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Kategorie: Leben
 Ausgabe_03/2017 - 01.03.2017

Text:  Anja Speitel

Alles strahlt: Handys, WLAN und Co. – Wir können nicht ohne, doch wie viel ist zu viel des Guten?

@ istockphoto.com, zvg

NIS: für und wider. Handys, Tabletts, PC, Schnurlostelefon, Energiesparlampen, Induktionsherd, Mikrowelle und, und, und – sie alle erzeugen nichtionisierende Strahlung (NIS), umgangssprachlich «Elektrosmog» genannt. Doch obwohl sich schon 2004 in einer repräsentativen Umfrage des Bundesamts für Umwelt (BAFU) 52 Prozent der Schweizer Bevölkerung, also über 4,3 Millionen Menschen, hinsichtlich gesundheitlicher Risiken durch Elektrosmog besorgt zeigten, möchte kaum einer auf solche Bequemlichkeiten verzichten.

Surtipps
Hier erhalten Sie weitere interessante Informationen zum Thema
Schweizerische Interessengemeinschaft Elektrosmog-Betroffener
Dachverband Elektrosmog Schweiz und Liechtenstein
Bürgerwelle Schweiz
Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz
Das Beratungstelefon ist am Mittwoch von 9:00 bis 11:00 besetzt, Tel. 052 620 28 27 Kontaktaufnahme auch per E-Mail möglich
Bundesamt für Umwelt zum Thema Elektrosmog
Deutsches Bundesamt für Strahlenschutz zum Thema Elektrosmog
SAR-Werte marktüblicher Handys
• Standortkarte der schweizweiten Sendeanlagen

Pandora – Stiftung für unabhängige Forschung

Mobilität und Surfen sind trumpf: 97 Prozent der Schweizer Bevölkerung ab 16 Jahren nutzen ein Handy – und die Datenvolumen, die wir dabei übermitteln, werden immer gigantischer. Um Big Data zu bewältigen, muss das Mobilfunknetz permanent ausgebaut werden. Ginge es nach der Industrie, müsste die Strahlungsbeschränkung der bislang mehr als 16 000 schweizweit verteilten Sendeanlagen gelockert und Tausende neuer Antennen müssten aufgestellt werden. Im Dezember 2016 schmetterte der Ständerat dieses Vorhaben gerade noch ab. Die Ratsmitglieder hatten Hunderte Zuschriften besorgter Bürger erhalten.

«Elektrosensibilität nimmt enorm zu».
Jürg Hess. Arzt für Allgemeinmedizin und diplomierter Heilpraktiker bei Paramed. Seine Behandlungsschwerpunkte sind die miasmatisch, prozessorientierte Homöopathie sowie die umfassende biografisch orientierte Abklärung von jeglichen Krankheiten.
Hess: «Natürlich sollte man NIS-Quellen so weit wie möglich meiden. Statt sich abends vor den Fernseher zu setzen, geht man besser im Wald oder an einem Gewässer spazieren. So kann sich der Körper etwas erholen, denn Natur und Sauerstoff fördern die Selbstheilung.»
Sie entgiften NIS-Sensible bei Paramed. Kann man das auch selber machen?
Hess: «Prinzipiell sollte man die körpereigene Entgiftung täglich unterstützen. Denn heute ist die Umwelt so belastet, dass man permanent Gifte aufnimmt. Allerdings muss man die Gifte nicht nur lösen, sondern auch ausleiten! Sonst kommt es zu gewaltigen, teilweise sehr schmerzhaften Reaktionen. Darum ist eine ärztliche Begleitung besser.»
Was unterstützt die Entgiftungszentralen unseres Körpers, also Leber und Niere?
Hess: «Löwenzahn, Artischocke, Bärlauch, Knoblauch und Koriander beispielsweise. Damit kräftig zu würzen, bringt schon etwas. Hoch dosiert gibt es sie auch als Tropfen in der Apotheke. Regelmässig schwitzen ist auch gut.»
www.paramed.ch

«Unbekannte Gesundheitsrisiken». Das BAFU stellt im Internet zahlreiche Informationen zum Thema Elektrosmog bereit. Ein Unterpunkt lautet «Unbekannte Gesundheitsrisiken»: Hier weist die Behörde sogar darauf hin, dass «verschiedene Studien Hinweise liefern auf biologische Effekte auch bei schwacher Strahlenbelastung unterhalb der international geltenden Grenzwerte. So kann schwache hochfrequente Strahlung Hirnströme verändern sowie die Durchblutung und den Stoffwechsel des Gehirns beeinflussen. Ob diese Wirkungen für die Gesundheit von Bedeutung sind, ist derzeit noch ungewiss». Auch von Auswirkungen wie Nervenreizungen, Muskelzuckungen, Erwärmung von Geweben und sogar von einem erhöhten Leukämierisiko bei Kindern ist dort die Rede.

