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Blitzblank mit Achtsamkeit

Kategorie: Leben
 Ausgabe_03/2017 - 01.03.2017

Text:  Andreas Krebs

«Wer pflegt statt putzt, macht die lästige Notwendigkeit zur praktizierten Spiritualität», sagt Reinigungsfachfrau Linda Thomas, Gründerin des ersten biologischen Putzinstituts der Schweiz.

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Schlüssel zum Putzen sind Achtsamkeit, Rhythmus und Sinngebung, so Linda Thomas. «Wenn man liebevoll reinigt, beim Putzen einen Rhythmus findet und mit Bewusstsein, Liebe und Hingabe bei der Sache ist, dann wird aus dem Putzen ein Pflegen, das die eigene Entwicklung fördern kann.» Wenn wir pflegen, ist Thomas überzeugt, dann berühren wir nicht nur das Physische, sondern auch die Atmosphäre des Raumes. Wer das Putzen hingegen als banal verkenne, der verliere die Beziehung zu seiner eigenen Umgebung. Viele, so Thomas’Beobachtung, «kämpfen» mit einem «Putzarsenal» gegen den Schmutz. «Wieso die martialische Sprache? Man muss den Schmutz nicht bekämpfen, sondern verwandeln», sagt Thomas. Es sei etwas völlig anderes, wenn man statt mit Kraft und Krampf mit Gefühl und rhythmischen Bewegungen an die Arbeit gehe. «Probieren Sie es aus. Ihr Körper merkt den Unterschied sofort. Und auch die Atmosphäre im Raum wird ganz anders, positiver sein.»

Viele Putzmittel hat Thomas im Laufe der Jahrzehnte ausprobiert und ist zu der Erkenntnis gelangt: «Weniger ist mehr.» Für die normale Unterhaltsreinigung verwende sie nur noch drei Mittel: Reines Wasser für normale Verschmutzungen, Zitronensäure für Nassbereiche und Waschsoda bei starken Fettrückständen. Dazu kommen fein gemahlener Dolomitstein zum Scheuern, Glasschaber zur Entfernung von Hartnäckigem und Mikrofaser-Tücher. «Letztere nebelfeucht, nicht nass verwenden», betont Thomas.

Und wenn es mit der Motivation hapert? Dann sollte man die Einstellung ändern, rät Thomas und zitiert den Philosoph und Dichter Khalil Gibran: «Arbeit ist sichtbar gemachte Liebe.» Wem das nicht Motivation genug sei, der möge an das Resultat denken: Aufgeräumte Zimmer statt Chaos, frischer Frühlingsduft statt staubiger Heizungsmief, blitzblanke Fensterscheiben, die viel Licht ins Haus lassen – «das schenkt eine grosse Zufriedenheit angesichts der sich einstellenden Seelenruhe», ist Thomas überzeugt.

Buchtipps
• Linda Thomas, «Frühjahrsputz», Verlag am Goetheanum, 2014, Fr. 21.90
• Linda Thomas, «Putzen lieben?!», Verlag am Goetheanum, 2015, Fr. 38.90

Foto: istockphoto.com

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