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Kussfrischer Atem

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe 02 - 2010 - 01.02.2010

Text:  Sabine Hurni

Man riecht es und wendet sich angewidert ab. Nur der Betroffene selber merkt es oft nicht. Es gibt zum Glück Möglichkeiten, um Mundgeruch erfolgreich zu behandeln.

Am Morgen nach dem Aufstehen hatfast jeder Mundgeruch. Das ist zwar unromantisch, aber normal. Während der Nacht trocknet die Mundschleimhaut etwas aus und Bakterien zersetzen abgestorbene Zellen und Essensreste. Der bakterielle Abbau setzt Gase frei, die dafür verantwortlich sind, ob der Atem angenehm oder unangenehm riecht. Vor allem Schwefelverbindungen geben schlechten Atem.

Zunge reinigen

Die ausgeatmete Luft besteht zu 78 Prozent aus Stickstoff, zu weiteren 17 Prozent aus Sauerstoff, vier Prozent sind Kohlendioxid. Die schwefelhaltigen, unangenehm riechenden Gase machen meist nur gerade ein Prozent der Atemluft aus. Am Morgen ist der Schwefelanteil jedoch höher. Ebenso steigt er um das Zwei- bis Vierfache bei Frauen zur Zeit des Eisprunges sowie während der hormonellen Umstellung in den Wechseljahren.

Surftipps
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Swiss Dental Hygienists
Schweizerische Zahnärztegesellschaft

Die häufigste Ursache für Halitosis ist der Zungenbelag. Die Zunge ist mit ihrer grossen Oberfläche und der rauen Struktur ein beliebtes Tummelfeld für allerhand Mikroorganismen. Diese können sich dort viel besser ablagern als auf der glatten Oberfläche des Gaumens. Zahnärzte und Dentalhygienikerinnen empfehlen bei Mundgeruch deshalb die allmorgendliche Zungenreinigung und das Reinigen der Zahnzwischenräume mit Zahnseide.

Die Naturheilkunde geht noch einen Schritt weiter und überlegt sich, was den Zungenbelag begünstigt und was die Betroffenen tun können, damit er geringer wird. In der chinesischen Medizin wie auch in der indischen Naturheilkunde ist die Zunge ein wichtiges Diagnoseinstrument. Sie spiegelt sämtliche Verdauungsorgane wie Magen, Bauchspeicheldrüse, Dickdarm und Dünndarm. Gemäss diesen Lehren deutet zum Beispiel eine weisslich belegte Zunge auf eine Trägheit der Verdauungsorgane hin und darauf, dass die Nährstoffe nicht sauber verstoffwechselt werden. Das morgendliche Abschaben des Zungenbelages ist bei diesen Lehren sehr wichtig und hat einen doppelten Effekt: Es beseitigt die Bakterien im Mund und regt gleichzeitig indirekt die Verdauung an.

Sechs Tipps gegen Mundgeruch
• Überprüfen Sie ihre Ernährung
Nehmen Sie keine schweren Speisen zu sich und halten Sie sich fern von Glacé, kalten Getränken, Käse und Joghurt. Trinken Sie nach der Mahlzeit eine Tasse warmen Tee.
• Zungenschaber
Reinigen Sie jeden Morgen vor dem Frühstück Ihre Zunge mit einem Zungenschaber. Sie ziehen ihn von der Zungenwurzel zur Zungenspitze. Dabei wird nur ganz sanfter Druck ausgeübt, um die Zunge nicht zu verletzen.
• Dentalhygiene
Lassen Sie Ihre Zähne regelmässig von einer Dentalhygienikerin reinigen.
Keine Sprays und Spülungen
Mundsprays und Mundspülungen helfen nur vorübergehend. Sie können auf die Dauer die Bakterienflora im Mund zerstören. Zudem packen sie das Problem nicht bei der Ursache an.
• Kauen Sie Kaugummis
Diese erhöhen den Speichelfluss, dadurch bleibt die Mundschleimhaut feucht und die Bakterien bleiben weniger haften.
• Weniger Kaffee
Ein hoher Kaffeekonsum trocknet die Schleimhäute aus. Trinken Sie gleichzeitig genug Wasser und essen Sie saftige Früchte zum Ausgleich.

Fenchel für frischen Atem

Unterstützung bieten neben einer einwandfreien Mundhygiene auch die Fenchelsamen. Die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Gewürz- und Heilpflanze kennt fast jedes Kind, hilft sie doch schon den Allerkleinsten erfolgreich über Blähungen und Koliken hinweg. Da aus der Sicht der Naturheilkunde bei der Behandlung von Mundgeruch auch die Unterstützung der Verdauung empfohlen wird, bietet sich der Fenchel als Hilfsmittel daher geradezu an. Oft sind es gerade die diffusen Verdauungsschwächen, Blähungen, Verstopfung oder Völlllegefühl, über die im Alltag gerne hinweggesehen wird, die mit einer belegten Zunge einhergehen können.

Fenchelsamen enthalten ätherisches Öl, dessen wichtigste Inhaltstoffe Phenolcarbonsäuren sind; ausserdem kommen Flavonoide und in geringer Konzentration Cumarine vor. Diese Wirkstoffkombination regt die Verdauungssäfte an und stärkt die Darmmuskulatur. Das hat zur Folge, dass sich weniger Gärungsprozesse entwickeln können.

Literatur
Andreas Filippi: «Frischer Atem – Ein Ratgeber zum Tabuthema Mundgeruch» Quintessenz Verlags-GmbH, 2006 Fr. 10.90

Foto: fotolia.com

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