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Einfach dufte

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe 12 - 2010 - 01.12.2010

Text:  Silvia Beneke, Markus Kellenberger

Viele Blumen und Kräuter, Kerzen, Räucherstäbchen und Parfums haben zwei wichtige Eigenschaften gemeinsam: Sie duften gut und steigern unser Wohlbefinden. Ätherische Öle beeinflussen uns von aussen und von innen.

«Ätherische Öle werden hauptsächlich durch Wasserdampfdestillation gewonnen, ein kleinerer Teil im sogenannten Kaltpress-Verfahren», wie Doris Brülhart von Kneipp Schweiz erklärt. Die so gewonnenen Öle haben verschiedene Heilwirkungen, doch das ist kein Wunder, denn die Aromaöle sind für die Pîanzen selbst ein wichtiger Bestandteil: Sie fungieren als Temperaturregler, Informationsträger, Energiespeicher und Krankheitsschutz. Deshalb hat jedes ätherische Öl nicht nur seinen eigenen und unverwechselbaren Duft, sondern auch seine spezifische Wirkung auf Körper, Geist und Seele.

Bis tief in die Seele

Aus diesem Grund ist die Wahl des zu verwendenden ätherischen Öles wichtig, denn es kann ausgleichend, harmonisierend, anregend, aber auch beruhigend und entspannend wirken. Mehr noch: Einige von ihnen wirken direkt auf das menschliche Hormonsystem, andere reinigen und desinfizieren die Raumluft.

Die Aromatherapie geht davon aus, dass ätherische Öle den Körper auf zwei Wegen beeinflussen: Einerseits werden sie beim Einatmen von der Schleimhaut und beim Einnehmen als Kräuter von Magen und Darm aufgenommen. Aber auch beim Einreiben der Haut gelangen sie in den Blutkreislauf und in die Organe. Eine der angenehmsten Formen dafür ist die Massage mit duftenden Essenzen. Sie bietet ein ganzes Paket an Heilwirkungen. Die Öle werden dabei über die Haut aufgenommen, zudem führt die direkte Berührung zu einer angenehmen Entspannung der Muskulatur und damit auch der Seele.

Der zweite wichtige Weg führt bei der Aromatherapie über die Nase, konkret über die Riechnerven. Das funktioniert bei der Massage – hauptsächlich aber bei Inhalationstherapien und selbstverständlich mit Raumbeduftungen mittels Kerzen und Duftlampen. Im oberen Teil der Nasenhöhle befinden sich die Geruchsrezeptoren mit unzähligen haarähnlichen Fortsätzen, den sogenannten Zilien. Auf deren Oberfläche befinden sich Rezeptoren, die Duftmoleküle binden können. Wir besitzen rund 400 solcher Rezeptoren, die in unterschiedlicher Zahl angeregt werden, abhängig davon, ob ein Duft aus mehreren chemischen Komponenten besteht.

Im Reich der Düfte
Ätherische Öle sind vielseitig einsetzbar: In der Küche, als Raumduft, in Cremes und Massageölen, im Badewasser, aber auch als reine tropfenweise zu verwendende Essenz. Sie sind in kleinen Fläschchen im Fachhandel erhältlich. Die Auswahl ist riesig, deshalb macht eine Beratung Sinn. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Öle hoch konzentrierte Substanzen sind, die Haut und Atemwege stark reizen können.

Ätherische Öle in der Küche
Über die Nase, hauptsächlich aber über Magen und Darm, wirken ätherische Öle in der Küche. Gewürze wie Rosmarin und Majoran heben die Stimmung und regen die Verdauung an. Die Gewürze können frisch verwendet werden oder tropfenweise direkt als ätherisches Öl, das im Fachhandel erhältlich ist.

Ein einfaches Rezept zum Ausprobieren ist der «Duftsalat à la Tomate». Für zwei Personen braucht es vier nach Belieben geschnittene Tomaten, eine fein gehackte kleine Zwiebel, wenig Olivenöl und Balsamico, etwas Salz und je ein Tröpfchen ätherisches Öl von Schwarzer Pfeffer, Rosmarin und Majoran.

Ätherische Öle für die Gesundheit
Die Inhalts- sowie Duftstoffe von ätherischen Ölen haben unterschiedliche Wirkungen auf den Organismus und die Stimmung. Hier ein paar Beispiele:
● Antibakterielle Wirkung haben: Thymian, Oregano, Bohnenkraut, Nelke, Teebaumöl, Eukalyptus.
● Entspannend wirken: Pfefferminzöl, Rosen, Baldrian, Melisse, Lavendel.
● Die Verdauung regen an: Vanille, Rosmarin, Majoran.
● Stimmungsaufhellend sind: Rosmarin, Orange, Zimt.

Achtung: Für Kinder sind viele ätherische Öle aufgrund ihrer starken Wirkung nicht geeignet. Eukalyptus zum Beispiel kann bei Kleinkindern Atemkrämpfe hervorrufen.

Ganzheitliche Wirkung

Wie wichtig Gerüche, die wir oft nur unbewusst wahrnehmen, sind, zeigen Studien zur Partnerwahl. Mehr noch als das Äussere eines Menschen spielt dabei nämlich sein Geruch eine wichtige Rolle. Er teilt unserem «Urgehirn» mit, ob er gesund ist, ob seine Gene kompatibel sind – und ob er ebenfalls sexuell angeregt ist. Auf einen einfachen Nenner gebracht: Man kann jemanden «gut riechen» – oder eben nicht.

Doch die feinen Düfte können noch mehr. Nicht nur im privaten Bereich, auch in Pîfegeeinrichtungen, Seniorenheimen und Kliniken verbessern sie die Atmosphäre, denn allein durch den Geruch vermitteln sie Gefühle wie Liebe, Geborgenheit und seelische Wärme. Sowohl körperliche als auch seelische Beschwerden können dadurch gelindert werden. So erstaunt es nicht, dass verschiedene Studien belegt haben, dass beim Einsatz von aromatherapeutischen Massnahmen der Medikamentenbedarf deutlich reduziert werden konnte.

Foto: fotolia.com

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