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Gebänderte Prachtlibelle: Tier des Jahres 2008

Kategorie: Natur
 Ausgabe 4 - 2008 - 01.04.2008

Text:  Pro Natura

Sie ist noch nicht bedroht, die schillernde Prachtlibelle. Mit der Wahl des Tieres will die Naturschutzorganisation Pro Natura jedoch auf die Schutzwürdigkeit der Lebensräme des Insektes hinweisen.

Dem Weibchen fehlt das markante dunkle Band der Männchen (Bild unten) auf den Flügeln und es ist grüngelb gefärbt.

Sie entwickelt sich von einer Wasserlarve zu einer wahren Luftakrobatin – einer besonders schönen dazu: Die Gebänderte Prachtlibelle. Die Naturschutz-organisation Pro Natura hat sie zum Tier des Jahres 2008 erkoren.

Die Libelle zählt zu den «glück-licheren» Arten in der Schweiz, die (noch) nicht gefährdet sind. Doch braucht die Flussbewohnerin mit den auffällig schimmernden Flügeln dringend neue, renaturierte Lebens-räume. Denn das Verschwinden nimmt bereits seinen Anfang. Die Flugkünstlerin ist eine besondere Erscheinung an den Ufern natürlicher Fliessgewässer. Und solche Fliessgewässer sind nicht nur für die Gebänderte Prachtlibelle das Lebens-elixier – das Überleben von rund 50 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten hängt von solchen ab.

Entgegen alten Mythen können Libellen nicht stechen. Lange Zeit wollte man das nicht wahrhaben. Die grösseren Arten dieser beeindruckenden Luftinsekten surren wild und schnell herum und versetzen nach wie vor etliche Menschen in Furcht und Schrecken. Daher tragen sie immer noch so klingende Übernamen wie Satansbolzen, Augenstecher, Teufelsnadeln oder Ohrenschiesser. Die Eleganz der Gebänderten Prachtlibelle mag solche Mythen vergessen machen.

Porträt Gebänderte Prachtlibelle
Die elegante Luftakrobatin ist als ausgewachsenes Tier zwischen 4,5 und 5 Zentimeter lang, ihr Körper schimmert blau und ihre Flügel haben ein dunkel-blaues Band. Mit ihrer auf-fälligen Flügelverzierung ähnelt das Tier im Flug einem Schmetterling. Oft erst auf den zweiten Blick erkennt man in ihm eine Libelle. Die Gebänderte Prachtlibelle entwickelt sich in unterschiedlichen Gefilden. Sie wächst von einer im Wasser lebenden Larve zu einem Fluginsekt, das sich vor allem an langsam fliessenden, warmen Wasser-läufen aufhält. Sie brauchen üppig bewachsene Ufer zum Überleben. Dort schlüpfen die Jungen, reifen heran und führen zwischen Ende Mai und Anfang September ihre Flugkünste vor. Wie bei den Libellen üblich, kann auch die Ge-bänderte Prachtlibelle rückwärts fliegen – eine Einzigartigkeit unter den Insekten.

Bilder: René Berner

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