Artikel Gesundheit :: Natürlich Online Heilpflanze Vogelmiere | wolfs heilpflanze | gesund werden | Natürlich

Heilpflanze Vogelmiere

Kategorie: Gesundheit, Heilpflanzen

Text:  Steven Wolf

Die Vogelmiere legt uns die Sterne der Vergebung zu Füssen. Manch Gärtner ist sie jedoch eher ein Dorn im Auge. Denn die Vogelmiere gilt als schier unausrottbares «Unkraut». Dabei steckt in dem zierlichen Gewächs grosse Heilkraft.

@ GettyImages.com

Das Lebensrad der Jahreszeiten dreht sich weiter, und wir bewegen uns in Richtung Ostara, das zur Frühlings Tag- und Nachtgleiche zwischen dem 20. und 23. März gefeiert wird. Das Fest der Sonne, der Kardinalpunkt, findet am 20. März statt. Es handelt sich dabei um einen der zwei Tage, wo der lichterne Tag und die Schwärze der Nacht gleich lang andauern. Der Kardinalpunkt ist ein äusserst energievoller Meilenstein des Kreislaufes der Natur. Die dunkle Wintermutter übergibt am 20. März ihre Regentschaft den jungen, vor Leben strotzenden Frühjahrsenergien. Auch die heidnischen Naturgottheiten feiern ihre Feste: die lichtvolle Brighid wandelt sich nun zur jugendlichen Freya, der Frühlingsblütenkönigin.

Weicher grüner Teppich
Alles ist bereit, um mit Tatendrang und lebensbejahender Lust in den Frühling zu starten. Doch zuerst muss aufgeräumt werden. Im Innen wie im Aussen. Der wichtige Frühjahrsputz sollte vor dem 20. März erfolgen - bevor wir unser Leben wieder vermehrt nach draussen verlegen. Neben dem Putzen, Ausmisten, Auslüften, Fasten und Entschlacken, darf der Winter auch mit einem Feuerritual vertrieben werden. Ob Sie nun Strohpuppen, Staubfänger oder alte Briefe verbrennen, entscheiden Sie selbst. Aber eines ist sicher: den Kindern macht es Spass, und den Erwachsenen ebenso. Weicher grüner Teppich In dieser bewegenden Zeit ziehe ich mich gerne aus dem Alltag zurück und begebe mich vermehrt in die Stille. In dieser inneren Einkehr weilens liebe ich es, in der Natur umherzustreifen. Ich geniesse die zunehmende Kraft der Sonne und erfreue mich am spriessenden Grün um mich herum. Doch ganz allein bin ich nicht! Fast penetrant kreuzt ein Kraut meinen Weg: die Vogelmiere (Stellaria media). Sie spiegelt die Zeitqualität, in die wir uns jetzt hineinbegeben.

Zart und lieblich sieht sie aus, die Vogelmiere. Der grüne Bodenbedecker gilt als unausrottbares Unkraut, dem gewissenhafte Gartenfreunde nicht einmal mit der Chemiekeule die Stirn bieten können. Das weiche Kraut bildet mit Vorliebe grüne Teppiche. Es besitzt stark verästelte, runde Stengel, die eine einreihige Behaarung aufweisen. An ihren Stengelknoten bilden sich bei Bodenkontakt sofort neue Wurzeln. Die leuchtend grünen Blätter sind gegenständig angeordnet, oval und zugespitzt. Die kleinen, schneeweissen, bezaubernd schönen Blüten sehen aus wie kleine Sterne, daher auch der lateinische Name.

In Ihrer kurzen Lebensdauer verschenkt sich die Vogelmiere dem Leben: Jedes einzelne Pflänzchen entwickelt bis zu 15 000 Samen, die jahrzehntelang keimfähig bleiben. Auf diese Weise gebiert die Vogelmiere übers Jahr hinweg bis zu sechs Generationen. Sie ist absolut anspruchslos und schafft sich mit ihrem raschen Wuchs einen klaren Vorsprung gegenüber anderen Pflanzen bei der Besiedelung von freien Flächen.

