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Salz auf unserer Haut

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe 07 - 2011 - 01.07.2011

Text:  Sabine Hurni

Unsere Haut ist auch eine Visitenkarte. Das macht Menschen mit Psoriasis besonders zu schaffen. Eine Kur mit Meersalz hat einen günstigen Einfluss auf die Hautkrankheit. Und auch eine spezielle Diät kann helfen.

Ein einfaches Rezept gegen die Hautkrankheit Psoriasis gibt es ebenso wenig, wie eine für alle gleich wirksame Behandlungsmethode. Viele Patienten sagen jedoch, dass moderater Sport und Ferien am Meer die Beschwerden lindern würden. Es ist die Kombination von Salz und UV-Licht, welche die Haut beruhigt und die Psoriasis nachhaltig, wenn auch nicht für immer, zum Verschwinden bringt.

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Wesentlich beteiligt an der Entstehung der schuppenden Hautkrankheit ist das Immunsystem. Es betrachtet gewisse körpereigene Zellen plötzlich als Fremdkörper und bekämpft die vermeintlichen Feinde. Was das Immunsystem derart fehlleitet, ist bis heute unklar. Forscher vermuten, dass ein Virus dahintersteckt. Andere Kreise sehen Schwermetallbelastungen, Toxine aus Stoffwechselabbauprodukten, eine erhöhte Pestizidbelastung des Körpers oder Ausscheidungsprodukte von Bakterien als mögliche Ursachen der Hautkrankheit.

Die Haut verhornt zu schnell

Grundsätzlich erneuert sich eine gesunde Haut innerhalb von 28 Tagen vollständig. Dabei schieben sich neue Zellen von der Basalzellschicht hinauf zur Oberhaut, bis sie aussen angelangt sind. Auf dem Weg an die Hautoberfläche werden die Zellen immer trockener, bis sie zuletzt als Hautschüppchen abfallen. Die Kleidung oder auch Berührungen sorgen für einen natürlichen Abrieb der Hautschüppchen. Bei Psoriatikern beträgt die Verhornungszeit hingegen nur acht Tage. Gleichzeitig ist die Haut stark gerötet, schuppt wachsartig ab und ist sehr trocken. Das Hautekzem befällt im besten Fall nur kleine Flächen an den Händen, den Ellenbogen oder in den Kniekehlen. In schweren Fällen können auch grössere Körperflächen oder der Haarboden von den wachsartigen Schuppen übersäht sein.

Unterschiedliche Auslöser

Oft schlummert die Psoriasis im Körper, ohne dass sie akut sichtbar wird. Bestimmte Lebenssituationen oder -umstände können Salz auf unserer Haut die Krankheit aber plötzlich ausbrechen lassen. Zum Beispiel eine Mandelentzündung, die Wechseljahre, Stoffwechselstörungen, psychische Probleme oder konstanter Stress. Auch übermässiger Alkoholkonsum, durch Sonnenbrand verursachte Hautverletzungen und mechanische Reizungen durch zu enge Kleidung können einen Schub hervor rufen. Es gilt, solche möglichen Auslöser möglichst zu vermeiden.

Salben, die Kortison enthalten, können eine rasche Linderung erzielen und so die Lebensqualität markant verbessern. Auf die Dauer ist diese Behandlungsform jedoch nicht sinnvoll, weil das Kortison die Haut dünn und somit anfällig für das Eindringen von Keimen macht. Alternativen gibt es bei den pflanzlichen Salben. Betroffene müssen hier aber viel Geduld zeigen, denn was dem einen sehr gut hilft, kann beim anderen absolut wirkungslos sein.

Hilfe aus dem Meer

Die ersehnte Heilung oder zumindest eine markante Besserung finden Menschen, die an Schuppenflechte leiden oft am Meer. Die Kombination von Meersalz und Sonne wirkt sich positiv aus. Ferien im Süden wirken besser, als ein Urlaub an der Nordsee; je höher der Salzgehalt in Wasser und Luft, desto günstiger ist die Wirkung auf die Haut. Besonders berühmt für Hautkuren ist das Tote Meer, das eigentlich ein grosser Salzwasser-See ist. Es hat einen Salzgehalt von knapp 30 Prozent, bei den anderen Meeren liegt dieser zwischen drei und vier Prozent. Das Salz aus dem Toten Meer ist deshalb besonders reich an Magnesiumchlorid, Kalium und Chlor. Magnesium wirkt antiallergisch, entzündungshemmend und verbessert den Zellstoffwechsel. Kalium verbessert den Hautstoffwechsel und erhöht die Zellaktivität und Chlor trägt dazu bei, dass die Hautzellen mit ausreichend Wasser versorgt sind. Neben diesen Salzen sind auch Kalzium, Phosphor und Schwefel sowie die Spurenelemente Chrom, Eisen, Zink, Jod, Kobalt, Kupfer, Mangan, Molybdän und Selen in den Salzen aller unserer Meere enthalten. Seit jeher weiss man um die heilende und pflegende Wirkung von Meersalz.

Umdenken erforderlich

Hautkrankheiten haben in der Regel sehr komplexe Krankheitsbilder, die zusätzlich zur äusserlichen Behandlung oft auch eine Umstellung der Ernährungs- und Lebensweise erfordern. Sowohl die westliche wie auch die östliche Naturheilkunde raten zu einer strengen Diät, die Zucker, Fette und Saures aus dem Speisezettel verbannt. Eine Umstellung auf Vollwertkost mit einem hohen Rohkostanteil entlastet die Leber in ihrer Stoffwechsel- und Ausscheidungsfunktion. Das heisst, dass Wurstwaren, Schweinefleisch, saure Früchte, Essig, Kaffee, Schokolade, Honig und jede Art von Alkohol vorübergehend nicht mehr auf den Tisch kommen dürfen. Neben den rein körperlichen Massnahmen gilt es ausserdem Strategien im Umgang mit Stresssituationen zu entwickeln. Oft geht es dabei darum, Grenzen zu setzen und Dinge nicht mehr ganz so nah an sich herankommen zu lassen. Eine gute Möglichkeit den Alltag und Stress abzuschütteln, ist Bewegung. Täglich mindestens eine halbe Stunde lang spazieren oder richtig marschieren – passend zum Tag, den man erlebt hat – kann die Haut über kurz oder lang beruhigen und für den nötigen Abstand sorgen.

Fotos: Bildagentur Huber/Schmid Reinhard, fotolia.com,  Rathay/teamwork

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