Artikel Natur :: Natürlich Online Schöner Überfluss | Natürlich

Schöner Überfluss

Kategorie: Garten
 Ausgabe 09 - 2012 - 01.09.2012

Text:  Remo Vetter

Während gewisse Gemüse gerne im Boden bleiben, wollen die sensibleren jetzt «ins Haus» – am Strauch wie die Tomaten oder einfach gut gebettet wie Zwiebel und Randen auf dem Holzgestell. Was es beim Ernten, Einmachen und Lagern zu beachten gilt.

Wer entsprechend plant, kann das Thema Weihnachtsgeschenke schon jetzt vermutlich an einem einzigen Tag erledigen. Zum Beispiel indem man einen Obstlikör ansetzt, Kräuterbonbons herstellt, Pasten, Pickles und Chutneys produziert. Zurzeit empfehlen sich dafür alle Pflaumenarten wie Zwetschgen, Pflaumen und Mirabellen. Etwas später, idealerweise nach dem ersten Frost, können Schlehen in der freien Natur geerntet werden. Während Gartenpflaumen roh oder als Kompott ausgezeichnet schmecken, haben Wildfrüchte wie Schlehen oder Holunderbeeren ein sehr intensives Aroma und sind somit ausgezeichnet für Gelees und Fruchtpasten geeignet. Vorsicht: Holunderbeeren, Schlehen und Brombeeren verderben schnell und müssen daher möglichst bald nach dem Sammeln und Ernten verarbeitet werden.

Vorräte aufbrauchen

Im Spätsommer ist der Platzbedarf in der Vorratskammer am grössten, insbesondere wenn man Früchte und Gemüse für den Winter einlagern will. Am Ende des Sommers sollten die Vorräte des letzten Jahres deshalb aufgebraucht sein – andernfalls wird es eng und vielleicht auch unübersichtlich in den Vorratsschränken. In milden Regionen bleiben Gemüse wie Karotten und Pastinaken am besten in der Erde und werden bei Bedarf geerntet. In Gegenden mit frostreichen Wintermonaten und in Höhenlagen muss die Ernte jedoch aus dem Boden genommen werden. Gartenfrüchte und Wurzelgemüse können auch – nötigenfalls – im Vorratskeller nachreifen. Erde, die noch an den Wurzeln haftet, sollte nicht entfernt werden, da Wurzelgemüse ungewaschen lagerfähiger ist.

Gartenarbeiten im September
Im September beginnt definitiv der Herbst; nur Bohnen, Zucchini, Tomaten, Paprika, Auberginen, Gurken und Mais bringen in diesem Monat noch Erträge. Kartoffeln werden ausgegraben, Lauch und erste Winterkürbisse sind reif, Äpfel, Birnen, späte Pflaumen, Zwetschgen und Herbsthimbeeren werden gepflückt.
• Gemüse
Auberginen werden gepflückt, wenn die Haut dunkel glänzt. Bei Mangold immer die äusseren Blätter ernten, bevor diese zu gross werden. Die letzten Zwiebeln ausgraben und an einem luftigen Ort trocknen. Ältere Artischockenpflanzen treiben noch einmal Köpfe. Chili, Paprika und Gemüsepaprika verfärben sich mit zunehmender Reife von Grün nach Rot. Randen fortlaufend ernten, bevor sie zu gross werden.
Die Haupternte der Kartoffeln steht an. Wenn das Kartoffelkraut welkt, die Stängel fünf Zentimeter über dem Boden abschneiden. Den nächsten trockenen Tag zum Ernten nutzen. Bei Trockenheit lassen sich die Kartoffeln leichter ausgraben und lagern. Vorsichtig ausgraben, damit die Knollen nicht beschädigt werden.
Stangenbohnen möglichst jung ernten. Gemüsefenchel ausgraben, Wurzeln und Laub abschneiden. Kohlrabi ernten und knapp unter der Knolle abschneiden. Spinat regelmässig ernten. Stangensellerie vor der Ernte reichlich giessen. Vor dem Essen in kaltes Wasser stellen, damit er schön knackig wird. Gurken regelmässig ernten, bevor sie zu gross und bitter werden. Jetzt noch Rucola, Spinat, Kresse säen.
• Obst
Jetzt die letzten frühen Äpfel und die ersten mittelfrühen und späten ernten. Die letzten frühen Birnen und die ersten späten Sorten sind reif. Späte Heidelbeersorten tragen noch Früchte. Späte Herbsthimbeeren tragen bis zum ersten Frost.

Lagern, gewusst wie

Zwiebeln, Kartoffeln, Randen und weisse Rüben sollten unbedingt frostfrei eingelagert werden. Gesunde einwandfreie Kürbisse lassen sich gut im Schuppen oder im Keller aufbewahren, damit man sie im Winter in aller Ruhe verarbeiten kann. Auch Randen halten sich viele Wochen, so dass sich später, wenn die leicht verderblichen Produkte bereits konserviert sind, Pickles oder Chutney daraus zubereiten lassen.

Pilze, reifes Obst wie zum Beispiel Pflaumen und Gemüse müssen so bald wie möglich nach der Ernte verarbeitet werden. Keine Eile besteht hingegen bei Nüssen und festen Rot- und Weisskohlköpfen, die sich wochenlang halten, wenn man sie in Netzen an einen kühlen, dunklen Platz aufhängt.

Bei der Ernte im Herbst wird häufig übersehen, dass auch viele Samen verwendbar sind. Diese sind gewöhnlich reich an Mineralien, pflanzlichen Ölen und anderen wichtigen Nährstoffen. Samen sind kleine Energiekraftwerke. Einige erfreuen sich heute wieder einer wachsenden Beliebtheit. Kürbiskerne, Leinsamen oder Sonnenblumenkerne bereichern nicht nur Müesli und Salate, sie bereichern auch den Brotteig.

Gerade grosse Früchte wie Kürbisse werfen Unmengen von Samen ab. Kürbissamen lassen sich ganz einfach aus dem Fruchtfleisch herauslösen, waschen und trocknen und mit etwas Öl und Salz im Ofen rösten.

Der Autor
Remo Vetter wurde 1956 in Basel geboren. 1982 stellte ihn der Heilpflanzenpionier Alfred Vogel ein. Seither ist Vetter im Gesundheitszentrum in Teufen (AR) tätig, wo er mithilfe seiner Familie den Schaukräutergarten von A. Vogel hegt.




Fotos: fotolia.com

Tags (Stichworte):

Kategorie: Garten

Lesen: Blockhäuser

Blockhäuser zählen zu den ältesten Bauweisen des Menschen.

Kategorie:

Kategorie: Natur

Mein Held, der Zermatterhorn

Ein Mann, ein Zelt und eine eisige Kälte: Auf der gemütlichen Ofenbank nehmen...