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Wintertraum

Kategorie: Natur
 Ausgabe 12 - 2012 - 01.12.2012

Text:  Philipp Bachmann

Juraweiden wie aus dem Bilderbuch und ein Moorsee, der einem nach Skandinavien entführt. Der Freiberger Jura lädt auch im Winter zu idyllischen Wanderungen ein.

Wer vom Ferienland Jura spricht, denkt wohl zuerst an die Freiberge, an diese sanft gewellte Landschaft mit den offenen Pferdeweiden, den mächtigen Wettertannen, den typischen Jurahäusern und dem unendlich weiten Himmel. All dies kann man auf der vorgeschlagenen Wanderung von Les Reussilles nach Saignelégier erleben und als Zugabe erst noch in der winterlichen Stille den berühmten Etang de la Gruère erforschen. Im Sommer ist das nämlich kaum möglich, denn dann spazieren an schönen Wochenenden ganze Heerscharen auf dem Holzschnitzelrundweg um den See. Nur an Werktagen ist es im Sommer ruhiger, dann und natürlich im Winter findet man eher noch ein unbesetztes Bänklein oder einen Picknickplatz inmitten einer traumhaft schönen Schneelandschaft.

Der Etang de la Gruère steht zwar unter Naturschutz, doch ist Picknicken erlaubt, und Baden auch vorzugsweise im Sommer. Allerdings badet man in einem Moorsee, was man spätestens dann bemerkt, wenn man aus dem Wasser steigt.

Künstlicher See, echtes Meer

Der skandinavisch anmutende Weiher ist mit seinen acht Hektaren Wasserfläche einer der grössten Moorseen der Schweiz. Doch so urtümlich das Gewässer aussieht, der See ist künstlich. Er wurde 1650 aufgestaut, um die Wasserräder einer Mühle anzutreiben, denn der ursprüngliche Bach war zu schwach dazu. Später entstand auch eine Sägerei, die bis 1952 mit Wasserkraft betrieben wurde.

Das Hochmoor hingegen ist echt. Es entstand nach dem Rückzug der Gletscher vor 12'000 Jahren in einer wasserdichten Geländemulde und erreichte vor 7000 Jahren seine grösste Ausdehnung. Seither wächst es nur noch in die Höhe. In der Kernzone ist die Torfmoosschicht acht Meter dick. Hier ist der extrem nährstoffarme Boden so vernässt, dass sich nur noch spezialisierte Moose und Moorpflanzen wie die Rosmarinheide oder der Sonnentau wohlfühlen. Beinahe wäre das Hochmoor 1942 wegen der kriegsbedingten Brennstoffknappheit zerstört worden. Bereits waren die Bagger aufgefahren, um den Torf abzubauen, als alarmierte Naturschützer das Vorhaben noch rechtzeitig stoppen konnten. Seit 1943 steht die Moorlandschaft unter Naturschutz.Weitere Informationen .ndet man im Naturmuseum in Les Cerlatez.

Von Zins und Zehnten befreit

Nicht nur der berühmte Moorsee, die Freiberge insgesamt sind ein attraktives Wanderziel vor allem dank ihrer harmonischen Kulturlandschaft. Als der Fürstbischof Imier von Ramstein zu Basel im Jahr 1384 in seinem Freibrief verkündete,  dass «Einwanderer und ihre Nachkommen auf ihrem selbst gerodeten Grund und Boden für alle Zeiten von Zins und Zehnten befreit seien», zogen junge Siedler aus dem Unterland in die Montagnes des Bois hinauf, wie die Freiberge damals hiessen, und rodeten die Waldgebiete. Die ersten Pioniere holzten vor allem die Laubbäume heraus, da deren vermodernde Blätter den Graswuchs behindern. Dagegen liessen sie einzelne Tannen als Schattenbäume stehen. So entstanden die charakteristischen Wytweiden, welche die reizvolle Parklandschaft der Freiberge ausmachen.

Was aber wäre die Kulturlandschaft der Freiberge ohne ihre typischen Häuser? Das traditionelle Jurahaus, wie wir es beispielsweise in Le Cernil oder Les Cerlatez finden, ist dem rauen Klima der Freiberge bestens angepasst. Unter dem grossen Satteldach vereinigt es Wohnung, Stall, Tenne und Vorratsräume. Dicke Aussenmauern aus Kalkbruchsteinen schützen vor Wind und Kälte. Auf dem wenig geneigten Dach bleibt der Schnee lange liegen und trägt ebenfalls zur Isolation des Hauses bei. Um im Winter möglichst viel Licht und Wärme einzufangen, sind auf der Südseite viele kleine Fenster angebracht, die dem Freiberger Haus ein freundliches Antlitz verleihen.

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Das Buch «Wanderungen im Jura» ist als Leserangebot zu einem Vorzugspreis erhältlich.

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