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Kategorie: Leben
 Ausgabe_04_2015 - 01.04.2015

Text:  Marion Kaden

Wie bereitet man sich richtig auf die Ferien vor? Was gehört in eine Reiseapotheke? Und welche homöopathischen Mittel sind hilfreich? Ein Ratgeber für alle Reiselustigen.

Reisen, naturheilkundlich betrachtet, tut nicht nur der Seele, dem Körper, sondern auch dem Geist gut. Denn Reisen, ob aktiv oder eher ruhig, setzen die unterschiedlichsten Reize: Der Mensch muss sich mit Neuem, Unbekanntem auseinandersetzen, was ganzheitliche Impulse bringt (Hormesis), die erwiesenermassen nachhaltige Wirkungen auch nach den Ferien zeigen.

Egal ob Erholungs-, Abenteuer-, Bade- oder Sporturlaub in Fern- oder Nahzielen – dem Körper werden Umstellungen abverlangt. Auf klimatische und kulinarische Veränderungen reagiert oft der Darm. Denn die Darmflora, bestehend aus Milliarden von Bakterien, wird durch ungewohnte Nahrung in ihrer bisherigen Zusammensetzung verändert – insbesondere in den Tropen. Die Auseinandersetzung mit dem Neuen kann bis zu vier Tagen dauern und sich in Blähungen, Unwohlsein und Durchfall äussern.

Damit in den heissen Regionen der Welt die häufig vorkommenden Reisedurchfälle nicht den ganzen Urlaub einnehmen, gilt die Regel: Schäle, koche und brate das Essen, oder esse es lieber nicht. Wasser zum Zähne- putzen und Trinken muss immer abgekocht oder aus gekauften (vorher verschlossenen) PET-Flaschen verwendet werden (keine Getränke mit Eiswürfeln). Bei länger anhaltendem Durchfall mit Fieber sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Entspannen schon vor den Ferien. Je entspannter die Reisevorbereitungen und der Beginn der Reise selbst, desto besser. So kann sich der Körper am besten auf die jeweilige Urlaubssituation einstellen. Wer völlig abgehetzt ins Flugzeug, Auto oder Schiff steigt, wird länger brauchen, um sich anzuklimatisieren. Ein Jetlag kann zusätzliche Erschöpfung bewirken, denn die innere Uhr muss sich erst auf die Zeit der neuen Umgebung einstellen. Hier hilft am besten, sich dem Tagesrhythmus des Zielortes anzupassen. Und: Wer auf die eigenen Körpersignale hört, ist immer gut beraten. Bei Schlappheit oder Müdigkeit in den ersten Tagen hilft das altbewährte Mittagsschläfchen (zur richtigen Ortszeit). Umsicht, das Einschalten des gesunden Menschenverstandes und ein bisschen Freundlichkeit mit sich selbst können den Urlaub tatsächlich erholsam werden lassen.

