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Heilende Zeichen

Kategorie: Leben
 Ausgabe_11/2016 - 01.11.2016

Text:  Fabrice Müller

Wie die klassische Homöopathie arbeitet auch die Neue Homöopathie auf der Informationsebene. Jedoch nicht mit potenzierten Substanzen, sondern mit Zeichen und Symbolen.

@ Lina Hodel

1991 wurde am Similaungletscher eine zirka 7000 Jahre alte Mumie entdeckt, die als «Ötzi» Weltruhm erlangt hat. Ötzi hatte am Rücken sowie an den Beinen und Füssen Strichcodes und Kreuze tätowiert. Nur Schmuck? Wohl kaum, sind Rücken und Füsse doch wenig geeignet, um Tattoos zur Schau zu stellen. Doch welchen Zweck hatten sie dann, die Zeichen und Symbole auf Ötzis Haut?

Für den 1984 verstorbenen Wiener Entwickler der Neuen Homöopathie Erich Körbler war klar: Das ist die Geometrienmedizin unserer Urvölker. Körbers These wurde zehn Jahre später wissenschaftlich durch den Innsbrucker Radiodiagnostiker Dieter zur Nedden untermauert. Ötzis Zeichen dienten laut zur Nedden der Behandlung von Gelenk-, Meniskus-, Seitenbänder-, Sprunggelenkleiden und starken Schmerzen an der Wirbelsäule im Bereich der Lendenwirbel.

Intensive Forschungarbeit. Erich Körbler vereinte sein Wissen über den menschlichen Energiekörper mit der messtechnischen Methodik der Einhandrute. Er untersuchte unter anderem die Wirkung von Strichkombinationen auf lebendige Systeme, zuerst an Nahrungsmitteln, später auch am menschlichen Meridiansystem. Unterstützt wurde er bei seinen Forschungen durch den Akupunkturspezialisten Dr. Georg König, der in den 70er-Jahren die Akupunkturlehre an den österreichischen Medizinuniversitäten hoffähig gemacht hatte. Ausserdem begleiteten verschiedene Physiker die Forschungen von Körbler, darunter der Schweizer Naturarzt und Blutforscher Bruno Haefeli.

Transformierende Prozesse. Wie das Beispiel von Ötzi zeigt, ist die Idee, mithilfe von Zeichen und Symbolen zu heilen, nicht neu. Tattoos bei australischen Aborigines, Narbensetzungen in Schwarzafrika, Körperbemalungen bei den nordamerikanischen Indianern, Ohrkauterisationen (Ätzungen) in Südost-Asien – viele Urvölker erschufen sich eine Reihe einfacher Symbole wie Kreis, Kreuz, Punkt, Dreieck und Spiralen. Ähnliche Zeichen fand man beispielsweise auch bei den skythischen Mumien der sogenannten Pazyryk-Kultur (5.–3. Jh.v. Chr.) in der heutigen Mongolei, in Ägypten und bei den Huicholen in Mexiko.

Im Gegensatz zu den «zivilisierten» Kulturen verstehen auch heute noch viele Urvölker die Zeichen und Symbole der Natur als Sinnbilder für tiefere Bedeutungsinhalte, als Zugang zur Sprache der Seele. Aus diesem Bewusstsein heraus erreichen Symbole unbewusste und unterbewusste Regionen des Seins und können dort auch heilende und transformierende Prozesse in Gang setzen. Der Tiefenpsychologe Carl Gustav Jung (1875–1961) entdeckte und würdigte die Macht des Symbols wieder. Für ihn waren die Symbole, die sich den Menschen nicht nur über den Verstand, sondern vor allem über die Intuition erschliessen, eine «Offenbarung».

Mit dem Tensor zum passenden Symbol. Der ehemalige Präsident des Schweizerischen Verbandes für Natürliches Heilen (SVNH) Romuald Schaniel, heute Leiter der Schule Fontisana, setzt die Neue Homöopathie häufig in Kombination mit anderen Naturheildisziplinen ein. «Die Neue Homöopathie arbeitet stark auf der körperlichen Ebene über Akupunkturpunkte und Meridiane», erklärt er. «Gezielt angebrachte Zeichen stimulieren den Körper, lösen Blockaden und öffnen den Menschen für weiterführende Behandlungen – zum Beispiel auf der biochemischen Ebene.» Mithilfe der Einhandrute, auch Tensor genannt, fragt Schaniel beim Patienten ab, was für Störungen vorliegen und welche Zeichen es für die Behandlung braucht. Krank machende Informationen können laut Schaniel durch gezielte Impulse in Form bestimmter Symbole, geometrischer Zeichen und Farben korrigiert und in positive Impulse verwandelt werden, welche die Seele und auch den Körper heilen können. Die Neue Homöopathie geht davon aus, dass auf diese Weise jede Störung menschlicher Regelkreise ausgleichbar ist. Sprich: Jede Krankheit lässt sich mit Symbolen heilen.

