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Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe 05 - 2010 - 01.05.2010

Text:  Vera Sohmer

Unzählige Heilmethoden und ein kaum zu überblickendes Kursangebot – wer in die Komplementärmedizin einsteigen will, dürfte zuerst einmal eines sein: verwirrt. Was Sie beachten sollten, bevor Sie sich in einer Schule einschreiben.

Was soll es sein? Eine Ausbildung in Shiatsu? In Traditioneller Europäischer Naturheilkunde? Eine moderne Therapie wie Kinesiologie oder Craniosacral? Vielleicht lieber klassische Massage? Liebäugeln Sie mit Phytotherapie? Oder liegt Ihnen die Neuraltherapie am Herzen?

Naturheilkunde und Komplementärmedizin sind ein weites Feld – nicht nur, weil es so viele Fachrichtungen, unter ihnen so verschiedene Philosophien und immer wieder neue Spezialgebiete gibt. Man schätzt, dass allein in der Schweiz mehrere Hundert verschiedene Naturheilverfahren eingesetzt werden. Landesweite Standards für die Ausbildungen gibt es nicht, entsprechend schwer ist es, den Überblick zu behalten. Berufsverbände setzen sich für eine Reglementierung ein, aber es dürften noch ein paar Jahre vergehen, bis alle Hürden genommen sind. «Ein eidgenössisch anerkanntes Diplom würde alternativmedizinische Berufe aufwerten und bei Patienten, Zulassungsbehörden sowie Krankenkassen für Klarheit sorgen», sagt Ursula Spring vom Präsidium des Homöopathie Verbands Schweiz. «Und auch mit dem Begriffschaos bei den Berufsbezeichnungen wäre dann Schluss.»

Grosse Nachfrage ohne Gewähr

«Die Preise für die Ausbildungen sind gestiegen», sagt Zalokar. Und das dämpft die Nachfrage, denn nicht jeder Interessent kann für ein Studium vier bis fünf Jahre Zeit und bis zu 50 000 Franken investieren – Ausbildungskosten, die in aller Regel aus eigener Tasche bezahlt werden müssen, denn nur selten gibt es Stipendien oder werden die Kosten von der IV als Umschulung getragen.

Lohnt es sich überhaupt, in eine solche Ausbildung zu investieren? Fest steht: Das Interesse der Schweizer Bevölkerung an alternativen Heilmethoden ist gross. Und die Nachfrage sei ungebrochen, sagt Ursula Spring. Bei den Krankenkassen haben bis zu 80 Prozent der Grundversicherten eine Zusatzversicherung für alternative Heilmethoden abgeschlossen. Der Bedarf ist also vorhanden. Doch das ist keine Garantie dafür, sich als Berufseinsteiger auf dem teils übersättigten Markt zu etablieren.

An der Basler Akademie für Naturheilkunde ist das Interesse an Homöopathie oder Traditioneller Chinesischer Medizin von jeher am stärksten. Weniger nachgefragt werde die Traditionelle Europäische Naturheilkunde. Sie sei erst im Kommen und der breiten Masse noch zu wenig bekannt, sagt Institutsleiterin Sabine Richner. Gut möglich, dass sich das künftig ändert. Erfolgsversprechend kann sein, verschiedene Therapien zu kombinieren, sagt Martin Rutishauser von der Heilpraktikerschule Luzern. Als Masseur könne man beispielsweise auch Kinesiologie anbieten oder sich in Fussreflexzonen-Massage ausbilden lassen. So gelinge es vielleicht, eine Nische zu besetzen. Das Wichtigste ist jedoch, für sich die richtige Fachrichtung zu finden, denn Patienten und Patientinnen werden es spüren, ob jemand mit Begeisterung, Leidenschaft und Überzeugung bei der Sache ist.

Vorsicht: Schwarze Schafe!

Was man darüber hinaus wissen sollte: Stellen in Spitälern, Heimen, Medizinzentren oder Grosspraxen gebe es bislang kaum, sagt Christian U. Vogel, Präsident der Naturärztevereinigung der Schweiz. Wer sein Glück als Naturheilarzt, Feldenkrais-Spezialistin oder Ayurveda-Fachfrau versuchen will, muss es in der Regel als selbstständig Erwerbender tun. Und dazu braucht es nicht nur eine fundierte Ausbildung und eine gute Angebots-Palette, sondern Beharrlichkeit, Disziplin, ein hohes Mass an Kreativität und Motivation sowie ein gutes Netzwerk.

Pro Stunde verrechnen Therapeuten je nach Fachrichtung und Berufserfahrung zwischen 80 und 160 Franken. Ungefähr die Hälfte davon geht für die Praxismiete, Material, Versicherungen und die Altersvorsorge weg. Betriebswirtschaftliches Know-how und ein glückliches Händchen fürs Marketing in eigener Sache sind also notwendig, denn die Patienten werden nicht von alleine kommen. Es kann längere Zeit dauern, bis die Praxis läuft und rentiert. Ob man sich eine Existenz aufbauen kann und wie viel man verdient, hängt letztlich also auch davon ab, wie professionell man ans Werk geht.

Auswahl an Schulen und Ausbildungszentren
Akademie für Naturheilkunde, Basel: www.anhk.ch
Biomedica – Schule für westliche und fernöstliche Medizin, Basel und Zürich: www.bio-medica-basel.ch, www.bio-medica-zurich.ch
Heilpraktikerschule, Luzern: www.heilpraktikerschule.ch
• Institut für Integrative Heilpraxis iih, Luzern, Weggis, Zürich: www.heilpraxis-schule.ch
• Quinta Med – Akademie für Ganzheitliche Medizin und Naturheilkunde, Hettlingen: www.quintamed.ch
• Schule für angewandte Naturheilkunde, Zürich: www.nhk.ch
• Sake Bildungszentrum, Bern: www.sake.ch
• Samuel Hahnemann Schule, Aarau: www.hahnemann.ch
• Tao Chi-Schulungszentrum, Zürich: www.taochi.ch
• Zentrum Bodyfeet – Fachzentrum für Naturheilkunde und manuelle Therapien, Aarau, Rapperswil, Thun: www.bodyfeet.ch
• Paramed – Zentrum für Komplementärmedizin, Baar: www.paramed.ch

Wichtige Links
Verband Schweizerischer Naturheilkunde-Schulen: www.vsns.ch
• Informationen über die neu definierten Berufsfelder der Alternativmedizin und Komplementärtherapie: www.komplementaer.org
• Kurzbeschreibung von 120 Naturheilverfahren und Therapeutendatenbank: www.nath-pool.ch

Literatur

«Naturheilkunde und Komplementärmedizin», SDBB Verlag, Fr. 25.–

Fotos: fotolia.com

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