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Der zentrierte Mann

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe 02 - 2010 - 01.02.2010

Text:  Lioba Schneemann

Ein gesunder Beckenboden wirkt sich auch bei Männern positiv auf Rücken, Haltung und das Sexualleben aus.

Gezieltes Training des Beckenbodens fördert die Wahrnehmung und die Durchblutung der Körpermitte. «Vorwiegend geht es aber um die Hinwendung der Aufmerksamkeit zum Körper, das Erforschen von dessen Funktion und dem Zusammenhang mit der Psyche», sagt Beat Hänsli, der in Bern unter anderem Tai-Chi und Qigong unterrichtet und seit einigen Jahren auch Beckenbodenkurse für Männer anbietet. Falsche Vorstellungen über die Anatomie und Funktion des Bodens unter der Körpermitte führten dazu, dass bei vielen Männern das Becken blockiert sei, so Hänsli.

 

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«Ziel beim Beckenbodentraining ist die Entwicklung von Beweglichkeit, Zentriertheit und Stärke ohne Kraftmeierei», sagt er. Bei sich und zentriert zu sein brauche einen Boden. Die Männer lernten dabei eine andere Empfindsamkeit kennen. «Die subtile Kraft der Verbindungen aus der Mitte nehmen viele Männer üblicherweise nicht als Muskelkraft wahr.» Er beobachte bei seinen Klienten oft, dass sich mit der Beschäftigung des eigenen Körpers viele Probleme gleichzeitig wie von selbst auflösten.

Gut für die Potenz

Beckenbodentraining kann prophylaktisch und bei vorhandener Inkontinenz helfen, wird heute als Nachbehandlung bei einer Prostata-Operation erfolgreich eingesetzt und hilft gut bei Erektionsstörungen oder vorzeitigem Samenerguss. Eine Studie der Uniklinik Köln hat beispielsweise gezeigt, dass ein solches Training bei Erektionsstörungen besser wirkt als Potenzpillen – und ohne deren Nebenwirkungen. 80 Prozent aller Männer haben laut der Studie dank der Beckenbodenübungen nach sechs Monaten ihre Potenz wiedererlangt. Bei der Vergleichsgruppe, die ein Potenzmittel bekam, gelang dies in 74 Prozent der Fälle. Bei der Placebogruppe lag die Erfolgsquote immerhin bei fast 20 Prozent.

«Leider haben die wenigsten Männer einen Zugang zu ihren sexuellen Reaktionen oder beachten zu wenig, wie zart strukturiert diese sind», sagt der Zürcher Sexualtherapeut Peter Schröter. Wer seine Potenzprobleme nicht sofort repariert haben wolle und etwas aufgeschlossener sei, lasse sich aber durchaus für Beckenbodenübungen motivieren.

Kontinenz und Stabilität

Der Beckenboden gilt zudem als Schlüssel für eine bessere Stabilität der Wirbelsäule. So können auch Rücken- oder Hüftschmerzen, Knieprobleme und Verdauungsbeschwerden ihren Ursprung in einer schwachen Beckenbodenmuskulatur haben. Claudia Amherd vom Beckenbodenzentrum in Basel: «Männer mit einer Fehlfunktion der Beckenbodenmuskulatur sollten den Beckenboden gezielt trainieren. Die Gründe für eine Schwächung sind laut Amherd eine schlechte Haltung, Übergewicht, Bewegungsmangel, Asthma, chronischer Husten, schwere körperliche Arbeit oder allgemein mangelndes Körperbewusstsein.

Literatur
• Sonja Soeder und Grace Dorey: «Ganz Mann! Ganz fit – das Beckenboden-Training für mehr Potenz und Kontinenz» Trias Verlag 2010, Fr. 24.30
• Marita Seleger-Giuliani: «Beckenbodentraining – Die versteckte Kraft im Mann», Bebo Verlag, 2008, Fr. 36.50

Fotos: varioimages

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