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Licht aus!

Kategorie: Leben
 Ausgabe 08 - 2011 - 01.08.2011

Text:  Regula Heinzelmann 

Strom und Rohstoffe sparen ist gar nicht so einfach, wie allgemein behauptet wird, denn das geht nur, wenn wir alle konsequent handeln. Zum Beispiel das Licht ausschalten oder Kleider so lange aufbewahren, bis sie wieder in Mode sind. Die Energiefachfrau Regula Heinzelmann hat deshalb für «natürlich» die Klassiker unter den Energiespartipps zusammengefasst.

Es ist schon fast eine Binsenwahrheit, aber: Allein der Stand-by-Betrieb von Geräten, wie Fernseher, Hi-Fi-Anlagen und Computer mit Zubehör, verschlingt laut Zahlen des Bundesamtes für Energie mindestens 11 Prozent des Stromverbrauchs der Privathaushalte, und fast drei Prozent des gesamten Stromverbrauchs.

 

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Viele Geräte verfügen über keinen echten Netzschalter, der sie komplett vom Stromnetz trennt. So verbrauchen sie auch vermeintlich ausgeschaltet weiterhin Strom für interne Bauteile. Am besten wählt man deshalb bei einem Neukauf Geräte, die bei Nichtbenützung automatisch ganz abgestellt werden. Die einfachste, am schnellsten umsetzbare und erst noch kostengünstigste Lösung sind Steckerleisten, bei denen man die Stromzufuhr für ganze Gerätekomplexe (zum Beispiel die Unterhaltungselektronik im Wohnzimmer) mit einem einzigen Schalter unterbrechen kann. Die Ausgaben dafür sind rasch amortisiert.

Geräte hegen und pflegen

Gerätehersteller empfehlen immer wieder, ältere Geräte durch neue auszutauschen mit der Begründung, dass die neuen weniger Energie brauchen. Ein grifíges Verkaufsargument ist, dass sich die Investition für ein energiesparendes Produkt schnell amortisiert und sich so mittelfristig Geld sparen lässt.

Bei ganzheitlicher Analyse kommen Fachleute auf andere Resultate. Produkteökologie ist die Lehre von der Wechselwirkung eines Produktes und der Umwelt. Eine Ökobilanz für ein Produkt beginnt bei der Gewinnung der Rohmaterialien und endet beim Recycling oder bei der Entsorgung. Zu berücksichtigen ist dabei der Aufwand für die Produktionsprozesse, die Transporte und das Recycling und nicht zuletzt der Materialverbrauch. Jedes neu produzierte technische Gerät enthält wertvolle Ressourcen, und zwar meistens in vermischter Form. Je höher die Vermischung von Materialien ist, umso schwieriger wird normalerweise das Recycling.

Wer ein Produkt möglichst lange verwendet, schont die Umwelt und die Ressourcen! Dabei ist darauf zu achten, dass langfristig Ersatzteile erhältlich sind und die Handwerker für allfällige Reparatur nicht weite Wege fahren müssen. Mit Vorteil erkundigt man sich beim Kauf, ob sich ein Gerät, speziell solche aus der Computer- und Unterhaltungssparte, später eventuell an neue Entwicklungen anpassen lässt.

Checkliste: die Sparklassiker
Jeder Haushalt in der Schweiz kann mit einfachen Mitteln bis zu einem Drittel Energie sparen. Aber: Das geht nicht von allein. Konsequentes und bewusstes Anwenden der Energiespartipps ist Voraussetzung.
Licht: weniger ist mehr
• Der Klassiker: Schalten Sie bei genügend Sonnenlicht und in nicht genutzten Räumen konsequent das Licht aus.
• Wenn Sie die Glühbirnen aufgebraucht haben oder Energiesparlampen ersetzen müssen, stellen Sie am besten auf das umweltfreundliche LED-Licht um. LEDLeuchten verbrauchen bis zu 40 Prozent weniger Energie als Energiesparlampen. Und: Die Produktion von Energiesparlampen braucht viel Energie und die Lampen enthalten umweltschädliche Stoffe wie Quecksilber.
Computer: Mattscheibe
• Schalten Sie die Geräte nur ein, wenn Sie diese brauchen – und nachher sofort wieder aus.
• Schalten Sie bei Arbeitspausen den Computer oder mindestens den Netzschalter des Bildschirms aus.
• Drucken Sie Texte und Mails nur aus, wenn Sie diese unbedingt auf Papier benötigen. Für Probedrucke eignet sich Papier, das bereits einseitig bedruckt ist.
• Laser-Drucker benötigen wesentlich mehr Energie als Tintenstrahlgeräte.
• Energiefressende Röhrenmonitore können Sie durch LED-Bildschirme (nicht LCD) ersetzen. Das ist auch für Fernseher die energieeffi zienteste Technik!
• Externe Festplatten brauchen Energie. Wenn diese nicht benötigt werden, sollten Sie sie von der USB-Schnittstelle trennen oder wenn sie ein Netzteil haben – einfach abschalten.

Mode kommt wieder

Und noch ein kleiner Energiespartipp für den Alltag: Kleider, Jacken und Mäntel muss man nicht immer bügeln. Wenn man sie mit einem feuchten Lappen abwischt und ein paar Stunden frei hängen lässt, sind bei modernen Geweben die Knitterspuren normalerweise weg.

Zusammen mit Herstellern von Sanitärprodukten und Fachverbänden hat das vom Bundesamt für Energie lancierte Efízienzsteigerungsprogramm Energie- Schweiz die Kriterien für die Energie-Etikette ausgearbeitet. Die mehrstufige Klassifizierung soll die Vergleichbarkeit von Produkten erleichtern. Die energie-Etikette löst das bestehende Energy-Label schrittweise ab.

Regional einkaufen spart Energie

Ein energiesparendes Produkt einzukaufen, bringt für die Ökobilanz allerdings nicht viel, wenn es von weit herkommt. Beispielsweise ist bei Autos aus Übersee der Energieverbrauch durch den Transport unverhältnismässig hoch. Sogar energieeffiziente Containerschiffe benötigen über 14 000 Liter Schweröl pro Stunde. Wenn es mit 7000 Autos beladen ist, verbraucht es bei 20 Tagen Reisedauer 960 Liter Schweröl pro Auto. Mit dieser Menge könnte das Auto mehr als 13 000 Kilometer weit fahren.

Fazit: Vom Energie- und Umweltstandpunkt aus gesehen lohnt es sich, auf die Herkunft eines Produktes zu achten, was allerdings nicht immer einfach ist. Bei
vielen Schweizer Produkten kommt beispielsweise die Verpackung aus dem Ausland – und das ist aus Gründen der Energie efízienz wiederum absurd.

Regula Heinzelmann
Die Autorin lebt in Zürich und Berlin. Die Juristin hat sich auf Management-, Umwelt- und Energiefragen spezialisiert. Zu diesen Themen hat sie mehrere Bücher veröffentlicht. Im August erscheint im Amalthea Signum Verlag Regula Heinzelmanns neues Buch «Die Ökotyrannen – Angstmacher und Besserwisser», das sich ohne ideologische Scheuklappen mit der aktuellen Umwelt- und Energiediskussion befasst.

Foto: fotolia.com, plainpicture, flickr / loop_oh / cc

 

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