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Neue Medien: Tablet beliebter als Buch

Kategorie: Leben
 Ausgabe_04_2013 - 01.04.2013

Text:  Tertia Hager

Während im englischsprachigen Raum E-Books gut verkauft werden, tun sich Schweizer und Deutsche schwer mit dem Lesen an einem Bildschirm.

Das Lesen auf einem Tablet-PC oder mit einem E-Book-Reader sei mühsamer als auf Papier, heisst es. Ist das tatsächlich so oder kommt hier vielleicht nicht einfach eine subjektive Abneigung gegenüber der Technik zum Tragen? Forscher der Universität Mainz wollten es genau wissen: Sie testeten das Leseverhalten von 35 21- bis 34-Jährigen und von 21 60- bis 70-Jährigen. In verschiedenen Runden mussten die Teilnehmer die gleichen Texte entweder auf Papier, auf einem E-Book-Reader oder auf einem Tablet-PC lesen. Dargestellt waren die Text immer in der gleichen Schriftgrösse und -art. Nach dem Lesen wurden die Probanden nach ihrem subjektiven Empfinden befragt.

Das gedruckte Wort schnitt sowohl bei der jungen als auch bei der alten Gruppe in der Gesamtbeurteilung am besten ab. Während das Papier in Bezug auf die Leserbarkeit bei den Jüngeren deutlich vor Tablet und E-Reader lag, bevorzugten die Älteren den Tablet-PC mit einem hauchdünnen Vorsprung gegenüber dem Papier. Interessant: Die Auswertungen der Hirnströme und Augenbewegungen stimmten nicht mit persönlichen Eindrücken überein. So machte es bei den Jüngeren nämlich überhaupt keinen Unterschied, welches Medium sie lasen – Hirnaktivität und Lesegeschwindigkeit waren bei allen Dreien praktisch gleich. Bei den älteren Teilnehmern bestätigte sich aber, dass die Lesbarkeit beim Tablet am besten war. Die Forscher führen diesen Umstand auf die Hintergrundbeleuchtung des Geräts zurück. Diese erhöhe den Kontrast zwischen Buchstabe und «Papier», wie wissenschaft-aktuell.de schreibt. Man wisse, dass im Alter die Fähigkeit geringe Kontraste aufzulösen, nachlasse.

Ob sich dieser «Tablet-Effekt» bei der älteren Generation auch bei längeren Texten zeigt, müsste aber noch geklärt werden. Wäre dem so, müsste die Skepsis gegenüber der Technik vielleicht als vorübergehendes Phänomen einer sich wandelnden Mediennutzung betrachtet werden, schliessen die Forscher.

Foto: fotolia.com

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