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Verwirrende Signale

Kategorie: Leben
 Ausgabe_08_2013 - 01.08.2013

Text:  Tertia Hager

Keine Modeerscheinung, die sich nicht wissenschaftlich erforschen liesse: Ein Psychologe widmete sich dem Thema Tätowierungen an weiblichen Rücken.

Der Franzose Nicolas Guéguen wollte wissen, was es mit den im Volksmund «Arschgeweih» genannten Tätowierungen an Frauenrücken genau auf sich hat. Vor rund zehn Jahren war es beim weiblichen Geschlecht gross in Mode, sich auf dem Kreuz eine meist geschwungene Tätowierung, die in ihrer Form häufig an ein Geweih erinnert, machen zu lassen.

Im Sommer mit tief sitzender Jeans, im Fitnessstudio oder natürlich in der Badi sind diese Tattoos fraglos ein Hingucker. Aber sind sie auch sexy? Oder doch eher ordinär? Und vor allem: Was bewirkt dieser Körperschmuck? Der Psychologe wollte es genau wissen und zog mit vermeintlich tätowierten jungen, attraktiven Frauen ins Feld respektive an verschiedene Strände, wie alltagsforschung.de schreibt. Dort platzierten sich die Frauen bäuchlings und präsentierten ihr aufgemaltes Tattoo in Form eines Schmetterlings – und harrten, wie Guéguens aufmerksamer Helfer, der Dinge, die da kommen mögen. Insgesamt beobachtet der Voyeur im Dienste der Wissenschaft so 220 Situationen. Bei der einen Hälfte davon trugen die Frauen ein Tattoo, bei der anderen nicht. Das Resultat: Die Frauen ohne Tattoo wurden nur in zehn Prozent aller Fälle von Männern angesprochen. Die Frauen mit Tätowierung hingegen in rund einem Viertel. Ebenso dauerte es bei den tätowierten Frauen grundsätzlich weniger lang, bis sie die Männer Kontakt suchten.

Zur Ergänzung dieses Versuchs interviewte der Forscher zusätzlich 440 Männer an den besuchten Stränden und befragte sie zu Frauen. Es bestätigte sich, dass die Männer Frauen mit einer Tätowierung lieber zu einem Date treffen wollten. Pikant: Sie vermuteten auch, dass es bei diesen Frauen wesentlich wahrscheinlicher sei, dass es gleich beim ersten Rendezvous zu Sex käme. Attraktiver fanden sie diese Frauen gegenüber den nicht tätowierten aber nicht.

Was die Frauen zu dieser männlichen Fehleinschätzung in Sachen Abenteuerbereitschaft meinten, bleibt offen. Die Evolutionspsychologie geht jedoch davon aus, dass Frauen sich mit Schmuck, Kleidung und Schminke durchaus für die Männer attraktiver machen. Mit dem Unterschied, dass es dabei lediglich darum geht, eine grössere Auswahl an möglichen Partnern zu bekommen. Ach, ewige Missverständnisse der Geschlechter.

Foto: fotolia.com

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