Die botanische Bezeichnung Stellaria media, bedeutet «mittlerer Stern». Mit ihren sternförmigen, schneeweissen Blüten und dem funkelnden Glanz der Blätter kommt sie mir wirklich vor wie ein Wesen von einem anderen Stern. Wie der Mensch selbst ist auch sie ein Sternenkind. Und so passt die Vogelmiere gut zum Milzkraut, dem Gral des Frühlings, und dem Ehrenpreis, dem Himmel auf Erden. Zudem lässt sie sich gut zu einer Blütenessenz verarbeiten (siehe dazu die Herstellung einer Schneeglöckchenessenz).

Gesund | Das «Vögelichrut» ist ein wohlschmeckendes Wildgemüse, reich an Mineralstoffen (insbesondere Kalzium), Vitaminen (A, B und C) und pflanzlichem Eiweiss. Seine spirituelle Botschaft an uns Menschen: Möge Vergebung Dein Schlüssel sein. Ein neues Zeitalter hat begonnen.

Die Botschaft der Vogelmiere
Doch was bedeutet die Sternenkraft der Vogelmiere für uns Menschen? In der Pflanzenmeditation begegnet mir das schillernde und lichte Kind der Sterne. Liebevoll umarmt es mich. Tief berührt und den Tränen nah flüstert es mir mit zärtlicher Stimme zu: «Möge Vergebung Dein Schlüssel sein. Ein neues Zeitalter hat begonnen. Aber wisse Mensch, Vergebung beginnt zuerst in deinem Innern; erst dann kann man im Aussen vergeben. Es ist an der Zeit, loszulassen: deine Vergangenheit, Situationen, Begebenheiten, Momente in denen du dir selbst immer noch ein beklemmendes Gefühl gibst; auch unverarbeitete Gefühle sollst Du loslassen, ebenso Gefühlsspannungen die dein Herz, dein wirkliches Sein, einschnüren, in denen du dich selbst verurteilst, die immer wieder aufbrechen, dich verfolgen und deinen Energiehaushalt beeinträchtigen. Du darfst all das loslassen und dir selbst vergeben. Die Heilung des Vergebens, die du dir selbst schenkst, wird dein inneres Wesen zum Strahlen bringen, und deinen ganzen Weg erleuchten. Dies kann ein Weg sein, um auch die Spannungen und die Spaltung der Gesellschaft, die ihr jetzt erlebt, zu heilen. Denn was ist die Schöpfung anderes als Liebe?! Durch meinen starken Bezug zum Mond und Wasserelement unterstütze ich die Gefühlswelten und stärke die Intuition. So erweiche ich Verhärtetes und Du kannst das Leben wieder mit grosser Flexibilität meistern. Das ist wichtig. Denn die Flexibilität aller Lebewesen auf dieser Erde wird für eine geraume Zeit stark gefordert sein und ist somit für die Zukunft ALLER von grosser Bedeutung. Selbst die Schmähungen, die Unterdrückungen und die Demütigungen können dir nichts mehr anhaben. Nichts und niemand kann dich klein machen - nicht einmal du selbst.»

Das fast ganzjährige stetige Wachsen, Blühen und Absamen der Vogelmiere vermittelt eine nahezu unerschöpfliche Kraft, sich zu zeigen. Selbst eine dichte, schwere Schneedecke kann ihre Vitalität nicht stoppen. Sie spiegelt somit Durchhaltevermögen, Hartnäckigkeit und Selbstvertrauen. Auch das wird mir in der tiefen Meditation mit der Vogelmiere vermittelt: «Mit meiner Hilfe befähige ich dich, stark zu bleiben. Ich schenke dir den Mut, dich zu zeigen und aufrecht zu deinen Qualitäten zu stehen. Gehe Schritt für Schritt in Richtung deines Ziels. Lass dich durch Rück- und Schicksalsschläge nicht mehr blockieren.»

