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Sonnenhut tut gut

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe 11 - 2010 - 05.11.2010

Text:  Sabine Hurni

Bewegung an der frischen Luft hilft dem Immunsystem gerade auch im Winter auf die Sprünge. Die Abwehrkräfte lassen sich zusätzlich mit Echinacea stärken.

Es gibt sie tatsächlich: die unerschrockenen Menschen, die selbst im Winter in den kalten See springen. Wer das macht, liebt das erquickende Glücksgefühl, das sich während und nach dem Sprung einstellt. Ob es auch der Abhärtung und somit der Stärkung des Immunsystems dient, ist nicht erwiesen. Wissenschaftlich belegt ist hingegen, dass Sport die Abwehrkräfte unterstützt und fördert. Während der sportlichen Aktivität bilden sich im Körper sogenannte Interferone. Diese körpereigenen Stoffe stimulieren das Immunsystem, damit unerwünschte Eindringlinge wie Viren und Bakterien sofort vernichtet und ausgeschieden werden. Die abwehrstärkende Wirkung kommt aber nur bei lockerem Bewegungstraining zustande. Intensives Körpertraining bewirkt eher das Gegenteil. Hochleistungssportler und ehrgeizige Hobbysportler sind deshalb eher anfällig auf Infekte. Damit allzu ambitionierter Sport den Körper nicht stresst, dürfen die Turnschuhe im Winter also durchaus ab und zu unbenutzt bleiben.

Bewegung auch im Winter

Täglich ein flotter Spaziergang oder eine gemütliche Walking- oder Joggingrunde reichen für die Stärkung des Immunsystems bereits aus. Damit der Körper an der frischen Winterluft nicht auskühlt, sollten folgende Punkte beachtet werden:
● Eine warme Mütze hält den Kopf warm. Auch Hals und Hände sollten gut eingepackt sein. Zum Beispiel mit Materialien, die den Wind stoppen und gleichzeitig für einen guten Wärmeausgleich sorgen.
● Wie Nadelstiche fühlen sich kühler Wind oder kalte Temperaturen auf den Wangen, der Nase und dem Kinn an. Fettige Kälteschutz- und Wettercremen schützen die Haut vor dem Auskühlen und Austrocknen.
● Gefütterte Joggingschuhe gibt es nicht. Damit die Füsse nicht erkalten, kann eine zweite Sockenlage die Wärme zurückhalten. Besonders gut eignen sich Wollsocken. Sie halten die Füsse auch warm, wenn der Schuh bereits nass ist.
● Ganz nach dem Motto «Ein erfahrener Wanderer startet leicht unterkühlt», darf man die ersten zehn Minuten ruhig etwas frieren. Am besten kleidet man sich in Schichten und vermeidet zu grosse Jacken damit sich die Luft zwischen Jacke und Körper erwärmen kann.

Kälte zehrt an den Bändern, den Gelenken und den Muskeln. Umso wichtiger ist das Aufwärmen. Es schützt erfolgreich vor Verletzungen. Beim Joggen kann das Aufwärmen zum Beispiel mit einem Intervalltraining erfolgen. Fünf mal zwei Minuten Joggen und zwei Minuten Gehen.

Bei Minustemperaturen mahnt Adrian Burki, leitender Arzt des Bundesamts für Sport, allerdings auch mit der perfekten Bekleidung zu Vorsicht. Die allzu kalte Luft könne die Atemwege reizen und zu chronischem Leistungsasthma führen. Bei Temperaturen unter null Grad Celsius vermindert sich der körpereigene Reinigungseffekt und der Schleim wird nicht mehr ausreichend aus der Lunge heraustransportiert.

Wer bereits einen Schnupfen, eine klebrige Erkältung oder Halsschmerzen hat, sollte auf das Training verzichten und sich gesund pflegen. Weil der Kreislauf und das Immunsystem mit der Abwehr von Krankheitserregern beschäftigt sind, braucht der Körper Ruhe und viel Schlaf.

Auf Abwehr ausgerichtet

Damit sich der Körper schnell erholt oder noch besser, damit er gar nicht erst krank wird, können natürliche Heilmittel die Abwehrkräfte stärken. Eine der bekanntesten Heilpflanzen auf diesem Gebiet ist der Rote Sonnenhut (Echinacea offizinales). Die Pflanze enthält Echinacosid, Betain, Inulin, ätherische Öle und Polysacharide. Gemeinsam aktivieren diese Inhaltstoffe die Phagozyten des Immunsystems. Diese Fresszellen sind darauf spezialisiert, krankmachende Bakterien zu vernichten. Zudem kann durch die Einnahme von Echinacea eine Resistenz steigernde Wirkung beobachtet werden. Ferner besitzt die Pflanze wundheilende, antiseptische und antibiotische Eigenschaften. Da der Sonnenhut beim Trocknen einen grossen Teil seiner Wirkstoffe verliert, wird zur immunstärkenden Wirkung vor allem die Tinktur verwendet. Zu deren Herstellung benötigt man die Wurzeln, das Kraut und die Blüten.

Indigene Völker der USA sollen den ausgepressten Saft der Heilpflanze zur Behandlung von Wunden, Entzündungen, Eiterungen und Verletzungen aller Art verwendet haben. In dieser Region, dem östlichen Nordamerika, hat die Pflanze ihren Ursprung. Da die Echinacea jedoch nur sehr wenige Ansprüche an das Klima stellt, gedeiht sie auch hier sehr gut. Sie wächst aber nicht wild, sondern kultiviert in Kräutergärten und Gärtnereien. Die mehrjährige Pflanze wird etwa einen Meter hoch und wächst aufrecht mit verzweigten Stängeln und breiten, borstigen Blättern sehr stolz an sonnigen Standorten.

Der Name Echinacea leitet sich vom griechischen Echinos ab, was nichts anderes als Igel bedeutet. Der Fruchtboden der Heilpflanze ist nämlich voller Stacheln, die symbolisch gesehen voll und ganz auf Abwehr ausgerichtet sind. Vermutlich kamen die Indianer deshalb auf die Idee, mit dem Saft der Pflanze die Wunden zu heilen, die sich die Männer auf der Jagd zugefügt hatten.

Fotos: fotolia.com

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