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Liebe und das Schenken

Kategorie: Gesundheit

Text:  Leila Dregger

Diesmal geht es um das Schenken. Sie erfahren hier zwar nicht, was Sie Ihren Liebsten zu Weihnachten schenken können; aber wie Schenken wieder zum Ausdruck von Liebe wird.

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Und nicht zum Tauschhandel, zu dem wir es gemacht haben. Freies Schenken ist ohne jede Erwartung. Wer aus freiem Herzen schenkt, braucht kein Gegengeschenk, ja noch nicht einmal einen Dank oder eine besonders zur Schau gestellte Freude. Denn im Schenken selbst liegt so viel Glück und Erfüllung – das reicht. Etwas zu verschenken, das uns tatsächlich etwas wert ist, befreit uns und macht uns leicht. Freies Schenken wartet auch nicht auf Weihnachten oder Geburtstage. Es kommt, wenn es kommt. Frei Schenken ist wie frei Lieben. Schenkökonomie ist Liebesökonomie!

Und das soll funktionieren? Auf diese Weise sollen wir all die Liebe bekommen, die wir uns wünschen? Ohne Vertrag und Gegenleistung? Ja, es funktioniert! Die Natur basiert seit Milliarden Jahren auf diesem Prinzip. Ein Baum gibt seine Früchte in Fülle, und viele Wesen leben davon. Er tut das nicht, weil er Gegengeschenke oder Dankbarkeit erwartet; seine Geschenke sind Ausdruck seiner Natur. Umgekehrt geben andere Wesen ihm die Nährstoffe, die Musik, die Vielfalt, die der Baum braucht; und sie verteilen seinen Samen weiter. Das tun sie aber nicht, weil sie dem Baum etwas schuldig sind. Sie tun es, weil es wiederum ihre Natur ist. Das ist Schenkökonomie: In aller Grosszügigkeit schenken und Geschenke annehmen. Das ist die Bedingung für jedes Biotop.

Freies Schenken ist also pures Glück. Aber was ist mit der anderen Seite: dem Annehmen von Geschenken? Das ist nicht ganz so einfach. Wir denken: «Oh Gott, was erwartet sie oder er jetzt von mir?» «Wozu verpflichtet mich das Geschenk?» «Das kann ich nie wiedergutmachen.» Viele Beziehungen – auch zwischen Eltern und Kindern – kranken daran, dass Geschenke nicht frei gegeben und nicht frei angenommen werden. Gerade wenn ein Mensch sich ablöst – zum Beispiel, wenn ein Kind auszieht – haben Geschenke den Beigeschmack, ihn zu binden. Das sind aber keine Geschenke. Das ist Tauschhandel. Manchmal sogar Erpressung.

Noch einmal: Wenn es wirklich ein Geschenk ist, dann birgt es keine Verpflichtung in sich, auch keine unausgesprochene. Ich darf es einfach annehmen – und meiner Wege ziehen. Ich darf mich einfach lieben lassen. Liebe anzunehmen, ist ein Öffnungsvorgang, nach dem sich unser Inneres sehnt, auch wenn wir uns noch so sehr sträuben. Es nährt uns – aber verpflichtet uns nicht zu Gegenliebe; und auch nicht dazu, einem bestimmten Bild zu entsprechen oder eine Beziehung einzugehen. Ob aus einer Liebe eine Beziehung wird, entscheidet sich viel später. Im Moment geht es nur darum, dieses Geschenk der Fülle und Liebe anzunehmen. Dann funktioniert die Liebesökonomie.

Beim freien Schenken ist – genauso wie beim freien Lieben – immer ein Stück Himmel dabei. Also etwas, das nicht von uns kommt, sondern durch uns. Deshalb musste ich einfach ans Christkind glauben: Niemand anderes hätte mir als Kind so etwas Grossartiges wie ein rotes Fahrrad schenken können. Und von niemandem hätte ich das so frei annehmen können – denn ich konnte gar nicht so brav sein, um mich diesem Geschenk würdig zu erweisen. So aber war es das pure Glück.

Mein Tipp: Üben Sie freies Schenken! Fangen Sie gleich heute damit an: Trennen Sie sich von etwas, das Ihnen auch tatsächlich etwas bedeutet, und geben Sie es jemandem, dem Sie eine Freude machen wollen. Vielleicht auch anonym. Der Solothurner Geld-Experte Christoph Pfluger empfiehlt, jeden Tag mindestens 10 Franken zu verschenken. An irgendjemanden. «Verschenken ist das sinnvollste, was Sie mit Geld tun können», sagt er. «Das befreit ungemein und ist billiger und wirksamer als jede Therapie.»


Leila Dregger ist Journalistin und Buchautorin (u. a. «Frau-Sein allein genügt nicht», Edition Zeitpunkt). Sie begeistert sich für gemeinschaftliche Lebensformen und lebt seit 16 Jahren in Tamera, Portugal, wo sie beim Verlag Meiga und der Globalen Liebesschule mitarbeitet.

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