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Grossartige Wasserspiele

Kategorie: Natur
 Ausgabe_04_2013 - 01.04.2013

Text:  Tertia Hager

Wasserfälle faszinieren: Das Wanderbuch «Die Wasserfälle der Schweiz» stellt 120 von ihnen vor. Zum Beispiel die drei kleinen, aber feinen Wasserfälle im sankt-gallischen Murgtal; ein Naturparadies mit glasklaren Bergseen und immergrünen Arven.

Wasserfälle sind Touristenmagnete schlechthin: ob tosend wie der Rheinfall im Sommer oder magisch wie die vielen Wasserfälle im Maggiatal, der Faszination des Naturschauspiels kann sich kaum jemand entziehen. Rund eine Million Schaulustige lockt beispielsweise der Rheinfall pro Jahr nach Neuhausen. Das macht ihn zum meistbesuchten Naturobjekt der Schweiz. Doch was sind Wasserfälle überhaupt? Wo gibt es sie? Und warum zerstäuben sie? Im Buch «Die Wasserfälle der Schweiz» sind die beiden Geografen Christian Schwick und Florian Spichtig der Geschichte und der Faszination von Wasserfällen nachgegangen. Das Buch erklärt einerseits das Phänomen Wasserfall und stellt andererseits Wanderungen und Ausflüge zu den 120 schönsten Wasserfällen der Schweiz vor.

Das Wasser fällt 840 Meter in die Tiefe

Grundsätzlich entstehen Wasserfälle, wenn ein Gewässer eine Felswand überwinden muss. Durch geologische, glaziologische oder hydrologische Prozesse entsteht ein Gefällsbruch im Wasserlauf, etwa durch die Überschiebung von Gesteinsschichten, durch einen Bergsturz oder beim Austritt einer Quelle in einer Steilwand. Zudem braucht es genügend Niederschlag und geeignete Gesteinsschichten. In der Schweiz sind diese Voraussetzungen vor allem vom südwestlichsten Zipfel des Wallis über den gesamten Alpennordhang bis ins sankt-gallische Rheintal zu finden – von 400 Metern bis weit über 2000 Meter über Meer hinauf. Der höchste Kaskaden-Wasserfall ist der Mattenbachfall in Lauterbrunnen, er hat eine Fallhöhe von  840 Metern.

Jeder Wasserfall, der über 100 Meter hoch ist, endet nicht als kompakter Wasserstrahl, sondern in Form kleinster Wassertropfen, er zerstäubt. Denn im senkrechten Fall entstehen erhebliche Energiemengen. Die Energie, die benötigt wird, um diese Zerstäubung – eine Überwindung der Oberflächenspannung des Wassers – zu bewerkstelligen, gewinnt das fallende Wasser aus der zunehmenden Geschwindigkeit im freien Fall und der damit verbundenen Reibung an der Luft. Die Zerstäubung hängt aber nicht nur von der Fallhöhe, sondern auch von der Wassermenge ab. Dies gilt für Wasserfälle, die zwischen 20 und 100 Meter hoch sind. Kaskade oder Einzelfall? Unterschieden wird zwischen Kaskaden und Einzelfällen. Ist die Horizontaldistanz grösser als die Gesamthöhe des Wasserfalls, spricht man von einem Einzelfall. Ist sie kleiner, handelt es sich um eine Kaskade.

Die hier vorgestellte vierstündige Wanderung oberhalb des Walensees führt sowohl zu einem Kaskadenfall- als auch zu zwei Einzelfällen. Zwar gehören die drei Wasserfälle mit Höhen von 12 bis 57 Metern zu den Winzlingen der Familie, dafür führt die Wanderung entlang des Murg- und des Gspondbachs hinauf zum Murgsee auf 1820 Meter über Meer durch eine traumhafte Naturkulisse mit dem grössten Arvenbestand der Alpennordseite. Sowohl das Murgtal als auch das Mürtschental gehören seit über 30 Jahren zum Bundesinventar für Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung. Um die prächtige Natur richtig auskosten zu können, empfiehlt es sich, die vierstündige Tour auf zwei Tage auszudehnen und im Berggasthaus Murgsee zu übernachten.

Das Buch «Die Wasserfälle der Schweiz» ist als Leserangebot zu einem Vorzugspreis erhältlich.

Zu Arven und Wasserfällen
• Anreise: Via Murg zum Parkplatz Mornen, vom Bahnhof Murg fährt der Murgtal-Bus. Voranmeldung notwendig: Tel. 081 738 14 41
• Rückreise: Von Merlen mit dem Murgtal-Bus.
• Dauer: 4 Stunden
• Höhendifferenz: Aufstieg: 750 Meter, Abstieg 890 Meter
• Route: Der durchgehend gute Weg führt von Mornen (1160m) immer wieder an schön gelegenen Weiden und alten Hütten vorbei die Murg entlang aufwärts bis zum Unter Murgsee (1702 m). Der Murgbachfall gegenüber macht das Bild perfekt. Am See entlang folgt der letzte Anstieg zum Ober Murgsee. Hier kann am Ufer gepicknickt oder im Berggasthaus (1817 m) eingekehrt werden, bevor der Rückweg via Murgseefurggel (1985 m) und Mürtschen – vorbei an einem namenlosen kleinen Wasserfall und am Gsponbachfall – nach Merlen in Angriff genommen wird.
• Variante: Statt zurück nach Merlen mit Ziel Murg zu wandern, kann man über die Widersteiner Furggel (2019 m) nach Engi im Glarner Sernftal absteigen (Wanderzeit 3 Std., Strecke 7 km, Aufstieg 780 m, Abstieg 1200 m).
• Karten: Landeskarte 1: 25 000, 1134 Walensee, 1154 Spitzmeilen
Landeskarte 1: 50 000, 237 Walenstadt
• Unterkunft/Verpflegung: Berggasthaus Murgsee, www.murgsee.ch
• Weitere Informationen: www.heidiland.com, www.waterfall.ch

Foto: swiss-image.ch/Christoph Sonderegger

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Kategorie: Garten

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