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Hilfe für Schniefnasen

Kategorie: Leben
 Ausgabe 11 - 2011 - 01.11.2011

Text:  Stella Cornelius-Koch

Wenn die Jüngsten unter Erkältungen oder grippalen Infekten leiden, müssen Eltern nicht gleich zur «chemischen Keule» greifen. Es gibt viele natürliche Alternativen, die mitunter sogar wirksamer sind.

Die medikamentöse Behandlung von Kindern – unabhängig davon, ob es sich um eine Erkältung oder andere gesundheitliche Beschwerden handelt – ein heikles Unterfangen, denn Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. So weist denn auch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) darauf hin, dass Kinder auf Medikamente anders reagieren als Erwachsene. Das gilt insbesondere für Säuglinge, die noch nicht sämtliche Enzyme ausgebildet haben und daher Arzneimittel in der Regel langsamer abbauen und ausscheiden. Dementsprechend kann es schnell zu Fehldosierungen kommen. Dazu kommt, dass die meisten Präparate nur an Erwachsenen getestet wurden und nicht für die Anwendung bei Kindern zugelassen sind.

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Honig gegen Husten

Kein Wunder, dass viele Eltern Angst vor möglichen Risiken und Nebenwirkungen haben und Beschwerden ihrer Kleinen lieber mit sanften Mitteln behandeln möchten. Tatsächlich sind Naturprodukte und Hausmittel mitunter sogar wirksamer als synthetische Präparate. Das zeigt auch eine Studie am Penn State College of Medicine in den USA. Danach kann Honig Husten wirksamer lindern und zu einem besseren Schlaf verhelfen als das hustenstillende Mittel Dextrometorphan.

Vermutlich beruhigt das klebrige und zähflüssige Bienenprodukt die gereizten Schleimhäute, wodurch der Hustenreiz abnimmt. Für den Therapieerfolg spielt jedoch die Honigsorte eine wichtige Rolle. So enthalten dunkle Honige, wie zum Beispiel Buchweizen- oder Kastanienhonig, besonders viele virenhemmende Antioxidanzien. Zu beachten ist jedoch, dass Honig für Säuglinge im ersten Lebensjahr nicht geeignet ist. So können etwaige Sporen von Bakterien (Clostridium botulinum) bei Babys zu Lähmungserscheinungen (Botulismus) führen.

Pflanzlich heisst nicht harmlos

Pflanzliche Mittel sind gerade in der Selbstmedikation von Kindern beliebt. Nach einer Umfrage der Universitäts-Kinderkliniken Leipzig und München greifen 85 Prozent der Eltern zu Kamille, Salbei und Co., wenn der Nachwuchs krank ist. Zwar sind pflanzliche Präparate meist gut verträglich. "Es gibt aber auch Ausnahmen", sagt Ursula Sellerberg von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände in Berlin. Die Apothekerin rät insbesondere zur Vorsicht mit ätherischen Ölen. So können Säuglinge und Kleinkinder auf Menthol oder Kampfer mit einem Stimmritzenkrampf und in der Folge Atemnot reagieren.

"Das ist auch der Grund, warum nicht alle Erkältungsbäder für die Kleinsten geeignet sind. "Inzwischen gibt es Bäder, die milder dosiert sind. Bei einigen Heilpflanzen besteht zudem ein gewisses Allergierisiko. So sollte etwa bei einer bestehenden Allergie gegen Korbblütler Kamille nicht eingesetzt werden. Nicht zuletzt können pflanzliche Säfte oder Tropfen Alkohol enthalten – bereits ab 0,5 Gramm Alkohol pro Einzeldosis besteht ein gesundheitliches Risiko für Kinder. Daher sollte man auch bei pflanzlichen Arzneimitteln immer einen Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker fragen, ob das Mittel für Kinder geeignet ist.

Spitzenreiter

Folgende naturheilkundliche Massnahmen helfen, Erkältungs- und Grippebeschwerden bei Kindern und Erwachsenen vorzubeugen oder zu lindern.
● Homöopathie: Belladonna hilft bei heissem Kopf, kalten Händen und Füssen, bei Fieber sowie Begleitsymptomen wie knallrotem Gesicht, glasigen Augen, Fieberträumen und wenig Durst. Weitere Anwendungsgebiete sind plötzliche Ohren- oder Halsschmerzen. Bei akuten Beschwerden empfiehlt sich die C12-Potenz mehrmals am Tag (je 2 bis 3 Globuli). Auch Schüssler-Salze können helfen, besser durch die verschiedenen Grippestadien zu kommen. Bei ersten Anzeichen wie rauem Hals, schweren Gliedern oder Augenringen ist Nr. 3 Ferrum phosphoricum D12 geeignet. Bei Fliessschnupfen hat sich Nr. 8 Natrium chloratum D6 bewährt.
● Wickel, Kompressen und Auflagen: Fieber (über 39 Grad) lässt sich gut mit Wadenwickeln senken. Zuerst Fieber messen und Badetuch unter den Waden im Bett ausbreiten. Zwei Geschirrhandtücher (Mullwindeln) im (Essig-)Wasser tränken, welches zwei Grad unter der Körpertemperatur des Kranken liegt, und auswringen. Locker zwischen Knien und Knöcheln anlegen (Gelenke freilassen, Socken anlassen) und Beine mit dem Badetuch bedecken. Sobald die Innentücher körperwarm sind (nach etwa 5 bis 10 Minuten), Vorgang wiederholen (insgesamt 3-mal). 1- bis 2-mal täglich anwenden. Bei Halsschmerzen mit Hitze wirkt ein kühler Halswickel lindernd. Innentuch in etwa 10 Zentimeter breite Streifen falten, in kühlem Wasser tränken, auswringen und um den Hals legen. Zwischen- und Aussentuch darüberlegen und mit Sicherheitsnadeln fixieren.
Bei Ohrenschmerzen haben sich Zwiebelsäckchen bewährt: Zwiebel schälen, in kleine Würfel schneiden und in ein Baumwolltuch wickeln. Päckchen zwischen zwei Wärmflaschen leicht erwärmen, auf den Ohrausgang und fingerbreit dahinter legen und mit einem Stirnband fixieren. 1- bis 2-mal täglich mindestens 20 Minuten anwenden.
● Bäder: Vor allem wenn das Kind es nicht selbst schafft, Fieber zu entwickeln, kann ein ansteigendes Bad sinnvoll sein. Dazu die Badewanne etwa zur Hälfte mit köperwarmem Wasser füllen. Nach dem Einsteigen langsam warmes Wasser nachlaufen lassen, bis eine Temperatur von 36 bis 38 Grad erreicht ist. Das Kind maximal 20 Minuten baden lassen und dann ins vorgewärmte Bett legen.

Buchtipps
• Ursula Uhlemayr: «Wickel und Co: Bärenstarke Hausmittel für Kinder», Urs Verlag 2011, Fr. 27.–
• Vreni Brumm, Madeleine Ducommun-Capponi: «Wickel und Kompressen», AT Verlag 2011, Fr. 35.90

Foto: fotolia.com, Roberto Verzo / flickr / cc

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