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Eine Frage der Balance

Kategorie: Leben
 Ausgabe_10/17 - 01.10.2017

Text:  MM

Bevor sie nach jahrelanger Abstinenz wieder aufs Velo oder E-Bike steigen, denken sie daran: Immer mehr erwachsene und sogar Kinder haben Probleme mit dem Gleichgewicht. Aber: Übung stärkt die Balancefähigkeit.

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Zu Beginn ein kleines Experiment: Nehmen Sie einen rund drei Meter langen Faden und legen Sie diesen gerade vor sich auf den Boden. Gehen Sie nun der Linie entlang. Problematisch? Dann geht es Ihnen wie vielen Erwachsenen. Aber auch immer mehr Kinder tun sich schwer mit einfachen motorischen Anforderungen wie rückwärtslaufen oder balancieren.

Hauptursache Bewegungsmangel. «Kein Wunder», sagt der Arzt und Körperhaltungsspezialist Dieter Breithecker. «Durch Bewegungsmangel ist unser Gleichgewichtssinn regelrecht verkümmert.» Häufig entstehe das Problem bereits im Kindesalter, wenn Kinder nicht genügend spielerisch toben, rennen, klettern und vor allem balancieren können – also in einem Alter, in dem sich die Gleichgewichtsfähigkeit entwickle. Nach Angaben des Experten weist bei der Einschulung fast die Hälfte der Kinder Gleichgewichtsprobleme auf, die bis ins Erwachsenenalter bestehen bleiben können.

Dabei ist ein guter Gleichgewichtssinn wichtig, um sich sicher im Alltag – etwa im Strassenverkehr – bewegen zu können. Zudem unterstützt er das Erlernen von vielen Freizeitaktivitäten wie Fahrrad- oder Skifahren. Im Alter sorgt er für Bewegungssicherheit und Mobilität und verringert so nachweislich das Sturzrisiko. Nicht zuletzt profitiert unser Gehirn davon: Eine gute Balancefähigkeit verbessert die Lernleistung in der Schule und verlangsamt im Alter Degenerationsprozesse des Gehirns.

Körperlich aktiv bleiben. Die gute Nachricht: Die Balancefähigkeit ist wie ein Muskel trainierbar. Die wichtigste Regel dabei ist: körperlich aktiv bleiben, um die für eine gute Balance notwendigen Nervenverbindungen aufrechtzuerhalten. Ausserdem sollte man auf die Körperhaltung achten und die Muskeln, besonders an Hüften, Knien und Fussgelenken, regelmässig trainieren. Damit schafft man eine gute Basis für den Gleichgewichtssinn. Dieter Breithecker rät: Stellen Sie sich immer wieder Herausforderungen, bei denen Sie in «Un-Gleichgewichts-Situationen» bestehen müssen:
Stehen Sie bei Zug- oder Busfahrten häufiger mal auf und versuchen Sie, die «unruhigen» Bewegungen der Fahrt im Stehen auszugleichen.
Schaffen Sie sich für zu Hause ein Minitrampolin oder luftgefülltes Balancekissen/Balancepad an, auf dem Sie täglich drei bis fünf Minuten üben.
Auch im Alltag können Sie Ihren Gleichgewichtssinn trainieren – etwa, indem Sie während des Zähneputzens oder beim Warten auf einem Bein stehen (evtl. dabei die Augen schliessen).
Treiben Sie regelmässig Sport, zum Beispiel Velo- oder Skifahren.
Laufen Sie wie früher in der Kindheit hin und wieder über einen liegenden Baumstamm oder ein (nicht allzu hohes) Mäuerchen. Es macht Spass.

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