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Der Lachnerv

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe 10 - 2011 - 01.10.2011

Text:  Sabine Hurni

Der Trigeminusnerv bringt uns zum Lachen, hilft küssen und aktiviert die Kaumuskulatur. Aber wehe, er ist entzündet, dann wird Essen, Zähneputzen oder Rasieren zur Qual. Johanniskraut hilft gegen die Schmerzattacken.

Der Trigeminusnerv ermöglicht viele Alltagsfreuden. Zum Beispiel aktiviert er die Kaumuskeln, lässt uns küssen und lachen. Aber auch alltägliche Routinebewegungen wie Zähneputzen und Rasieren werden durch den dreiteiligen Nerv gesteuert. Er versorgt mit seinen drei Ästen sämtliche Nervenbahnen und somit auch alle Muskeln im Gesicht – die Stirnregion, den Oberkiefer und den Unterkiefer. An einem Punkt unterhalb des Ohres laufen die drei Stränge zusammen. Gerade weil die Gesichtsmuskeln fast ununterbrochen in Bewegung sind, ist eine Trigeminusneuralgie äusserst belastend. Die einseitig und blitzartig schiessenden Schmerzattacken überfallen die Betroffenen ausgerechnet beim Essen, Zähneputzen oder beim Rasieren.

Betroffen sind die Gesichtsregionen über dem zweiten und dritten Ast des Nervs, im Bereich des Ober- und Unterkiefers. Die genaue Ursache für die Gesichtsschmerzen ist nicht vollständig klar. Man nimmt an, dass ein Blutgefäss, zum Beispiel eine Arterie, auf den Nerv drückt. Dieser Dauerreiz kann zu einer Entzündung führen. Seltener treten Trigeminusneuralgien im Rahmen von anderen Erkrankungen wie Entzündungen, Multiple Sklerose, Tumoren, Durchblutungsstörungen oder nach Kopfverletzungen auf. Auch eine nicht bemerkte Erkrankung eines Zahns kann zwar zu Geschichtsschmerzen führen, ist jedoch selten die Ursache für eine klassische Trigeminusneuralgie. Bei auftretenden Schmerzen ist eine genaue Untersuchung beim Neurologen deshalb unumgänglich. In der Regel wird die Trigeminusneuralgie schulmedizinsch mit entsprechenden Medikamenten behandelt. Die Naturheilkunde kann unterstützend ebenfalls einiges bieten. Ein Klassiker ist zum Beispiel das Johanniskraut. Damit es die volle Wirkung entfalten kann, sollte es kombiniert innerlich und äusserlich angewendet werden.

Heilmittel für die Nerven

Das Johanniskraut ist vor allem in Zusammenhang mit Winterdepressionen und Stimmungsschwankungen bekannt. Das Hauptinteresse gilt dabei dem Hyperforin, das eine ausgleichende Wirkung auf die stimmungsverantwortlichen Hormone hat. Heute ist bekannt, dass neben dem Hyperforin auch das Hypericin und viele weitere Inhaltsstoffe des Johanniskrautes einen positiven Einíuss auf unsere Stimmungslage haben. Johanniskraut ist eine stabilisierend wirkende Stimmungspíanze. Sowohl auf der seelischen wie auch auf der körperlichen Ebene. Deshalb wird es nicht nur bei psychovegetativen Störungen, Nervosität, Ängsten und Depressionen eingesetzt, sondern auch bei Schnittwunden, Stichwunden, Nervenverletzungen, Neuralgien und Verbrennungen.

Während das Johanniskraut zur Aufhellung der Psyche ausschliesslich innerlich eingenommen wird, als Tee oder Tinktur, verwendet man bei Wunden, Verbrennungen und Nervenschmerzen das Rotöl als Heilmittel. Beide Kräuterauszüge lassen sich problemlos selbst herstellen:
• Johanniskrautöl: Wenn das Kraut in voller Blüte steht und trocken ist, können die Blüten gesammelt werden. Man gibt sie in ein grosses Glasgefäss und füllt es bis zu zwei Dritteln. Dann giesst man kalt gepresstes Olivenöl von guter Qualität hinzu. Während drei bis sechs Wochen lässt man das Mazerat an einem sonnigen Platz stehen. Täglich sollte es geschüttelt oder gerührt werden. Danach giesst man das Gemisch durch ein Tuch oder durch einen Kaffeefilter, sodass die Blüten vom Öl getrennt sind. Dieses Johannisöl ist tiefrot gefärbt. Es eignet sich als entzündungshemmendes Einreibemittel bei leichten Verbrennungen, Blutergüssen, Quetschungen und Verletzungen.
• Johanniskrauttinktur: Zur Herstellung von Johanniskrauttinktur kauft man einen Liter Branntwein. Man gibt zwei Handvoll in der Sonne gepflücktes und getrocknetes Johanniskraut bei und lässt die Flasche drei Wochen in der Sonne oder an der Wärme stehen. Dann filtriert man das Mazerat mit einem Papierfilter oder einem Tuch, fertig ist die Tinktur. Äusserlich kann sie als Einreibung verwendet werden. Innerlich nimmt man einmal täglich 10 bis 15 Tropfen mit etwas Wasser ein.

Fotos: Oberste-Hedtbleck/buchcover.com, Grafik-Atelier Riediger, fotolia.com

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