Schmackhaftes Frühlingskraut
Das Wesen der Vogelmiere zeigt sich auch gerne bei Menschen, die hart Arbeiten und ihr Sein hauptsächlich durch Arbeit definieren. Ebenso bei Menschen, die an sich zweifeln, sich klein und minderwertig fühlen. Als Wildkraut in der Küche, als Tee oder Kompresse wirkt die Vogelmiere kühlend (Mond) und Wasser und Schleim regulierend; so gleicht sie die übermässige Hitze von Sonne und Mars aus. Daher nutze ich sie bei juckenden Hautentzündungen, Augenentzündungen, Verbrennungen, Schürfwunden, Ekzemen, Neurodermitis, Schweissbläschen und Nesselfieber, aber auch bei Entzündungen der Lunge, Bronchitis, Brustfellentzündungen, Husten, Schnupfen, Heiserkeit und Entzündungen des Magen/Darmtraktes. Sie hilft auch zum Ausgleichen von Verspannungen und Krämpfen, zum Beispiel zur Entspannung der Muskulatur und bei wandernden Schmerzen mit der Tendenz zu morgendlicher Verschlimmerung. Aber auch generell bei Schmerzen in Gelenken, Muskeln und im Rücken wende ich sie gerne an. Besonders empfehlenswert sind Vogelmiere-Kräuterbäder für Kleinkinder mit Bauchkrämpfen.

Das «Vögelichrut», das zuweilen als «Unkraut» verschrien ist, ist ein wohlschmeckendes Wildgemüse, das sich von selbst anbaut, nicht dem Schneckenfrass unterliegt und einen wertvollen Schutz und Mulchersatz für nackte Böden bietet. Es enthält Mineralstoffe, Vitamine und pflanzliches Eiweiss. Reichlich vertreten sind zum Beispiel Vitamin A (Karotin), B und C. Bereits 50 Gramm Vögelikraut pro Tag decken in etwa den Vitamin-C-Bedarf eines Erwachsenen. Zudem enthält das Kraut sehr viel Kalzium, Eisen und Magnesium. Geerntet werden alle oberirdischen Teile. Sie schmecken, frisch und roh gegessen, nach frischen jungen Erbsen. Das frische Kraut eignet sich für Smoothies, Salate, Kräuterbutter- und quark sowie Suppen.

Gut zu wissen

Herstellung von Vogelmiere-Öl

Geben Sie eine Hand voll frisch geschnittene Vogelmiere in ein Einmachglas und bedecken Sie dieses mit Olivenöl.

Lassen Sie das Gemisch eine Woche stehen und schütteln sie es täglich. Dann können Sie das Öl absieben, das Kraut ausdrücken und das Vogelmiere-Öl in dunkle Flaschen füllen. Es ist sehr hilfreich bei Neurodermitis und Hautekzemen.

* Steven Wolf hat schon als Kind von seiner Grossmutter altes Pflanzenwissen gelernt und weiss um die Kraft der Natur mit all ihren sichtbaren und unsichtbaren Wesen. Er lebt in Escholzmatt, wo er zusammen mit seiner Partnerin ganzheitliche Pflanzenkurse für interessierte Menschen durchführt. Im Lochweidli steht dafür eine eigens gebaute Schuljurte. www.pflanzechreis.ch 

Foto: gettyimages.com

Tags (Stichworte):

Kategorie: Gesundheit

Ausbildung in der Naturheilkunde

Naturheilpraktiker und Komplementärtherapeuten übernehmen künftig eine noch...

Kategorie:

Kategorie: Gesundheit

Brustkrebs bei Männern

Brustkrebs ist nicht nur Frauensache. In der Schweiz erkranken jährlich gegen...