Mittlerweile gibt es Tausende Studien, die einen Zusammenhang von Elektrosmog mit verschiedensten Auswirkungen auf die Gesundheit belegen. «Es finden sich immer mehr klare Hinweise, dass Mobilfunk ein Gesundheitsrisiko ist», sagt der Schweizer Verein der Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (AefU). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte Mobilfunkstrahlung 2011 als «möglicherweise krebserregend» hoch, da Studien ein erhöhtes Hirntumorrisiko bei intensiver Handynutzung zeigten. Dass auch von Sendeanlagen ein Strahlungsrisiko – trotz Grenzwerteinhaltung – ausgeht, belegen z.B. Untersuchungen der Uni Zürich: In der Nähe von Mobilfunkantennen häuft sich Kälberblindheit. Doch die Industrie wiederholt gebetsmühlenartig, die Technologie sei bei Einhaltung der Grenzwerte absolut harmlos – und verweist auf andere Studien.

Schutz vor Elektrosmog
Ein Grossteil der Elektrosmog-Belastung ist hausgemacht. Sie geht vor allem von Geräten aus, die nahe am Körper betrieben werden. Deshalb:
• Handy nicht am Körper tragen; Tablett und Laptop nicht auf Schoss benutzen
• mit Freisprecheinrichtung oder Kopfhörern telefonieren
• auf gute Verbindungsqualität achten
• strahlenarme Geräte wählen (niedriger SAR-Wert)
• Hintergrunddienste ausschalten
• so oft wie möglich Flugmodus wählen
• bei Nichtgebrauch ausschalten, vor allem nachts
• Kinder sollten das Handy nur im Notfall nutzen
• WLAN am besten ganz, zumindest aber bei Nichtgebrauch abstellen
• Piezo-Telefone strahlen am wenigsten; wenn es schnurlos sein soll, «Ecomode-Plus» wählen
• kabelgebundes Netzwerk für Telefonie, Internet, TV/Radio
• Radiowecker nur mit Batterie verwenden, evtl. Netzfreischalter im Schlafraum einbauen
• Strahlungsarmes Babyphone wählen und mindestens einen Meter entfernt vom Bett aufstellen
• nicht auf Induktion kochen.
Links: siehe www.natuerlich-online.ch

Immer mehr Elektrosensible. «Zwischen unabhängigen Forschern und der Industrie tobt ein Machtkampf auf Kosten der Gesundheit aller Menschen», meint Jürg Hess. Der Gründer und Chefarzt des komplementärmedizinischen Zentrums Paramed in Baar verzeichnet «eindeutig mehr Patienten, die sensibel auf NIS reagieren. Elektrosensibilität nimmt enorm zu!» Vor allem Menschen, deren Organismus bereits durch Faktoren wie Schwermetalle oder Aluminium belastet sei, treffe das neue Krankheitsbild. «Wer viel Metall im Körper hat, wird zur wandelnden Antenne», sagt Hess. «Zudem schwächen solche Gifte das Immunsystem. Der Körper kann dann schlechter mit Belastungen wie Elektrosmog umgehen.»

Bei der Behandlung elektrosensibler Menschen steht bei Paramed daher die Ausleitung belastender Gifte im Fokus. Hier bilden Chlorella-Algen die Basis. Daneben kommen Koriander, Bärlauch oder Omega-3 und weitere naturheilkundliche Entgiftungsmethoden wie Schröpfen oder eine Darmsanierung zur Anwendung. Wird so keine umfassende Besserung erzielt, ist die C4-Homöopathie eine weitere Möglichkeit. Allerdings greife all dies nur, wenn auch die Strahlungsbelastung deutlich reduziert werde, betont Hess. «Schaltet man die Quelle des Übels nicht aus, hat man von medizinischer Seite her keine Chance. Deshalb arbeiten wir mit einer Firma zusammen, die Elektrosmogabschirmungen vornimmt.»

Fotos: istockphoto.com, zvg

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