.kiental.ch

Fotos: zvg

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