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Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe 10 - 2010 - 01.10.2010

Text:  Sabine Hurni

Ohrenschmerzen treffen oft Kinder. Handeln die Eltern im Anfangstadium, lassen sich Komplikationen verhindern und Medikamente oft vermeiden. Bewährtes Hausmittel ist die Zwiebel.

Die Schnudernase und der Kinderalltag gehören irgendwie zusammen. Es ist normal, dass Kinder zu Erkältungskrankheiten neigen, die mit viel Schleim begleitet sind. Sie klingen nach einigen Tagen wieder ab. Oft folgt auf die Erkältung aber ein neues Leiden: Ohrenschmerzen. Die noch kleinen Ohren der Kinder sind besonders anfällig auf Kälte und hochsteigende Keime. Im Schulalter haben die meisten Kinder deshalb bereits mindestens eine Ohrenentzündung hinter sich.

Oft sind Ohrenschmerzen eine Folge von Erkältungen der Nase oder der Bronchien. Sie können aber auch eine Reaktion auf das Zahnen sein. Ist die Schleimhaut in den Gehörgängen irritiert, dringen Bakterien durch kleinste Hautverletzungen in die Haut ein. Sie schwillt an und der dadurch entstehende Druck führt zu heftigen Schmerzen, die es unbedingt ernst zu nehmen gilt.

Früh handeln

Dass die Ohrenschmerzen meistens in Zusammenhang mit Erkältungen auftreten, liegt am feinen Röhrensystem, das Hals, Nase und Ohren miteinander verbindet. Es sind die eustachischen Röhren, die aus Aufhören sehen wie Trompeten und sich in keiner Weise von den Gehörgängen von anderen Säugetieren, Vögeln oder Reptilien unterscheiden. Die «Ohrtrompeten» ermöglichen den Druckausgleich bei Höhendifferenzen und helfen beim Ableiten von Sekreten aus den Ohren. Sind die Röhren im Bereich des Innenohres allerdings als Folge einer Erkältung der oberen Atemwege geschwollen und verengt, kann sich im Ohr eine Infektion entwickeln. Bei Kindern ist die eustachische Röhre kürzer und weiter als bei Erwachsenen. Sie sind deshalb anfälliger auf die ungewollten Einwanderer, die sich mit pulsierenden Ohrenschmerzen, Fieber, pochenden Ohrengeräuschen, einem verminderten Hörvermögen und eventuell Schmerzen hinter dem Ohr bemerkbar machen.

Ohrenschmerzen bei Kindern bedürfen einer ärztlichen Abklärung. Oft ist es leider so, dass die Kinder auf diese Weise zum ersten Mal mit Antibiotika in Kontakt kommen. Dabei wären die Medikamente nicht in jedem Fall wirklich nötig. Zurückhaltung ist angezeigt, weil die Antibiotika das Immunsystem schwächen und die Kinder anfälliger machen für weitere Infektionen. Dazu kommt, dass unnötige AntibiotikaGaben die Resistenzbildung von Bakterien fördern können, sodass in wirklich ernsten Krankheitsfällen die Antibiotika nicht mehr wirken. Reagieren die Eltern früh genug, können den Kindern selbst gekaufte homöopathische oder spagyrische Heilmittel fürs Erste ebenso gut helfen.

Tipps bei Ohrenschmerzen
• Bei wiederkehrenden Ohrenschmerzen und Mittelohrenentzündungen könnte eine Kuhmilchallergie vorliegen. Das kann mittels Bioresonanz getestet werden.
• Gleichzeitig auch die Nase mit abschwellenden und befeuchtenden Nasenspülungen und Nasensprays auf der Basis von Koch- oder Meersalz anwenden. Das hilft, die Verbindungen zwischen Nase, Hals und Ohren offenbleiben.
• Damit die Entzündung abklingen kann, braucht das Kind Bettruhe und viel Schlaf.
• Zucker und Milchprodukte wirken kühlend und Schleim bildend. Sie sollten deshalb vermieden werden, bis sich der Schleim vollständig gelöst hat.
• Nur warme Speisen und keine Rohkost essen, bis die Erkrankung verheilt ist. Das entlastet den Organismus
• Vitamine A, C, E und das Spurenelement Zink stärken das Immunsystem. Eine ausgewogene und gesunde Ernährung kann den Bedarf abdecken. Damit die Kinder auch im Winter gut versorgt sind, können Gemüsesäfte oder für Kinder geeignete Stärkungsmittel die Abwehrkräfte unterstützen.

Allerheilmittel: Zwiebel

Zudem gibt es ein wirkungsvolles Hausmittel, das in keiner Familienküche fehlen darf: die Zwiebel. Allium cepa ist eine sehr wirksame Soforthilfe gegen Schmerzen und Entzündungen aller Art. Dabei spielt es keine Rolle, ob rote Zwiebeln, Schalotten, Gemüseoder Frühlingszwiebeln verwendet werden. Sie alle enthalten stark riechende Schwefelverbindungen, ebenso Kalium, Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin C. Diese Inhaltstoffe wirken auf den Körper entzündungshemmend und sind gute Radikalfänger. Die in natürlicher Form enthaltenen Schwefelverbindungen vermögen zähen Schleim zu lösen und Schmerzen zu stillen.

Die Zwiebel kann deshalb bei Husten und Bronchitis, Ohrenentzündungen, Kopfschmerzen, entzündeten Gelenken und Halsentzündungen helfen. Selbst bei Insektenstichen kann eine Zwiebelscheibe den Juckreiz und die Schwellung lindern. Das praktische und wirkungsvolle Hausmittel wird in der Regel als Wickel angewendet. Gut eingepackt in ein Baumwolltuch legt man die Zwiebeln je nach Bedarf auf Ohren, Brust oder Fusssohlen. Bei den ganz Kleinen hängt man ein Duftsäcklein mit geschnittenen rohen Zwiebeln über das Bett.

Auf dem Nachttischchen oder aufgehängt als Duftsäcklein verströmt die Zwiebel ihren typischen Duft: Allicin, ein ätherisches Öl, das der Zwiebel ihre Schärfe verschafft und uns beim Zwiebelschneiden zum Weinen bringt.

Literatur
Maya Thüler: «Wohltuende Wickel»,Verlag Thüler Maya 2003, Fr. 35.-

Foto: fotolia.comhttp://www.fotolia.com/, Darwin Bell / flickr / cc

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