Homöopathische Reiseapotheke
Darauf ist zu achten
• Die Homöopathie ist eine sehr individuelle Therapie. Die Menge und Häufigkeit der Einnahme eines homöopathischen Arzneimittels hängt dabei von vielen verschiedenen Faktoren wie der Reaktionsfähigkeit des Organismus und der Potenz des Mittels ab. Ausschlaggebend ist die individuelle Dosierungsempfehlung des Arztes. Liegt keine Empfehlung vor, gelten grundsätzlich die Angaben der Packungsbeilage. Falls diese nicht zur Verfügung steht, hält man sich an folgende Dosierungen:
Erwachsene
• Tiefe Potenzen (bis D10 bzw. C10): Bei akuten Beschwerden stündlich 5 Tropfen, 5 Globuli (Streukügelchen) oder 1 Tablette bis zum Eintritt einer Besserung, jedoch höchstens sechsmal täglich. Danach dreimal täglich 5 Tropfen, 5 Globuli oder 1 Tablette. Bei chronischen Erkrankungen ein bis dreimal täglich 5 Tropfen, 5 Globuli oder 1 Tablette.
• Mittlere Potenzen (ab D12 bzw. C12): Ein- bis zweimal täglich 5 Tropfen, 5 Globuli oder 1 Tablette.
Kinder
• Säuglinge im 1. Lebensjahr erhalten ein Drittel der Erwachsenendosis. Kleinkinder bis zum 6. Lebensjahr erhalten die Hälfte der Erwachsenendosis.
• Kinder zwischen dem 6. und 12. Lebensjahr erhalten zwei Drittel der Erwachsenendosis.
Tipp
• Für Säuglinge und Kleinkinder sind Globuli am besten geeignet. Wenn Tabletten verabreicht werden, sollten diese vorher in Wasser aufgelöst werden.
• Tabletten und Globuli (Streukügelchen) sollte man langsam im Mund zergehen lassen und Tropfen vor dem Schlucken einige Zeit im Mund behalten.
Was nehme ich bei
• Reisekrankheit/Magen-Darmproblemen
NUX VOMICA D6: Reisekrankheit im Flugzeug.
COCCULUS D6: Bewegungskrankheit bei Reisen mit dem Schiff, im Flugzeug und im Zug: Schwindel, Übelkeit und Erbrechen im Schwall.
TABACUM D12: Seekrankheit, starke Übelkeit, Schwäche, Blässe, Eiseskälte, kalter Schweiss, Herzklopfen, Schwindel, Verschlechterung durch jede Form der Bewegung, beim Öffnen der Augen. Besserung durch Öffnen der Kleider, durch frische Luft und beim Liegen.
ARGENTUM NITRICUM D12: Erwartungsspannung, Aufregung, Reisefieber.
OKOUBAKA D3: Magen- und Darmerkrankungen und zur Entgiftung. Sonnenbrand
BELLADONNA D6: Trockene oder dampfende, rote, heisse Haut, fröstelt jedoch und verlangt nach Wärme.
CANTHARIS D6: Bildung von Bläschen, stark brennende Schmerzen. Insektenstiche
APIS MELLIFICA D6: Insektenstiche, Halsentzündung. Starke Schwellung und Rötung der Haut mit heftig brennendem, stechendem Schmerz. Plötzlich angeschwollener, schwach geröteter Rachen, dabei heftig brennende und stechende Schluckbeschwerden. Sportverletzungen
ARNICA D6: Blutungen und Blutergüsse, Prellungen, Quetschungen, Zerrungen. Verletzte Stelle schmerzt wie wund und zerschlagen.
CALENDULA D6: Aufgescheuerte Haut durch Kleidung, die beim Wandern reibt, fördert rasche Abheilung.
RUTA D6: Verletzungen, Prellungen, Quetschungen, Zerrungen und rheumatoide Schmerzen mit Steifheitsgefühl.
RHUS TOXICODENDRON D12: Reissender Schmerz zwischen den Schultern mit Steifheit im Nacken und Rücken; müde und abgespannt, aber dennoch unruhig; Folgen von Verrenkung; Schwitzen, Kälte und Nässe.

Achtung Infektionsgefahr.
Zwei Milliarden Menschen fliegen alljährlich zu ihren Urlaubszielen. In den Menschenmassen am Flughafen und im (engen) Flugzeug besteht erhöhte Infektionsgefahr. Vorbeugend kann die körpereigene Immunabwehr gestärkt werden. Zum Beispiel mit Echinacea-Präparaten, damit sollte mindestens zwei bis vier Wochen vor der Abreise begonnen werden. Weitere Belastungen bei Flügen kommen durch Lufttrockenheit, Sauerstoffoder Druckabfall hinzu. Flugreisende können durch ausreichendes Trinken und Kauen von Kaugummis die eigene Speichelsekretion anregen (Speichel enthält antimikrobielle Wirkstoffe, die die Infektionsgefahr verringern). Das Lutschen süsser Heilpflanzen-Pastillen kann Hustenreiz bei trockener Luft verringern. Zudem erleichtern diese Aktivitäten des Mundes den Luftdruckausgleich zwischen dem luftgefüllten Mittelohr und dem Rachen (beim Starten oder Landen drückt oder dehnt sich die Luft im Mittelohr aus. Es kommt zu Schmerzen durch den Druck aufs Trommelfell). Wer schon erkältet ist, kann sich mit Nasensprays oder Nasensalben helfen (Abschwellen der Nasenschleimhäute). Babys werden bei Start und Landung gestillt, bekommen einen Schnuller oder die Flasche, damit beim Starten und Landen Ohrenschmerzen ausbleiben. Bei Kleinkindern helfen ebenfalls Heilpflanzen-Pastillen oder Obst, die sie kauend beschäftigen. Erhöhte Thrombose-Gefahr kann bei Menschen bestehen, die Hormone einnehmen (Pille), an Krebs erkrankt sind, Übergewicht haben oder zu Blutgerinnseln neigen: Hier sollte vor Reiseantritt ein Arzt befragt werden. Bei Langzeitflügen gilt generell: Das Sitzen immer wieder unterbrechen, Dehnübungen machen, reichlich trinken. Bei Venenleiden helfen gut angepasste Kompressionsstrümpfe.

Foto: istockphoto.com, mauritius-images.com

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