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Kategorie: Leben
 Ausgabe 05 - 2010 - 01.05.2010

Text:  Anke Engelmann

Der Mai ist da – und Zeit für neue Kleider. Für den Schichtwechsel im Schrank ist Bio-Mode die erste Wahl. Sie ist chick, schont die Natur und unterstützt Menschen in der Dritten Welt.

Egal ob Bio-Mode oder Eco-Fashion – beides heisst, dass natürliche Rohstoffe wie Cotton, Seide, Wolle oder andere Naturmaterialien verwendet werden, dass bei Anbau und Weiterverarbeitung ökologische und soziale Standards gelten, der Transport klimaneutral erfolgt und die Preise fair für die Hersteller sind. Doch der Begriff Ecooder auch Green-Fashion meint mehr. Er will signalisieren: Vorbei ist die Zeit der Schlabberröcke und sackförmigen Schafwollpullover, die oft mit Bio-Mode assoziiert werden. Mode muss die Seele streicheln – Mode muss Spass machen.

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Bio-Weltmeister Schweiz

Dass sie das auch unter strengen Öko-Auflagen kann, liegt am Siegeszug der Bio- Baumwolle. Und Weltmeister im Konsum der Ökofaser sind die Schweizerinnen und Schweizer. Aus Bio-Baumwolle bestehen fünf Prozent aller Baumwolltextilien, die hierzulande verkauft werden, ein Grossteil davon wurde zudem fair gehandelt. Weltweit hingegen stammen nur 0,1 Prozent der jährlich produzierten 24 Millionen Tonnen Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA). Das weisse Gold kommt überwiegend aus China, Indien, Pakistan, Usbekistan und Burkina Faso. Den Weltmarkt bestimmt jedoch der Grossproduzent USA, der mit massiven Subventionen die Preise drückt. Für die ärmeren Textilländer bleibt deshalb oft nur, billig zu produzieren, und das inklusive massiver Öko-Vergehen, Kinderarbeit und dem Einsatz von Chemie und genveränderten Organismen.

Bio-Baumwolle bietet da eine Alternative: Obwohl aufwendiger und nicht so ertragreich wie der konventionelle Landbau, ist sie für Land und Leute gesünder und bringt höhere Einnahmen. Und der Markt wächst. Die Vorarbeit für den Ökoboom haben Pioniere wie Coop und das deutsche Naturmode-Versandhaus Hessnatur geleistet. Sie kurbelten den Bio-Anbau in den Textilländern an, leisten bis heute Entwicklungsarbeit, unterstützen Projekte und Kooperativen und haben sich damit einen festen Stamm von Herstellern herangezogen.

Bio-Mode für jedes Budget

Die Ersten in der Branche überhaupt waren Hessnatur. Seit 34 Jahren konfrontiert das Unternehmen, das auch einen Schweizer Ableger betreibt, die Modebranche mit den Themen Ökologie und gerechte Arbeitsbedingungen und lancierte 1991 das weltweit erste Projekt für Bio-Baumwolle. Inzwischen arbeitet Hessnatur eng mit der Entwicklungshilfeorganisation Helvetas zusammen und ist zudem Mitglied bei der Fair Wear Foundation, einer Initiative für soziale Arbeitsbedingungen in der Textilbranche.

In der Schweiz hat Coop der Bio-Mode den Weg geebnet, gemeinsam mit der Remei AG, einem Garn und Bekleidungsunternehmen. 1993 rief das Einzelhandelsunternehmen seine Biotextil-Marke Naturaline ins Leben und stützte sich dabei auf ein Förderprojekt im indischen Maikaal. Heute ist Coop nach eigenen Angaben der weltweit grösste Anbieter von fair hergestellten Textilien aus Bio-Baumwolle. 2001 zog mit Migros die Konkurrenz nach. Sie ist ebenfalls Partner von Helvetas und bekommt ihre Fasern aus einem eigenen Biobaumwoll-Projekt in Mali.

Auf die Etikette kommt es an

Doch ist wirklich immer Bio drin, wo Bio draufsteht? Käuferinnen und Käufer, die auf Nummer sicher gehen wollen, haben nur zwei Möglichkeiten: Entweder sie vertrauen dem guten Ruf ihres Anbieters oder einem unabhängigen Gütesiegel, bei dem Zertifizierungsorganisationen vor Ort die Einhaltung von international genormten Standards kontrollieren. Einige Firmen haben ihre Zulieferer zudem selbst auf Sozial- und Ökoprinzipien verpflichtet und eigene Symbole eingeführt.

Wichtig dabei ist, dass die gesamte Wertschöpfungskette nachvollziehbar sein muss und die Zahl der Hersteller überschaubar – diese Faustregel gilt auch für kleine Labels, die aus Kostengründen oft ohne Zertifizierung starten. In jedem Fall sollte man beim Kauf genau nachfragen und misstrauisch bleiben, solange das Biosiegel selbst nicht verwendet wird.

Illustrationen: fotolia.com

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