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Heilpflanze Stechpalme

Kategorie: Gesundheit, Heilpflanzen

Text:  Steven Wolf

Die Stechpalme bringt Licht in die dunkle Jahreszeit und in unsere Herzen. Als Heilmittel wirkt sie entgiftend und stärkt die Abwehrkräfte.

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Kurz vor Weihnachten feiern wir in der längsten Nacht des Jahres die Wintersonnenwende. Mit diesem «Julfest» beginnen auch die Rauhnächte, die bis in den Januar dauern. In den heiligen, geweihten Nächten wird die Dunkelheit erhellt. Was tot und verloren scheint, erwacht. Es ist die Zeit der Toten-, Sonnen,- und Fruchtbarkeitsriten. Wie ein harmonisches Netzwerk fliessen diese Riten ineinander, erwecken das Licht und hauchen der Natur neues Leben ein. Als Symbol des Lichts, das sich in der Dunkelheit erhellt, steht seit Urzeiten der «Weihnachtsbaum». Diese Tradition soll bis weit in die Steinzeit zurückreichen. Abseits der Bergregionen, als noch keine Tannen im Flachland wuchsen, repräsentierten die Stechpalme und die Eibe den winterlichen Weltenbaum. Das Aufhängen ihrer immergrünen Zweige diente der Einladung und der Verehrung des Waldschutzgeistes. Auch heute noch locken wir mit Adventskranz und Weihnachtsbaum die lichtvollen Waldgeister ein, damit sie in unserem Wohnzimmer Schutz vor der Winterkälte finden. Zum Dank schirmen sie unser Anwesen gegen Unholde ab, sodass nichts diese heilige Zeit stören kann.

Der Christbaum als Lebens- oder Weltenbaum symbolisiert das vernetzende Gewebe des Lebens und die Verbindungen zu anderen Welten. Um dies zu ehren, schmücken wir ihn mit den Zeichen des Kosmos, den Sternen sowie mit heiligen Symbolen wie dem Fliegenpilz, den nordeuropäische Schamanen zum Fliegen und Träumen nutzten, oder den goldenen Äpfeln der ewigen Jugend. Die Christbaumkugeln ersetzten heute die goldenen Äpfel. Am Baum hängen zudem die Nüsse der Weisheit und das Engelshaar der Holle, das für Vernetzung und Verbindung steht; das Lametta symbolisiert die Strahlkraft und Klarheit der Sterne, die Strohtiere die Urkraft der Überwindung und die Kerzen das immerwährende Licht in der Dunkelheit; und auf der Baumspitze thront traditionell ein achtstrahliger, goldener Stern. Er ist das Lichtsymbol für den Jahreszyklus und steht zugleich für das ewig drehende Rad des Lebens.

Spannungsfelder verbinden
Der heidnische, mit immergrünen Stechpalmenblättern gekrönte Winterkönig Samhain behütet das ewige Lebensgrün im Schosse der Mutter Erde. Die Stechpalme, auch Holly (= heilig) genannt, steht im Jahreskreis dem Sommer respektive dem Eichenkönig gegenüber, einem der grössten und mächtigsten Bäume unserer Wälder. So verwundert es nicht, dass die Stechpalme am liebsten bei den Eichen wächst. Das Wesen der Eiche kann mit Johannes dem Täufer in Bezug gebracht werden, weil beide zur Sommersonnenwende ihren Kopf verlieren. Johannes wie die Eiche stehen als Vorboten für etwas Grösseres.

In den leuchtend roten Beeren und den stechenden Blättern der Stechpalme sahen die christianisierten Alten einen Bezug zum blutenden Jesus mit seiner Dornenkrone; in den weissen Blüten verkörpert sich die Reinheit der Gottesmutter Maria, unserer Ur- oder Himmelsmutter. In der Stechpalme erkennen wir zudem das Christuslicht, welches das lichtvolle Herz symbolisiert.

Das ganze Jahr hindurch haben wir an uns gearbeitet. Wir haben einen Bogen über das Jahr gespannt und das Leben hoffentlich trotz Corona auch genossen. Stündlich, täglich, jährlich sind wir beherrscht von Spannungsfeldern: Die Polarität von Weiblich und Männlich, Tag und Nacht, das Annehmen von geliebten und ungeliebten Wesenszügen, Schmerz und Freude, Verletzung und Heilung. Der Mensch baut ein Spannungsfeld zwischen sich und der Umwelt auf: die Körperspannung, der mit Haut überspannte Körper, die Anspannung und Entspannung von Muskeln und Organen. Selbst Psyche und Seele bewegen sich in einem Spannungsfeld: in jenem der Liebe, des Lebens und des Todes.

Gut zu wissen
Die Stechpalme anwenden

Innerliche Anwendung
Ein gestrichener Kaffeelöffel Blattpulver, oder 2 TL getrocknete Stechpalmenblätter über Nacht in einer Tasse lauwarmen Wassers (250 ml) zugedeckt ziehen lassen. Am nächsten Tag den Tee erwärmen und filtern. Es können 1–2 Tassen täglich davon getrunken werden.

Äusserliche Anwendung
Als Wickel aus Frischpflanzenmus oder einem starken Tee wirkt die Stechpalme bei verrenkten Gliedern, Beulen, Gelenkerkrankungen, Hautkrankheiten und vielem mehr.

Talisman
Frische rote Beeren
auf einem roten Faden aufreihen. Getrocknet als Kette um den Hals tragen. Das schützt, klärt und gibt Orientierung, verbindet die Vergangenheit mit der Zukunft und stärkt die Herzensliebe.

