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Schlecht geschlafen?

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe 02 - 2012 - 01.02.2012

Text:  Sabine Hurni

Wach liegen im Bett ist zermürbend. Die Gedanken schwirren, die Zeit läuft und der Morgen rückt bedrohlich näher. Was Ihnen hilft, sich dem Schlaf hinzugeben.

Es passiert einfach: einschlafen heisst geschehen lassen, loslassen, sich fallen lassen, sich hingeben. Doch das ist nicht immer einfach und lässt sich nicht mit unserem Willen steuern. Anstehende Entscheidungen, kreisende Gedanken oder – im Alter – die Ungewissheit darüber, ob es ein Morgen geben wird, können es schwierig machen, sich vertrauensvoll auf die nächtliche Reise zu begeben.

Der Schlaf – ein physiologischer Zustand zeitweiser Unbewusstheit – ist unsere Aufbau- und Erholungsphase, ohne diese das Leben nicht zu bewältigen wäre. In einer Nacht wechseln sich im Schlaf drei verschiedene Schlafstadien ab: Der Leichtschlaf, der Tiefschlaf und der REM-Schlaf (Rapid-Eye-Movement). Etwa alle neunzig Minuten beginnt ein neuer Schlafzyklus, in dem diese drei Schlafphasen in unterschiedlicher Länge durchlaufen werden. Zu Beginn der Nacht befindet sich der Schlafende vorwiegend im Tiefschlaf und nur über kurze Zeit in den REM-Phasen. Später verlängern sich die REM-Abschnitte. Während der aktiven REM-Phase bewegen sich die Augäpfel relativ schnell, der Puls ist unregelmässig, der Blutdruck schwankt, der Muskeltonus ist herabgesetzt und der Schlafende träumt. Bei der Non-REM-Phase dagegen sinken Blutdruck und Körpertemperatur bis zum Tiefschlaf ab. Der Schlafende ist dann nur sehr schwer weckbar.

Volkskrankheit Schlafstörungen

Von Schlafstörungen spricht man, wenn jemand abends nicht einschlafen kann oder wenn er nachts erwacht und dann lange Zeit keinen Schlaf mehr findet. Besonders häufig sind ältere Menschen davon betroffen. Grund dafür ist die sich verändernde Schlafdauer. Durchschnittlich beträgt sie nur noch etwa sechs bis sieben Stunden. Im Einzelfall kann die Schlafdauer aber auch vier bis maximal zehn Stunden betragen. Auch die Schlafqualität verändert sich im Alter. Die Tiefschlafphasen sind verkürzt, was zur Folge hat, dass der Schlaf leichter und störanfälliger wird.

Manche Menschen haben auch unrealistische Erwartungen an die Schlafdauer oder bewerten ein einmaliges Wachliegen pro Woche so hoch, dass sie dabei die anderen, erholsamen Nächte im Tiefschlaf vergessen. Doch solange man sich tagsüber wohlfühlt, sollte man gelegentliche Ein- und Durchschlafstörungen nicht als gesundheitliche Gefährdung sehen. Häufig sind es Stresssituationen, bedingt durch berufliche Belastungen, durch familiäre oder gesundheitliche Probleme, welche einen guten Schläfer plötzlich im Bett wälzen lassen und akute Schlafstörungen verursachen. Während solche akuten Schlafstörungen zwar lästig, jedoch noch kein Grund zur Sorge sind, können chronische Probleme für die Gesundheit gefährlich werden.

Kritisch wird es dann, wenn jemand mindestens dreimal wöchentlich über einen Zeitraum von über einem Monat nicht gut schläft. In diesem Zeitrahmen wirken sich die Schlafstörungen auf das körperliche Wohlbefinden aus, weil der Körper sein Aufbau- und Erholungsbedürfnis nicht mehr kompensieren kann. Folglich fühlen sich die Betroffenen morgens unausgeschlafen und sind tagsüber schläfrig, gereizt oder unkonzentriert. Zu den häufigsten Ursachen für die chronische Insomnie gehören Angststörungen, hoher Kaffee- oder Alkoholkonsum, das Restless-Legs-Syndrom oder eine beginnende Depression.

Hopfen entspannt

Ein Feierabendbier gehört für viele Menschen – meistens Männer – zum Abendritual. Doch nicht nur das gemütliche Zusammensitzen wirkt entspannend. Im Bier steckt auch ein wirksames Beruhigungsmittel: der Hopfen (Humulus lupulus). Hopfen enthält Harze mit den Bitterstoffen Humulon und Lupulon. Die beiden Wirkstoffe werden im Körper umgewandelt und setzen dabei Methylbutanol frei, welches die beruhigende Wirkung hervorruft. Hopfen hat die Fähigkeit, sämtliche Hormondrüsen im Körper zu harmonisieren. So auch die kleine Drüse im Gehirn (Zirbeldrüse), welche das Schlafhormon Melatonin freisetzt. Es wird während des Schlafens ständig neu produziert, damit wir nicht immer wieder erwachen. 

Hopfen als Heilpflanze besänftigt überall dort, wo zu viele Reize, zu viel Unruhe oder zu viel Nahrung das körperliche System überfordern. Deshalb wird Hopfen oft eingesetzt zur Nervenberuhigung. Nicht nur bei Schlafstörungen, sondern auch bei nervösen Magen- und Darmbeschwerden, Reizblase, Unruhe, Ängsten und innerem Angetrieben sein. Aufgrund ihrer hormonausgleichenden Wirkung verzeichnet die Heilpflanze auch bei Wechseljahrbeschwerden sehr gute Erfolge. 

Die Hopfenzapfen entfalten ihre Wirkung entweder als Tee, Tinktur oder in Form von Kräutertabletten. Auch ein Hopfenkissen kann durch den verströmten Duft helfen, Schlaf zu finden. Für die Teezubereitung übergiesst man einen Teelöffel voll zerkleinerter Hopfenzapfen mit kochendem Wasser und lässt den Tee zehn Minuten zugedeckt stehen. Soweit nicht anders verordnet, kann der Tee dreimal täglich und vor dem Schlafengehen getrunken werden. Einfacher geht es mit der Tinktur: Man gibt einige Tropfen davon in etwas Wasser und trinkt die Mischung langsam.

Fotos: fotolia.com, _najt/ flickr cc

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