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Gesunde Haare

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe 03 - 2010 - 01.03.2010

Text:  Sabine Hurni

Ob Schmuck, Ausdruck der Persönlichkeit oder Ärgernis des Tages: Haare lassen kaum eine Frau kalt. Machen Stress und hormonelle Schwankungen dem Haar zu schaffen, ist ganzheitliche Hilfe nötig.

Die insgesamt etwa 100 000 bis 150 000 Kopfhaare gehören, ebenso wie die Nägel und die Körperhaare, zu den Hautanhanggebilden. Das Kopfhaar besteht aus drei Teilen. Dem Haarschaft, der Haarwurzel und der Haarzwiebel. Zu reden gibt vor allem der Haarschaft. Er ragt mal blond, mal fein, mal lockig und kräftig aus der Haut heraus. Tief in der Haut verankert liegen Wurzel und Zwiebel. Letztere bildet ständig neue Haarzellen, die für ein kontinuierliches Wachstum des Haares sorgen. Zu jedem Haar gehören zudem eine Talgdrüse, eine Nervenfaser und ein Haaraufrichtemuskel.

Damit die Haare kräftig und gesund nachwachsen, brauchen sie Pflege. Nicht nur von aussen, sondern auch von innen. Nährstoffe wie Vitamin B1 (Thiamin), L-Cystin und Keratin versorgen die Haarwurzeln über das Blut mit neuer Kraft. Fehlen diese Nährstoffe in der täglichen Kost, kommt es früher oder später zu einer ungenügenden Nährstoffversorgung der Haarwurzeln.

Es kann aber auch vorkommen, dass die Blutzirkulation abnimmt, zum Beispiel im Alter. In diesem Fall sind die Nährstoffe zwar in genügender Menge vorhanden. Sie erreichen jedoch die Haarwurzeln nicht oder nur unzureichend. Ein weiterer Faktor, der die Versorgung beeinträchtigen kann, ist der erhöhte Nährstoffbedarf in Stresssituationen: Bis das Blut bei den Haarwurzeln angekommen ist, haben andere Organe die Nährstoffe bereits für sich beansprucht.

Werden die Haarwurzeln aus einem dieser Gründe nur ungenügend mit Nährstoffen versorgt, kann sich daraus mit der Zeit der diffuse Haarausfall (in der Medizin als Alopecia diffusa bezeichnet) entwickeln. Weitere Formen von Haarausfall sind der kreisrunde Haarausfall (Alopecia areata) sowie der erblich-hormonell bedingte Haarverlust (Alopecia androgenetica), der bei den Männern zuerst zu den Geheimratsecken und später zur Glatzenbildung führt.

Erblich bedingter Haarausfall lässt sich nicht aufhalten oder rückgängig machen. Der diffuse Haarausfall sowie der kreisrunde Haarausfall lassen sich hingegen behandeln. Weil das Haar von innen heraus wieder kräftig nachwachsen muss, sind erste Erfolge vielfach erst nach einem halben Jahr sichtbar.

Tipps gegen Haarausfall
• Ernährung überprüfen
Kommen genügend mineralstoff- und vitaminreiche Lebensmittel auf den Tisch?
• Tägliche Kopfmassage
Während zehn Minuten mit etwas Pflanzenöl, Brennessel- und Birkensaft oder einem Haarwasser den Haarboden massieren. Tragen Sie die Substanzen vor der Massage am besten mit einem Wattestäbchen direkt auf den Haarboden auf.
• Nahrungsergänzung
Bierhefe enthält viele B-Vitamine, die das Haar stärken. Gleichzeitig unterstützt sie die Darmflora, was die Nährstoffaufnahme aus der Nahrung begünstigt. Brennessel- und Schachtelhalm-Tee enthalten Kieselsäure. Diese Substanz stärkt die Haare und Nägel. Kieselerde (Silicea) ist auch im Schüsslersalz Nr. 11 enthalten. Es hilft, zugleich den Körper zu entsäuern. Denn nicht selten ist Haarausfall auch die Folge von einem gestörten Säure-Basen-Gleichgewicht.
Anwendung: Täglich zehn Tabletten in Wasser gelöst einnehmen. Achten Sie auf eine ausreichende Eisenaufnahme, indem Sie zum Essen ein Vitamin C-reiches Getränk trinken. Weisse Sesamsamen enthalten sehr viel Kalzium und Magnesium. Jeden Morgen eine Handvoll davon knabbern oder ins Müsli geben.
• Sanfte Haarpflege
Das Haar reagiert langfristig auf Überbeanspruchungen durch Färben oder Dauerwelle. Sanfte Produkte schonen das Haar
• UV-Strahlen
Sie schädigen nicht nur die Haut, sondern auch das Haar. Eine Kopfbedeckung schützt vor zu viel Sonne. Salz- und Chlorwasser sollen nach dem Baden mit klarem Süsswasser aus dem Haar gespült werden.
• Kaltes Wasser
Fördert die Durchblutung des Haarbodens. Wechselduschen mit kaltem Wasser können das Haar kräftigen.
• Kämmen statt bürsten
Kräftiges Bürsten ist zu vermeiden. Kämmen Sie das Haar lieber sanft gegen die natürliche Wachstumsrichtung.
• Entspannung
Suchen Sei sich Erholung mit Entspannungsübungen, Meditationen, Massagen und warmen Tees.
• Arzt
Wenn alles nicht nützt oder der Haarausfall auffallend stark ist, sollte eine Untersuchung beim Arzt erfolgen.

Neue Kraft für die Wurzel

Während beim Coiffeur die Kopfmassage heute oft zum Haarwaschservice gehört, bleibt der Haarboden bei den meisten Frauen im Alltag unbeachtet – die Aufmerksamkeit liegt viel mehr bei den Haarspitzen. Obwohl auch in den Pflegespülungen, Schampoos und Haarmasken Vitamine enthalten sind, kommt die Grundnahrung fürs Haar übers Blut in die Haarwurzel. Hier können Heilpflanzen ihren Beitrag leisten, welche die Durchblutung der Kopfhaut anregen und so die Grundversorgung der Haare mit den nötigen Nährstoffen gewährleisten.

Eine Pflanze, welche die Durchblutung anregt und zudem leicht antiseptisch wirkt, ist die Grosse Klette (Arctium lappa). Ihre Wurzeln enthalten viel ätherisches Öl, Inulin und schwefelhaltige Äthylenverbindungen. Das macht die Klettenwurzeln zu einem Heilmittel, das früher bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt wurde. Heute findet die Heilpflanze vor allem bei Hautproblemen wie Ekzemen, Schuppenflechte, Akne, schlecht heilenden Wunden oder Insektenstichen Verwendung. Zum Einsatz bei Haarausfall kommt der Wurzelextrakt als Bestandteil von Haarwasser und Haarölen.

Fotos: zvg, s-a-m / flickr / cc

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