Artikel Natur :: Natürlich Online

Quark? Nein, Käse!

Kategorie: Garten
 Ausgabe_05_2013 - 01.05.2013

Text:  Vera Sohmer

Frischkäse ist beliebt, und das verwundert kaum: Die meist milden und streichzarten Sorten sind Tausendsassas in der Küche, machen sich gut in frühlingsfrischen Gerichten und können auch selbst gemacht werden.

Ausgerechnet! Im Käseland Schweiz hat ein Italiener die Nase vorn. Mozzarella ist hierzulande der beliebteste Frischkäse. 2010 betrug der Verbrauch mehr als 20 000 Tonnen. Das entspricht zweieinhalb Kilogramm pro Kopf und einem Drittel des gesamten Frischkäse-Konsums. Die weisse Käsekugel steht für italienische Lebensart und wird gerne so vermarktet. Man kennt die Werbespots, in denen das halbe Dorf an langen Tafeln beisammensitzt und Pizza oder einen Insalata Caprese mampft.

Surftipps
Hier erhalten Sie weitere interessante Informationen zum Thema
Schweizer Milch
Das Kulinarische Erbe der Schweiz
Issgesund - das Journal für gesunde Ernährung
Lebensmittellexikon

Sündiger Mascarpone

Mozzarella ist freilich nur eine von vielen Frischkäsesorten. Blanc battu und Ricotta gehören ebenso dazu, wie der körnige Hüttenkäse, der sündige Mascarpone, jene rahmige Masse, die im Tiramisu für den Nimmersatt-Effekt sorgt. Und nicht zu vergessen der gute alte Quark. Er ist nach Mozzarella der zweitwichtigste Frischkäse in der Schweiz.

In Schweizer Geschäften ist die Frischkäse-Auswahl riesig. Allein die Quark-Palette mit ihren diversen Fettstufen und Geschmacksrichtungen füllt die Regale – darunter finden sich viele gesüsste Produkte mit Früchten. Was man aufs Brot streichen kann, ist oft mit Kräutern wie Bärlauch oder Gewürzen wie bunten Pfefferkörnern vermischt. Und mancher Hersteller hat Kreatives im Sortiment. Der Schwyzer Produzent Amselspitz zum Beispiel legt Frischkäsekugeln in Rapsöl ein und bedeckt sie mit Holunderblüten, Kornblumen, Lavendel und Thymian. Das ist auch optisch ein Genuss. Und freilich gibt es Frischkäse aus Schaf- oder Ziegenmilch, dies oft nature. Büscion heisst der Ziegenmilch-Klassiker aus dem Tessin. Er soll sich besonders gut in einem süssem Käsekuchen machen. In Mode sind darüber hinaus auch Formaggini; kleinformatige, geschmeidige Käschen aus Kuh- oder Ziegenmilch.

Sofort genussbereit

Eine bunte Vielfalt, und doch gibt es einen gemeinsamen Nenner: Zur Rubrik Frischkäse zählen die verschiedenen Vertreter, weil sie nicht oder nur wenig reifen müssen. Sie können sofort nach der Herstellung gegessen werden. Charakteristisch für Frischkäse ist zudem, dass er keine Rinde hat und ein frisches, mildes, manchmal leicht säuerliches Aroma. Und noch etwas ist typisch: Frischkäse ist vielseitig einsetzbar und wird von Köchen als Allround- Talent gepriesen, weil er sich für Pikantes wie Süsses, für warme wie kalte Speisen eignet.

Welchen Frischkäse man wofür verwenden kann, dafür gibt es Faustregeln: Für süsse Desserts sind Blanc battu, Ricotta und Quark am besten geeignet. Und: Nur Doppelrahmfrischkäse, beispielsweise Mascarpone, ist kochfest. Was einen geringeren Fettgehalt hat, erst am Schluss beigeben oder nur kurz erhitzen.

Buchtipp
Laurence und Gilles Laurendon, Catherine Quévremont, Cathy Ytak: «Hausgemacht», AT Verlag

Fotos: zvg, fotolia.com

Tags (Stichworte):

Kategorie: Garten

Fleisch: Herkunft wichtig, Preis aber auch

Schweizer Konsumenten sind kritisch – und das ist gut so.

Kategorie:

Kategorie: Natur

Bock auf Wärme

Der Klimawandel scheint dem Alpensteinbock gut zu tun: