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Schau mir in die Augen

Kategorie: Leben
 Ausgabe 06 - 2012 - 01.06.2012

Text:  Tertia Hager

Angst, Freude, Erstaunen, Wut und Trauer: Drückt der Mensch über seine Mimik ein Gefühl aus, glauben wir dies auch ohne Worte zu verstehen – unabhängig davon, wo auf der Welt man sich gerade befindet.

Nun hat ein internationales Forscherteam jedoch bestätigt, was frühere Studien andeuteten: Mimik ist nicht uneingeschränkt angeboren, sie ist auch kulturspezifisch. Als nonverbale Kommunikationsform ist die Gesichtssprache also nur von beschränktem Nutzen, wie manch ein Asienurlauber vielleicht auch schon selbst festgestellt hat. Für ihre Untersuchung präsentieren die Wissenschaftler der Universität Glasgow 15 Asiaten und 15 Europäern insgesamt 4800 Animationen von zufallsgenerierten Gesichtsausdrücken. Die Studienteilnehmer sollten diese Gefühle und Stimmungen zuordnen und dabei auch die Intensität des Ausdrucks bewerten. Aus diesen Beurteilungen ermittelten die Forscher danach gewissermassen den durchschnittlichen, typischen Gesichtsausdruck für Freude, Angst, Wut, Überraschung, Ekel und Traurigkeit für die beiden Kontinente. So konnte festgestellt werden, dass es bei der Mimik von Asiaten und Europäern durchaus grössere Unterschiede gibt. Asiaten spielen beispielsweise mehr mit ihren Augen, vor allem wenn sie Freude, Angst, Ekel und Wut ausdrücken. Bei den Europäern hingegen passiert bei den Augen vergleichsweise wenig. Dafür lässt sich anhand des Mundes mehr über die Emotion eines Europäers aussagen. Diese Feststellungen sind für die Forscher Hinweise dafür, dass Mimik nicht angeboren, sondern durchaus auch vom kulturellen Umfeld geprägt ist.

Fotos: fotolia.com, Lisa Schäublin, NHW, Warner Bros., Nobal Collection

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