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Göttliche Zahlen

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe 12 - 2010 - 01.12.2010

Text:  Gundula Madeleine Tegtmeyer

In der Kabbala ist die Zahlenmystik ein Mittel zur Zwiesprache mit Gott. Doch die jüdische Kabbala ist mehr als nur Zahlenmystik. Sie behandelt alle Seiten des Lebens. Vor allem geht es aber um die spirituelle Heilung des Menschen.

Das hebräische Wort Kabbala bedeutet soviel wie «empfangen» und bezeichnet die jüdische Mystik. Kabbalisten sind auf der Suche nach einer Erfahrung der unmittelbaren Beziehung zu Gott. Nach kabbalistischer Ansicht hat Gott alles, was er im Universum geschaffen hat, auch am Menschen geschaffen. Hieraus ergibt sich das Weltbild der wechselseitigen Entsprechungen von oben und unten oder anders ausgedrückt, der Grundgedanke vom Mikrokosmos (Mensch) und Makrokosmos (Universum). Die wichtigsten Schriftwerke der Kabbala sind das Sefer Jezira (Buch der Formung), der Bahir (Buch des Lichts) und der Zohar (hebräisch für Glanz).

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Kabbalah und Lebenstherapie ILS
Kabbala-Akademie Biel
Kabbala Lern- und Forschungsinstitut

www.kabbalalernzentrum.ch Der Sefer Jezira soll zirka 70 nach Christus entstanden sein. Es ist das erste mystische Buch, das die sogenannten Sephiroth detailliert beschreibt. Die zehn Sephiroth sind gemäss kabbalistischer Lehre Dimensionen oder Urpotenzen Gottes, durch die dieser das Universum erschuf und mit den Menschen in Verbindung steht. Als bedeutendstes Schriftwerk gilt der Zohar, der im 12. Jahrhundert in Katalonien und in der Provence entstand und eine Sammlung von Monologen und Kommentaren zur Tora, den fünf Büchern Moses, ist.Nach kabbalistischer Überzeugung kommt jeder Mensch mit einer reinen Seele auf die Welt, sammelt aber im Laufe seiner Leben (Kabbalisten glauben an die Reinkarnation) durch Fehlverhalten klippot (hebräisch für Scherben) an. Dieser «Müll» deckt dann sein wahres Wesen zu. Zudem beschäftigt sich der Mensch laut der kabbalistischen Lehre zu oft mit nebensächlichen Dingen und gibt Kleinigkeiten ein viel zu grosse Bedeutung. Damit verliert er schnell den Blick für die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Die Konsequenz: Er gerät aus der seelischen Balance und ist dadurch anfälliger für Krankheiten und psychische Störungen. Gottes Licht ist immer in der Welt, heisst es bei den Kabbalisten. Es liegt an uns, ob wir es empfangen können. Die Kabbala lehrt Verantwortung für alles, was uns passiert, zu übernehmen. Noch konkreter ausgedrückt: «Ich war die Ursache.» Kabbala, das bedeutet auch, sein Leben aktiv in die Hand zu nehmen. Eine zentrale Lehre der Kabbala ist, dass man die physische Welt heiligen soll – nicht indem man ihr Untertan ist, sondern indem man sie beherrscht. Das beginne damit, dass man sich selbst beherrsche und versuche, in Einklang und Harmonie zu leben mit der eigenen Seele und dem eigenen Potenzial.

Gematria
In der Kabbala ist die Zahlenmystik ein Mittel zur Zwiesprache mit Gott. Jeder der 22 hebräischen Buchstaben hat einen Zahlenwert. Gematria ist die Technik der Interpretation von Worten mithilfe von Zahlen. Wörter transportieren über ihre numerische Summe zusätzliche Assoziationen.
In der hebräischen Bezeichnung für Gott kommen die Buchstaben He (Zahlenwert 5 ) und Jodh (mit Zahlenwert 10) am häufi gsten vor – laut Kabbalisten ein Verweis auf die Einteilung der 10 Sephiroth in zwei Fünfergruppen. Auch die Zahlen drei und 7 haben grosse Bedeutung. Die drei Mutterbuchstaben (Aleph, Mem und Schin) verbinden die Sephiroth und stehen symbolisch für die Elemente Luft, Wasser und Feuer. Von den 10 Sephiroth stehen 3 für den Geist und 7 für den Körper. Mit diesen Zahlen soll man in der Meditation den Weg zu Gott finden.

Heilen mit Freude und Licht

Freude (hebräisch simcha) und Licht (or) spielen bei der Heilung eines Menschen nach Ansicht des Jerusalemer Rabbiner und Kabbalisten Matityahu Glazerson zentrale Rollen. Krankheit ist seiner Ansicht nach Ausdruck von fehlender Balance. Und die gilt es wieder herzustellen. Schon die alten Weisen wussten, dass Heilung im Spirituellen beginnt und nicht im Körperlichen. In seinem Buch «Torah, Light und Healing» schreibt Glazerson, dass eine Person in einen Zustand zurückversetzt werden müsse, in dem die göttliche Lebenskraft wieder scheine.

Natürlich kann er diesen Gedanken kabbalistisch untermauern. Der Kranke heisst auf Hebräisch «choleh». Fünfmal steht dieses Wort in der Tora. Die Zahl Fünf wiederum steht bei den Kabbalisten als Symbol für Perfektion. Womit für Glazerson bewiesen ist, dass die Tora, also das göttliche Licht, Geist und Körper wieder in einen heilen Zustand überführen und somit die Krankheit überwunden werden kann. Wodurch? Durch «simcha», Freude. Ordnet man die hebräischen Buchstaben des Wortes «chamesch» (fünf) in anderer Reihenfolge an, so ergibt sich das Wort «simcha».

«Eines der Hauptwerkzeuge der Kabbala ist der Zohar», erklärt Naor, «er unterstützt uns, Kraft zu finden und sich mit dem Licht zu verbinden. Jeder Buchstabe hat eine Formung und Schwingung, die verbunden sind mit einer schöpferischen Kraft. Die Schwingung geht direkt in die Seele ein. Um das zu erreichen, reicht es nicht, die Buchstaben nur zu lesen, man muss sie visualisieren.» Daher sind Hebräisch-Kenntnisse auch nicht zwingend notwendig.

Vielen Menschen scheint die jüdische Mystik Antworten auf Schicksalsschläge und Krankheiten zu geben. Die Kabbala ist lebensbejahend, denn sie lehrt, dass das höchste Ziel des Lebens allen Menschen gemeinsam ist: die von Gott für uns alle bestimmte vollkommene Freude und Erfüllung zu erlangen. Dazu aber muss das Ego überwunden werden. Ego ist negativ besetzt mit «nehmen» also mit «was ist für mich drin?». Das spirituelle Licht hingegen steht laut Kabbala für «geben» und somit für Erfüllung und Glückseligkeit.

Literatur
• Joseph Dan: «Die Kabbala – eine kleine Einführung», Reclam-Verlag 2007, Fr. 8.90
• Ernst Müller: «Der Sohar – Das heilige Buch der Kabbala», Dietrichs-Verlag 2007, Fr. 29.90

Foto: Vario Image, fotolia.com, alimdi.net

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