Neben bis zu neunteiligen Strichcodes kommt zum Beispiel das aufrechte oder umgekehrte Ypsilon zum Einsatz, das dem Körper hilft, Antikörper gegen Viren und Bakterien aufzubauen bzw. ein Symptom abzuschwächen. Die Sinuskurve hilft unter anderem bei akuten Fällen wie Entzündungen oder Insektenstichen. «Das Sinuszeichen auf dem Insektenstich führt zu einer sehr schnellen Linderung von Schmerzen und Juckreiz», sagt Schaniel.

Die Zeichen wirken direkt durch die Haut. «Die Zeichen werden auf ausgewählten Körperstellen aufgemalt», erklärt Schaniel. «Das Symbol wirkt mit seiner Information direkt durch die Haut auf den Körper, vergleichbar mit der Sonneneinstrahlung, die den Körper über die Haut mit Vitamin D versorgt.» Der Naturheilpraktiker schätzt an der Neuen Homöopathie auch, dass sie anzeigt, ob eine Person beispielsweise stark mit elektromagnetischer oder anderer Strahlung belastet ist. Dann gibt er dem Patienten einen Zeichensatz mit nach Hause, der ihn auf der Informationsebene vor elektromagnetischer Strahlung oder Wasseradern schützen soll. «Durch den Einsatz kosmischer Symbole auf der Haut werden bei den behandelten Menschen für den Moment wichtige Lernprozesse in Gang gesetzt», sagt Schaniel. Dies könne Folgen auf physischer Ebene haben, aber auch zur Auflösung psychischer Veränderungen führen. «So bringen die Symbole oftmals erstarrte Lernerfahrungen, grobstoffliche Störungen, emotionale Negativmuster und blockierte Gedankenmuster wieder in Fluss.»

Wirksamkeit von Medikamenten testen.
Mit der Neuen Homöopathie lassen sich laut Erich Körbler auch Unverträglichkeiten testen, etwa von Lebensmitteln, Kosmetika, Allergenen oder elektromagnetischen Strahlen. Über den Einsatz von energetisch wirksamen Zeichen und Symbolen könne die individuelle Verträglichkeit gesteigert werden. Das macht sich Lily Dobler, diplomierte Lebens-Energie-Beraterin nach Körbler, zunutze. In ihrer Naturheilpraxis in Wädenswil testet sie mithilfe der Neuen Homöopathie häufig die Wirksamkeit von Medikamenten und Nahrungsmitteln für ihre Klienten. Daneben setzt sie auf ein ausführliches Aufnahmegespräch sowie die Analyse mithilfe der Astromedizin. «So erhalte ich ein ganzheitliches Bild meiner Klienten und erkenne auch die seelischen Ursachen der Körpersymptome», schildert Dobler.

Wieso eigentlich «Homöopathie»? Was hat die Neue Homöopathie mit der klassischen Homöopathie zu tun? «Nicht viel», sagt Beatrice Soldat vom Verband Homöopathie Schweiz (HVS). «Für uns ist es nicht nachvollziehbar, wieso diese Methode den Begriff Homöopathie verwendet. In der klassischen Homöopathie arbeiten wir mit potenzierten Substanzen, die gemäss Arzneimittelbild verschrieben werden.» Was jedoch beiden Disziplinen gemein ist: Sie arbeiten auf der Informationsebene am menschlichen Körper. Im Gegensatz zur klassischen Homöopathie ist die Neue Homöopathie in der Schweiz noch wenig bekannt. Das Verfahren ist von den Registrierstellen ASCA und EMR nicht anerkannt und kann daher auch nicht über die Krankenkassen abgerechnet werden. Die Idee, dass Zeichen Heilung auslösen, ist, trotz Ötzi, doch noch etwas gar ungewöhnlich.

Literatur
• Layena Bassols Rheinfelder: «Gesunde Entgiftung mit Zeichen. PraNeoHom® – Praxisorientierte Neue Homöopathie», 2015, PraNeoHom-Verlag, Fr. 28.90
• Petra Neumayer: «Medizin zum Aufmalen – Symbolwelten und Neue Homöopathie» 2013, Mankau Verlag, Fr. 17.90
«Die Sprache der Natur verstehen lernen – Das Lebenswerk Erich Körblers und seine Weiterführung. Eine Dokumentation», 2010, Ehlers Verlag, Fr. 52.–

Illustrationen: Lina Hodel

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