Holly verhilft zu Grossherzigkeit
Wie der Mensch verfügen auch Pflanzen über grosse Spannkraft – ansonsten würden viele von ihnen an der Last ihrer Früchte brechen. Im Herbst lassen sie die Früchte fallen und ziehen sich zurück, um im Frühjahr mit neuer Spannkraft zu wachsen. Für mich ist ein Farnwedel der Inbegriff von Spannung, genauso wie die Rundbögen der Brombeeren. Gegen Ende des Jahres lassen wir, genauso wie die Pflanzenwelt, die Spannung etwas los. In den heiligen Nächten vor Weihnachten wird es Zeit, dass wir uns entspannen und uns der Anbindung an die höheren Schwingungen der Liebe öffnen. Auf diese Weise tragen wir die Liebe in unser Leben und weben sie in den nächsten Jahreszyklus mit hinein. Dabei unterstützt uns die Stechpalme.

Die Bachblüte Nr. 15 «Holly», die «Herzöffnungsblüte» genannte Essenz aus Stechpalmenblüten, hilft, grossherziger zu sein. Besonders hilfreich ist sie für Menschen, die gekränkt und misstrauisch sind und sich aus dem Käfig der Lieblosigkeit befreien wollen. «Holly» schützt uns vor dem Strudel negativer Gedanken und fördert die Bereitschaft, diese destruktive Schwingung umzuwandeln, fördert Geduld, Mitgefühl, Freundlichkeit und Offenheit. Dadurch erlangt man ein tiefes Verständnis gegenüber menschlichen Gefühlswelten und findet leichter zu sich selbst und zu anderen Wesen. So wirkt die Stechpalmenblütenessenz auch gegen Ichbezogenheit, Aggression, Gewalttätigkeit, Eifersucht, Neid, Rachsucht und Missgunst.

«Mate-Tee Europas»
Die Europäische Stechpalme (Ilex aquifolium) aus der Familie der Stechpalmengewächse (Aquifoliaceae), wird auch Christdorn, Walddistelstrauch, Ilex, Schrattenbaum oder Wintergold genannt. Meist findet man sie in Parks und Gärten, bisweilen auch verwildert im Unterholz lichter Wälder. Keine andere heimische Pflanze hat derart hartes, stacheliges, immergrünes Laub wie die Stechpalme. Auffällig ist auch ihre Wehrhaftigkeit: Im unteren Bereich des Strauches sind die Blätter sehr stachelig, im Kronenbereich hingegen, dort wo Rotwild, Kühe und Ziegen nicht hinkommen, sind sie meist stachellos und ganzrandig. Die Pflanze schützt sich also nur dort, wo sie Schutz benötigt. Sie symbolisiert damit auch die Weisheit, um angemessene Entscheidungen treffen zu können.

Im Alltag nutze ich die Stechpalme gegen körperliche und geistige Ermüdung, um Sorgen zu verscheuchen und Strapazen leichter ertragen zu können. Am Morgen nüchtern genossen, wirkt Stechpalmentee anregend. Man nennt ihn auch den «Mate-Tee Europas», da er ähnlich schmeckt und auch ähnliche Wirkungen hat. Tee aus den Blättern der Stechpalme wird bei Durchfall, Leber- und Nierenleiden, rheumatischen Erkrankungen, Magenreizungen und Krämpfen gebraucht. Vor allem aber ist er ein hervorragendes Fiebermittel, wenn das Fieber zu lange dauert und den Maladen zu sehr schwächt. Ich schätze ihn zudem als Verdauungs- und Erfrischungsmittel während des ganzen Tages. Der Tee wirkt sehr anregend, kräftigend und stärkend auf das Immunsystem. Und die harntreibende Wirkung beschleunigt die Ausscheidung von Giftstoffen aus dem Körper.

Wie die Rinde stehen auch die Blätter des immergrünen Stechpalmenbaumes das ganze Jahr über zur Verfügung; sie können frisch oder getrocknet verwendet werden. Die beste Erntezeit ist der Sommer. Als Heilmittel verwendet man die ganzrandigen, ungezahnten Blätter aus dem oberen Bereich des Baumes. Man schneidet die Zweige ab, trocknet sie bei 30 Grad im Ofen und pulverisiert anschliessend die getrockneten Blätter. Das hellgrüne Pulver riecht anfangs krautartig. Doch nach einigen Monaten bekommt es eine sehr aromatische Note. Es eignet sich für verschiedene, allgemein stärkende Teemischungen, zum Beispiel kombiniert mit Wermuth und Salbei. Anstelle der Blätter kann man den Tee auch mit Rinde machen. Die verlockend aussehenden roten Beeren hingegen sind giftig.



Steven Wolf hat schon als Kind von seiner Grossmutter altes Pflanzenwissen gelernt und weiss um die Kraft der Natur mit all ihren sichtbaren und unsichtbaren Wesen. Er lebt in Escholzmatt, wo er zusammen mit seiner Partnerin ganzheitliche Pflanzenkurse für interessierte Menschen durchführt. Im Lochweidli steht dafür eine eigens gebaute Schuljurte. www.pflanzechreis.ch

Herzöffner


Blätter und Rinde der Stechpalme enthalten Gerb- und Bitterstoffe, Flavonoide, Theobromin, Coffein, Vanillin, Mineralstoffe und Pektine. Der Tee davon wirkt fiebersenkend, hustenstillend, krampflösend und abführend. Er ist ebenfalls stark harntreibend und somit hilfreich bei Rheuma und Gicht. Die Essenz der Blüten wiederum bringt Licht in düstere Gedanken und kann verschlossene Herzen öffnen. Die Beeren sind giftig!

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