Artikel Natur :: Natürlich Online O Tannenbaum | Natürlich

O Tannenbaum

Kategorie: Garten

Text:  Isabelle Meier

Funkelnde Lämpchen, prächtige Sterne und Kugeln: In der Weihnachtszeit wird ringsum üppig dekoriert. Der Brauch, Bäume und Zweige zu schmücken, hat ursprünglich aber nichts mit dem Christfest zu tun.

Jedes Jahr früher und jedesJahr mehr, so scheint es: Kaum fallen die Blätter  von den Bäumen, füllen sich die Läden mit Schokolade, Weihnachtskugeln, Lichterketten, Christsternenund Krippenguren, die einige Wochen später im und  am Haus hängen. In der Adventszeit wird geschmückt und verziert.

Dass wir in der Adventszeit unsere Häuser schmücken, hat eine lange Tradition. «Sie begann sogar schon vor Christus», erklärt Johann Wanner, der weltweit bekannte Hersteller und Händler von handgefertigtem Weihnachtsschmuck, der 1998 den Christbaum des  Vatikans auf dem Petersplatz in Rom  schmückte und auch schon für Hillary  Clinton im Weissen Haus den Baum festlich verzierte. «Schon die Römer haben  bei den Saturnalien ihre Bäume mit Kerzen geschmückt.» Die Römer feierten jeweis Ende Dezember ein Fest zu Ehren  des Gottes Saturn. Auch bei der Sonnenwendfeier am 21. Dezember, dem Tag der  Wintersonnenwende, wurden früher  Zweige mit Kerzen geschmückt. Die Kerzen symbolisierten die Sonne, die nach der  Sonnenwende wieder länger schien. Dieser Brauch des Schmückens wurde später von den Christen übernommen.

Glaskugeln statt Nüsse und Äpfel

Der Weihnachtsbaum kam jedoch erst viel später in unsere Stuben. Erst im 16. Jahrhundert zeugen erste Aufzeichnungen davon, dass man Christbäume im Haus aufstellte. Quellen zufolge war der Weihnachtsbaum zunächst das Weihnachtssymbol der Protestanten. Die katholischen Gebiete standen dem Christbaum lange skeptisch gegenüber. Noch kurz vor 1900 wurde der Protestantismus gerne als «Tannenbaum-Religion» verunglimpft. Aber bald darauf hielt der Christbaum auch in katholischen Familien Einzug – nebst der Krippe, dem wahren christlichen Weihnachtssymbol, das noch heute in den lateinischen Ländern einen höheren Stellenwert hat als der Baum.

Der Baumschmuck unterschied sich anfangs noch sehr von unseren heutigen Deko-Artikeln. «Früher schmückte man den Baum mit dem, was einem lieb und
teuer war», erzählt Johann Wanner. Dazu gehörten Esswaren – vor allem Äpfel und Nüsse – sowie Kerzen.

Später kamen Gebäck und Zuckerwaren hinzu. Deshalb nannte man den Weihnachtsbaum in manchen Regionen auch Zuckerbaum. Neben Süssigkeiten spielten sehr früh auch vergoldete und versilberte Elemente eine wichtige Rolle. Dieser Schmuck wurde von jeder Familie selber hergestellt, in der Regel für jedes Weihnachtsfest neu. Die Chistbaumkugeln hat einer Legende zufolge ein armer Glasbläser erfunden, der sich im Jahre 1847 die teuren Walnüsse und Äpfel nicht leisten konnte und stattdessen farbige Glaskugeln an den Baum hängte.

Entsprechend gelten die Kugeln als Symbol für den Apfel. Die runde Form  steht zudem für die Vollkommenheit. Auch andere traditionellen Weihnachtsfiguren wie Herz, Engel und Vogel haben eine spirituelle Bedeutung. Dessen ist sich auch Johann Wanner bewusst, wenn er einen Baum schmückt – und deshalb versteckt er im Baum jeweils einen Teufel. Die Schattenseiten des Lebens solle man nicht einfach  ausblenden, meint er. «Wenn der Teufel im Baum hockt, habe ich ihn im Auge.Dann kann er mich nicht von hinten anfallen», sagt er.

Symbolik des Weihnachtsschmucks

Apfel:
Symbol der Fruchtbarkeit und Erinnerung an das Paradies.
Christbaumkugeln: symbolisieren den Apfel. Die Kugelform ist zudem ein Zeichen der Vollkommenheit.
Herz: Symbol für die Lebenskraft und die Lebensfreude.
Sterne: Zeichen der Hoffnung auf ein gütiges Schicksal. Strohsterne erinnern daran, dass Jesus in einer Krippe im Stall geboren wurde.
Vögel: Symbol für den Heiligen Geist, den Himmel und die Spiritualität.
Engel: Symbol für die Armee Gottes, Vermittler zwischen Himmel und Erde.
Geschenke: werden mit den Gaben der Heiligen Drei Könige aus dem Morgenland in Verbindung gebracht.
Trompeten: gehen auf die Engelsposaunen zurück. Mit ihnen werden gute Neuigkeiten, hier die Geburt Jesu, ausgerufen.
Glocken: jubeln und rufen die frohe Botschaft aus, mahnen und erinnern aber auch wachsam zu sein.
Nüsse: Sinnbilder für Gottes Ratschluss. Sie sind verschlossen und schwer zu knacken im Inneren wohnt das Dunkle, Geheimnisvolle.
Tannenzapfen: sind ähnlich wie Nüsse ein Fruchtbarkeitszeichen. Sie stehen auch für Jungfräulichkeit und damit für die Jungfrau Maria.
Fische: Sie sind alte Symbole für Wasser, Leben und Fruchtbarkeit sowie das Christentum selbst.

Tags (Stichworte):

Kategorie: Natur

Lesen: Schlangen.Serpentine

Den Jöh-Effekt gibt es bei Schlangen nicht.

Kategorie:

Kategorie: Garten

Lesen: Wildwuchs auf dem Teller

Das ist kein gewöhnliches Kochbuch