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Ehrliche Haut

Kategorie: Leben
 Ausgabe 12 - 2012 - 01.12.2012

Text:  Tertia Hager

Testosteron werden vor allem typisch männliche und teilweise negative Attribute zugeschrieben. Wissenschaftler bemühen sich jedoch, das Macho-Hormon als Fairness-Hormon zu rehabilitieren.

Das Sexualhormon «Testosteron» steht nicht nur für typisch männliche Attribute wie Muskeln und starker Haarwuchs, mitunter soll es auch für aggressives und protziges Verhalten verantwortlich sein. Doch Forscher und Wissenschaftler – ob es mehrheitlich Männer sind, entzieht sich unserer Kenntnis – legen sich mächtig ins Zeug, um das Image des vermeintlichen Macho-Hormons zu verbessern. So hat eine Studie der Universitäten Zürich, Freiburg und Royal Holloway (London) festgestellt, dass eine einmalige Gabe von Testosteron bei Frauen zu mehr Fairness führte. Gleiches haben auch deutsche Wissenschaftler der Universität Bonn beobachtet: In einem Experiment mit rund 90 Männern bekam die Hälfte der Gruppe ein Gel auf die Haut, das Testosteron enthielt. Die anderen ein Placebo. Nach einem Tag kehrten die Teilnehmer ins Labor zurück und mussten in Einzelkabinen würfeln. Je höher die gewürfelte Augenzahl, desto mehr Geld gab es zu gewinnen. Da sie in der Kabine unbeobachtet waren, war die Versuchung zu schummeln gross. Doch die Statistik entlarvte die Lügner: Denn die Wahrscheinlichkeit die Augen von eins bis sechs zu würfeln, ist stets gleich hoch. Ausreisser nach oben bei der Punktzahl sind demnach ein Beweis, dass gemogelt wurde.

Die Forscher stellten bei der abschliessenden Auswertung fest, dass die jungen Männer mit den höheren Testosteronwerten deutlich seltener logen, wie «alltagsforschung.de» schreibt. Sie gaben beispielsweise an, in knapp 35 Prozent der Fälle eine Fünf gewürfelt zu haben. Die andere Gruppe ohne Testosteron-«Schub» hingegen gab an, in 62 Prozent der Fälle eine Fünf gewürfelt zu haben. Statistisch ist das jedoch sehr unwahrscheinlich. Die Wissenschaftler aus Bonn vermuten, dass das Hormon den Stolz steigert und damit ein positives Selbstbild einhergeht. Ein paar Euro als Anreiz würden nicht ausreichen, dieses gute Gefühl aufs Spiel zu setzen. Mehr zum Thema Männer unter www.maennerzeitung.ch

Foto: fotolia.com

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