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Diäten im Überblick

Kategorie: Leben
 Ausgabe_01/02_2016 - 01.02.2016

Text:  Tertia Hager

So zuverlässig wie verlorene Kilos früher oder später meist wieder zurückkommen, so regelmässig tauchen neue Diätmethoden und Bücher auf. Ein kleiner Überblick über diskutierte, umstrittene und etablierte Diäten.

E-Balance
Die Methode soll eine nachhaltige Ernährungsumstellung bewirken und setzt auf eine kalorien- und fettreduzierte Mischkost. Das Diätziel definiert man selbst am Computer und verwaltet die täglich zugeführten Kalorien am Computer oder über eine App selbst. Sport und Bewegung wird wie bei Weight Watchers als Bonus gutgeschrieben. Das Bezahl-Programm versorgt einen mit Menüvorschlägen und eine Datenbank liefert viele Rezepte von anderen Mitgliedern.
• Vorteil: Man hat stets den Überblick über die zugeführten Kalorien. Die Rezepte sind zahlreich und problemlos auch der restlichen Familie aufzutischen. Man lernt, wo versteckte Kalorien lauern.
• Nachteil: Das Verwalten des täglichen Kalorienbedarfs am Computer ist zeitaufwendig, vor allem, wenn man von den vorgegebenen Menüplänen abweicht.

Metabolic Balance

Diese Diät setzt auf einen persönlichen Ernährungsplan und diesen kann man nicht im Internet oder einem Buch selbst zusammenstellen, sondern muss ihn bei einem Arzt oder Metabolic-Fachmann kaufen. Aufgrund einer Blutanalyse stellt er mit einem Computerprogramm den Ernährungsplan zusammen. Dort steht detailliert, welche Lebensmittel vom Gemüse bis zum Gewürz zu einem «passen».
• Vorteile: Grundsätzlich handelt es sich um eine kalorienreduzierte Mischkost mit einem erhöhten Eiweissanteil. Leute, die die komplizierte Methode testeten, sind in der Regel zufrieden mit dem Resultat.
• Nachteile: Das Programm kostet vergleichsweise viel und ist kompliziert. Anfänglich sind die Ernährungsvorschriften rigoros und kaum mit einem Familienalltag kompatibel.

Low-Fat-Diät
Der Name ist Programm: Es geht hier im Wesentlichen darum, weniger Fett zu essen. Eine Regel, die bei fast allen Diätmethoden zu beherzigen ist. Es gibt verschiedene Modelle dieser Diät, zum Beispiel nur noch Lebensmittel mit einem Anteil von weniger als 30 Prozent Fett zu essen.Teil der Diät ist der Konsum von fettreduzierten Lebensmitteln (Milch-Drink, 1/4-Käse, Hühner- statt Schweinefleisch etc.).
• Vorteile: Sattmacher wie Pasta, Kartoffeln und Brot sind erlaubt. Weniger Butter und Fett beim Kochen zu verwenden, ist grundsätzlich eine einfache Sache. Schärft das Bewusstsein für versteckte Fette in Würsten, Fertigprodukten und Gebäck.
• Nachteile: Wer zu fettreduzierten Light-Produkten greift, konsumiert zwar weniger Fett, jedoch meist mehr Zucker und Zusatzstoffe. Je nach Methode verliert man nur sehr langsam Gewicht.

Blutgruppen-Diät
Die Methode geht davon aus, dass die vier Blutgruppen-Typen unterschiedliche Nahrungsverwerter sind. Es geht um Eiweisse in Lebensmitteln, die je nach Blutgruppe im Organismus anders verarbeitet werden. Dies begründet der Erfinder der Methode mit der Evolution und der Tatsache, dass der Mensch einst vor allem als Jäger und Sammler unterwegs war und viel Fleisch ass.
• Vorteile: Ernährungswissenschaftler sehen ausser der Tatsache, dass sich jemand mit seinem Essverhalten beschäftigt, keine Vorteile dieser Methode. Im Gegenteil.
• Nachteile: Es fehlen wissenschaftliche Untersuchungen, die belegen, dass Menschen aufgrund ihrer Blutgruppe gewisse Lebensmittel anders verwerten. Längerfristig können die rigiden Vorschriften zu Mangelernährung führen.

Glyx-Diät
Die Methode orientiert sich am sogenannten glykämischen Index von Lebensmitteln (Glyx). Ist dieser gering, hat das einen günstigen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel; er steigt langsam. Nahrungsmittel mit einem hohen glykämischen Index hingegen lassen das Insulin rasch in die Höhe schiessen. Die Folge sind Heisshunger-Attacken. Es gilt deshalb Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Fleisch und Milchprodukte zu bevorzugen. Verarbeitete Getreideprodukte wie Teigwaren, weisser Reis oder Weissbrot sind hingegen tabu.
• Vorteile: Die Idee der Methode basiert auf einer längerfristigen Ernährungsumstellung. Auch das Thema Bewegung ist ein wichtiger Bestandteil.
• Nachteile: Der glykämische Index hängt mitunter auch von der Zubereitung und der Kombination der einzelnen Lebensmittel ab. Zudem kann es je nach persönlichen Vorlieben dazu kommen, dass der Fettanteil des Speiseplans zu hoch wird.

Trennkost
Ende der 1980er-Jahre war die Methode so populär, dass selbst Restaurants Trennkost-Menüs im Angebot hatten. Das Prinzip sieht vor, Eiweisse und Kohlenhydrate strikt zu trennen: Ade «Gschwellti» mit Käse, Lasagne und Braten mit Spätzli. Die Methode geht davon aus, dass eine falsche Ernährung den Körper übersäuert. Raffinierte Nahrungsmittel wie weisser Zucker, weisses Mehl sowie Milch gilt es zu meiden, Früchte, Gemüse und Vollkornprodukte sind zu bevorzugen.
• Vorteile: Menschen mit unterschiedlichen gesundheitlichen Beschwerden (Verdauungsprobleme, Blutdruckprobleme etc.) können über die Methode vielleicht die Umstände der Beschwerden besser erkennen.
• Nachteile: Nach dem heutigen Stand der Forschung ist es widerlegt, dass Eiweisse und Kohlenhydrate nur getrennt voneinander richtig verdaut werden können und die Methode einen günstigeren Einfluss auf die Gewichtsreduktion hat.

Weight Watchers
Punkte zählen und mit sich mit anderen Abnehmwilligen an einer wöchentlichen Sitzung austauschen. Das Weight-Watchers-Prinzip ist seit den 1970er-Jahren eine der beliebtesten und erfolgreichsten Diäten. Es ist ein Bezahl-Programm, das persönliche Vorlieben berücksichtigt und einem Freiheiten lässt. Man hat so und so viele Punkte zum Verbrauchen und kann sich diese selbst einteilen, durch Sport und Bewegung gibt es Bonuspunkte. Längst sind unzählige Weight-Watchers-Produkte zu kaufen, so kann man sich auch auf der Arbeit einfach verköstigen.
• Vorteile: Man verliert zuverlässig Kilos und ist durch die Gruppentreffen zusätzlich motiviert. Auch Restaurantbesuche sind ohne grosse Umstände mit der Diät vereinbar.
• Nachteil: Da man selbst bestimmen kann, wie man seine «Essenspunkte«passen» aufteilt, kann es sein, dass man sich zu einseitig ernährt und durch die Wahl der Lebensmittel eine Unterversorgung mit gewissen Mineralstoffen und Vitaminen stattfinden könnte. Erbsen (kann man) essen, Punkte (kann man) zählen.

Illustrationen: Lina Hodel

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