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Borreliose selber heilen

Kategorie: Natur
 Ausgabe_03_2013 - 01.03.2013

Text:  Wolf-Dieter Storl

Die durch einen Zeckenbiss übertragene Krankheit Borreliose kann lebensbedrohend sein. Der Ethnobiologe Wolf-Dieter Storl beschreibt, wie er im Selbstversuch ohne Antibiotika und nur mithilfe von Pflanzen und Schwitzkuren seine Borreliose geheilt hat.

Die Zecke muss schon zwei Tage an mir gesaugt haben, ehe ich sie bemerkte. Sie hatte mich in einer immunschwachen Situation befallen, ich hatte wenig geschlafen und stand unter Stress. Ein roter, sich ausdehnender Ring, das sogenannte Erythema migrans, breitete sich auf der Haut aus. Ich fühlte mich schlapp und reizbar, hatte Kopfschmerzen, konnte nicht mehr scharf sehen und der Lymphknoten an der Leiste schwoll etwas an. Ein befreundeter Arzt, der sich sonst sehr für Phytotherapie einsetzte, diagnostizierte Borreliose und redete mir dringlich ins Gewissen: «Bei der Borreliose hört es mit Kräutern auf, hier helfen nur Antibiotika, und zwar massiv!»

In drastischen Bildern malte er den Verlauf der Ansteckung mit dem Bakterium Borrelia burgdorferi aus: Wenn man nicht sofort mit Antibiotika anrückt, führt die Infektion im zweiten Stadium zu Lähmungen, wandernder Gelenkentzündung, Herzschäden, neurologischen Ausfällen und so weiter und so fort. Schliesslich lande man im Rollstuhl, weil die Gelenke versagen und Hirnnervenausfälle lassen einen allmählich verblöden. Das Bakterium sei eine der Syphilis verwandte Spirochäte. Und wie diese schreckliche Geschlechtskrankheit sei die Infektion rezidiv, das heisst, sie verläuft in Schüben, die Symptome setzen zeitweilig aus, so dass der Patient glaubt, er sei auf dem Weg zur Heilung und dann kehren sie umso heftiger zurück.

Schlechte Erfahrung mit Antibiotika

Was für eine Diagnose! Sonst kuriere ich meine Leiden vor allem mit Kräutertees und -wickel, Wärmeflaschen, Schlaf und anderen natürlichen Mitteln. Was aber sollte ich in diesem Fall machen? Mit Antibiotika hatte ich schlechte Erfahrungen gemacht, hatte mir einmal dadurch eine Superinfektion geholt, an der ich zwei Jahre litt, bis die Kräuter mich retteten. Ausserdem weiss doch jeder, dass Antibiotika einen massiven Eingriff in die natürliche innere Ökologie des Körpers darstellen. Sie wirken verheerend auf die Darmflora und diese Flora ist Vorrausetzung für ein einwandfrei funktionierendes Immunsystem. Auch Pilzinfektionen, etwa Candida, werden durch sie begünstigt.

Nein, Antibiotika würde ich nicht nehmen, sondern alles tun, um die Abwehrkräfte zu stärken. Einfache, fast banale Massnahmen sind das: Genügend Schlaf, frische Luft und Sonnenschein, körperliche Bewegung – das kommt den Lymphen zugute –, vernünftige Diät und die Anwendung immunstärkender Pflanzen, wie Knoblauch, Bärlauch, Wasserdost (Eupatorium cannabinum) und purpurner Sonnenhut. Dazu vitaminreiche Wildfrüchte wie Hagebutten, Holunderbeeren, schwarze Johannisbeeren und Sanddorn, die als Radikalenfänger, die die Zellatmung unterstützen und eine antioxidative Zellschutzwirkung bilden. Weiterhin kamen Leberstoffwechsel fördernde, blutreinigende Kräutertees dazu, wie Schafgarbentee, Löwenzahn-, Kletten- und Wegwartewurzeltees, Mariendistelpräparate, sowie das Einreiben des Körpers mit einer Mischung aus Olivenöl mit verschiedenen bakterienhemmend wirkenden ätherischen Ölen.

