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Hallo Käfer

Kategorie: Leben
 Ausgabe_06_2015 - 01.06.2015

Text:  Remo Vetter

Der Juni ist für Remo Vetter der Gartenmonat der kleinen Dinge und Helfer: Nachsaaten werden gemacht. Der Rasen regelmässig gespritzt. Und die Marienkäfer zur Schädlingsbekämpfung mit Freude begrüsst.

Der Juni ist für mich der Monat, in dem die Gartenarbeit am meisten Spass und Freude macht, abgesehen von den späteren Erntemonaten. Es ist bei uns auf rund 900 Metern über Meer noch nicht so richtig heiss wie in den folgenden Juli- und August-Wochen, aber auch nicht mehr kalt und verregnet wie im April oder Mai. Die Gartenarbeit ist jetzt angenehm, denn die groben Tätigkeiten wie Beete anlegen, jäten und kompostieren sind abgeschlossen. Der Garten trägt die ersten Früchte, die alten englischen Duftrosen blühen in voller Pracht und verströmen einen betörenden Duft. Da im Juni die Tage lang sind, verbringen wir viel Zeit draussen und haben oft Freunde und Besucher im Garten. Nichtsdestotrotz gibt es immer noch einiges zu tun, wenn wir im Herbst einen schönen und reichtragenden Garten haben möchten.

Frühmorgens giessen

Zu einer wichtigen Aufgabe an warmen Frühsommertagen gehört das Bewässern der Pflanzen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass man immer frühmorgens giessen sollte, denn am Mittag verdunstet das Wasser sehr schnell und es kann zu Verbrennungen auf den Blättern führen. Jungpflanzen müssen häufiger gegossen werden, da sie noch nicht so stark sind und wachsen müssen. Zudem haben wir die Erfahrung gemacht, dass wir weniger Schnecken haben, wenn wir am Morgen wässern. Die Pflanzen haben so den Tag über Gelegenheit abzutrocknen. Wer am Abend wässert, läuft Gefahr, dass sich die Schnecken nachts über die nassen Pflanzen hermachen.

Das regelmässige Bewässern des Rasens ist nicht zu vergessen, damit er nicht gelb wird. Wer einen Rasensprenger hat, sollte ihn zweimal in der Woche je eine halbe Stunde betätigen. Im Gemüsegarten benötigen Kürbisse, Gurken, Zucchini und Tomaten relativ viel Wasser. Bei Tomaten muss man darauf achten, dass man nur den Boden und nicht die Pflanze giesst und nach regnerischen Tagen ist die Lockerung der Erde besonders wichtig, damit der Boden wieder atmen kann und das Unkraut nicht keimt und treibt. Besitzer eines Teiches müssen zu dieser Jahreszeit besonders darauf achten, dass der Teich regelmässig mit Wasser aufgefüllt wird, da das Wasser nach einer längeren Trockenphase verdunsten kann und die Bewohner eingehen würden.

Gartenarbeiten im Juni
• Allgemeines
Je nachdem, wann Sie die Tomaten in den Garten gepflanzt haben, sollten Sie diese nun düngen. Wir versorgen Sie täglich mit Brennnessel und Beinwell-Auszügen. Die Tomaten müssen auch laufend kontrolliert und ausgegeizt werden. Kräuter wie Oregano oder Thymian ernten wir vor der Blüte. Gurken bedanken sich für regelmässiges Giessen mit einer besseren Ernte und werden nicht bitter.
Verblühte Blüten zum Beispiel von Rhododendren entfernen, um die Samenbildung zu vermeiden, die den Pflanzen unnötig Kraft rauben würde. Ende Juni zum besseren Wachstum nachdüngen. Im Juni findet die Wurzelbildung der Wurzelpetersilie statt, daher ist regelmässiges Giessen besonders wichtig.
• Aussaaten
Wenn nicht schon ausgesät, ist im Juni die letzte Möglichkeit, Rüebli auszusäen (Sommersorten). Wir säen in die Rüeblireihen Dill oder Radieschen mit ein. Da Dill und Radieschen schneller keimen als die Rüebli, kann man die Pflanzreihen besser erkennen und Unkraut einfacher entfernen. Folgesaaten von Kräutern sind empfehlenswert, damit man die ganze Saison frische Beilagen zu Salaten, Suppen und den Gerichten hat. Folgesaaten von Rettich. Nachsaat von Buschbohnen. Auch bei Radieschen sollte die Nachsaat nicht vergessen werden. Spätsommersalat: Endivie wird ab Mitte Juni direkt ins Beet gesät und auch Radicchio und Zuckerhut kann ab derselben Zeit ausgesät werden. Blatt- und Stielmangold können immer noch gesät werden. Bis Mitte Juni kann man auch Randen aussäen. Die Ernte dieser Aussaat eignet sich besonders gut zum Einlagern für den Winter. Für die Winterernte vorgesehener Weisskohl und auch Blumenkohl wird im Juni gesät. Ab Juni kann man auch Chinakohl direkt ins Freiland säen. Aussaat von Rasen beziehungsweise Nachsaat nach dem Schneiden, wenn der Rasen nicht dicht gewachsen ist.

Vögel schützen

Im Mai und vor allem auch jetzt im Juni treten oft Blattläuse an den Pflanzen auf. Damit diese nicht überhandnehmen, gilt es Nützlinge wie Florfliegen, Marienkäfer, Schwebfliegen und Gallmücken anzusiedeln. Im Juni können einige Pflanzen wie beispielsweise Salat, Radieschen, Kräuter, Spinat, Rucola und Rettich geerntet werden. Es besteht auch die letzte Möglichkeit, Spargel und Rhabarber zu ernten, denn ab dem 24. Juni, dem Johannistag, sollten diese Pflanzen ruhen, um neu zu erstarken und Wurzelmasse zu bilden. Sie bilden jetzt neue Triebe und Blätter, die der Pflanze neue Kraft verleihen. Kalendarisch ist der Juni der beste Monat, um Hecken in Form zu schneiden. Dabei ist es wichtig zu beachten, dass die Hecken vorher auf nistende Vögel hin kontrolliert werden müssen. Sind Vogelnester zu sehen, sollte auf das Schneiden verzichtet werden.

Remo Vetter
wurde 1956 in Basel geboren. 1982 stellte ihn der Heilpflanzenpionier Alfred Vogel ein. Seither ist Vetter im Gesundheitszentrum in Teufen (AR) tätig, wo er mithilfe seiner Familie den Schaukräutergarten von A. Vogel hegt.


Fotos: istockphoto.com

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