Vertrauen in die Naturheilkunde

In der traditionellen chinesischen Kräuterheilkunde und bei den karibischen Indianern wurde ich schliesslich fündig. Ich erfuhr, dass die Chinesen die Karde (Dipsacus) zur Behandlung von Beschwerden benutzen, die dem Symptomkreis der Borreliose ziemlich genau entsprechen. Die altüberlieferte ostasiatische Kräuterkunde bezeichnet das Skabiosengewächs als Xu Duan («wiederherstellen dessen, was zerbrochen ist»); es wird bei traumatisierten Gelenken und Muskeln angewendet und gilt als eines der besten Mittel zur Stärkung der «Nieren-Essenz» (Jing) und des «Leber-Bluts».

Selbst- statt Tierversuch

Aus den Wurzeln der einheimischen Karde (Dipsacus sylvestris) bereitete ich eine Volltinktur und erprobte sie im ayurvedischen Selbstversuch. Wie in der Homöopathie, so studiert die indische Heilkunde die Wirkung eines Arzneimittels nicht in Tierversuchen, sondern am eigenen Leib mittels genauster Selbstbeobachtung. Ein Freund, der ebenfalls mit Borreliose infiziert war und an Gelenkschmerzen litt, schloss sich dieser Arzneimittelerkundung an. Über eine Woche hinweg assen wir nur wenig und nahmen jeden Tag auf nüchternen Magen einen Esslöffel der bitteren Flüssigkeit ein. An einem ruhigen, ungestörten Ort richteten wir meditativ unser Bewusstsein ganz auf die psychosomatischen sowie energetischen Reaktionen des Körpers.

Hier nun die Resultate der meditativen Erfahrung mit der Karde:
Physischer Eindruck: Der eher bittere Geschmack regt reflexartig die Verdauungsdrüsen, insbesondere die Leber, an.
Energetischer Eindruck: Starke Energieimpulse strahlten wie spitze Pfeile von innen her, zentrifugal, bis über die Hautoberfläche aus dem Körper hinaus. Mein Begleiter bestätigte das auch für sich.

Mit Vorsicht anwenden
Die Borreliose-Therapie von Wolf-Dieter Storl ist in Fachkreisen höchst umstritten. Wir vom «natürlich» empfehlen deshalb, diese Therapie nur unter der Aufsicht einer naturheilkundlich oder medizinisch ausgebildeten Fachperson durchzuführen.

Man hatte den Eindruck, als würden die schädlichen Keime förmlich herausgedrängt. Plötzlich kam mir dabei das äussere Aussehen der Kardenpflanze in den Sinn: Stängel, die Unterseite der Blattadern, ja selbst die Blüten sind mit spitzen, verhornten Auswüchsen übersät. Anthroposophischen Botanikern zufolge sind Stacheln und Dornen sichtbare Äusserungen zurückgestauter, nach aussen strahlender ätherischer Kräfte. Diese Kräfte werden dann, wenn das Heilmittel eingenommen wird, im Körper freigesetzt und regen Heilreaktionen an.

Zur Person
Wolf-Dieter StorlGeboren 1942, Kulturanthropologe und Ethnobotaniker. Lehrte als Dozent an verschiedenen Universitäten. Seine ethnografischen und ethnobotanischen Feldforschungen – in einer traditionellen Spiritistensiedlung in Ohio, bei alteingesessenen Bauern im Emmental, bei Medizinmännern der Cheyenne, bei Shiva Sadhus in Indien und Nepal – finden ihren Niederschlag in zahlreichen Artikeln und Büchern. Seit 1988 lebt er mit seiner Familie auf einem Hof im Allgäu. www.storl.de
Literatur: Wolf-Dieter Storl: «Borreliose natürlich heilen», AT-Verlag, Fr. 29.90

Fotos: fotolia.com, zvg

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