Artikel Gesundheit :: Natürlich Online Corona | coronapandemie | gesund sein | Natürlich

Corona

Kategorie: Gesundheit

Text:  Markus Kellenberger

Corona ist das dominierende Thema dieses Jahres – und vielleicht auch darüber hinaus. Das Virus und die Angst vor ihm treiben uns seit Monaten vor uns her. Regierungen erlassen ständig neue Massnahmen, ein Ende ist nicht in Sicht. Doch langsam wird es Zeit, wieder zur Ruhe zu kommen und den gesunden Menschenverstand einzuschalten.

@ unsplash.com/@hendoo

Vorab möchte ich klarstellen: Ich bin kein Coronaleugner – es gibt dieses Virus. Ich bin kein Verschwörungstheoretiker – ich glaube nicht an eine geheime Verschwörung irgendwelcher «dunkler» Mächte oder Interessentengruppen. Ich bin kein Impfgegner – es gibt wirksame Impfungen. Und ich bin kein «Covidiot» – gewisse Hygienemassnahmen sind bei epidemischen Krankheiten durchaus sinnvoll.

Aber: Ich bin ein Coronaskeptiker. Gerade als Journalist ist es meine Aufgabe, Meldungen zu überprüfen, egal, von welcher Quelle sie auch stammen mögen, Gegenmeinungen einzuholen und auch diese wiederum zu überprüfen. Und dann ist es meine Pflicht, diese nach bestem Wissen und Gewissen überprüften, oft völlig gegenteiligen Aussagen und Fakten den Leserinnen und Lesern zur Verfügung zu stellen, damit diese sich als mündige Bürger selbst ein Bild machen können. Ob den Lesenden und mir diese Fakten gefallen, ob sie in mein Weltbild oder in das meines Arbeitgebers passen oder irgendeine politische Haltung stützen respektive stürzen, darf dabei keine Rolle spielen.

Seit das neuartige Coronavirus (wissenschaftlich korrekt Sars-CoV-2-Virion genannt) in den Medien aufgetaucht ist, verfolgen wir von der «natürlich»-Redaktion interessiert und – das hängt mit unserem Berufsbild zusammen – auch skeptisch die Berichterstattung dazu auf allen Kanälen. Und etwas fassungslos stellen wir seit Ausrufung der Pandemie durch die WHO drei Dinge fest:

1. In vielen wichtigen Medien gibt es kaum mehr eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema. Konsens in vielen Zeitungs-, TV- und Radioredaktionen scheint zu sein: Was das BAG oder die WHO sagen, sagen wir auch – egal, was die sagen.

2. Kritische Fachleute, die zu Beginn der Pandemie in den Medien zumindest teilweise noch zu Wort kamen, finden heute kaum noch eine Möglichkeit, ihre Sicht der Dinge in Zeitungen oder TV darzustellen. Und falls doch, werden sie gern in die Nähe der Coronaleugner geschoben und somit kaltgestellt – losgelöst von der Frage, wie kompetent diese Experten oder wie überprüfenswert ihre Fakten sind. Dasselbe passiert in der Privatwirtschaft, beispielsweise im Gesundheitsbereich: Coronakritische Ärztinnen und Ärzte und Forschende werden von ihren Arbeitgebern zum Stillschweigen verpflichtet oder, so geschehen im Kanton St. Gallen, entlassen.

3. Die auf Fallzahlen und Schreckensmeldungen fokussierte Berichterstattung hat die Gesellschaft in der Coronafrage deutlich gespalten: in Menschen, die aus Angst vor dem Virus jede noch so einschränkende Massnahme befürworten würden – und Menschen, welche die Pandemiemassnahme wie Lockdown oder Maskenpflicht zunehmend scharf kritisieren.

Als Folge davon grassiert besonders in den sozialen Medien und auf verschiedenen Internetseiten ein in dieser Form bisher kaum dagewesenes Denunziantentum. Menschen mit Meinungen, die nicht jener von WHO und BAG entsprechen, werden, wie beispielsweise auf der Website von Psiram, ohne weitere Prüfung ihrer Aussagen als Esoteriker, Verschwörungstheoretiker und Leugner namentlich aufgeführt und damit als unglaubwürdig gebrandmarkt – egal, wie renommiert oder seriös sie als Forscher, Wissenschaftler oder Ärzte auch sein mögen.

Diese drei Feststellungen machen mir Sorgen, denn: Wo ist da die Meinungsfreiheit und mit ihr die Meinungsvielfalt geblieben, die eigentlich den Grundstein unserer aufgeklärten und demokratischen Gesellschaft bilden sollte? Wohin entwickelt sich eine Gesellschaft, in der es nur noch darum geht, um jeden Preis recht zu haben und alle anderen, die das nicht so sehen, diskussionslos und ohne weitere seriöse Überprüfung als unglaubwürdige Lügner hinzustellen? Ich wage diesbezüglich keine Prognose, als Mensch und Journalist bin ich alles andere als allwissend.

Und genau deshalb wage ich zu fragen: Was wissen wir bis heute eigentlich über das grassierende Coronavirus und seine Folgen? Die Berichterstattung in vielen Medien, die uns täglich mit Coronaneuigkeiten aus der ganzen Welt füttert, Informationen vom BAG, Infiziertenzahlen, Positivitäts- und Reproduktionsraten, Todesfällen, tatsächlich beobachteten oder nur vermuteten Krankheitsfolgen, Spekulationen über den Stand der Impfstoffentwicklung und den kaum mehr überschaubaren lokalen, regionalen, kantonalen und länderspezifischen Massnahmen, ist eine schlichte Überforderung.

Unbestrittene Fakten sind:

Das aktuelle Coronavirus ist ansteckender als Grippe- respektive Influenzaviren. Der Grund: Sars-Cov-2-Infizierte tragen das Virus bis zu zwei Wochen in sich, bevor sich – wenn überhaupt – Krankheitssymptome zeigen. Bei Grippeviren hingegen vergehen vom Moment der Ansteckung bis zum Krankheitsausbruch nur ein bis zwei Tage. Coronainfizierte haben also mehr Zeit, unwissentlich andere Menschen anzustecken.

Das aktuelle Coronavirus ist weltweit laut WHO für rund 3 Prozent der Erkrankten tödlich; bei einer normalen Grippewelle sterben 0,1 Prozent der Erkrankten. Für die Schweiz gilt in konkreten Zahlen: In normalen Grippejahren sterben in der Schweiz jeweils zwischen 600 bis 1500 Menschen; bei einer schweren Grippewelle wie im Winter 2017/18 waren es geschätzt um die 2500. An respektive mit Corona starben bisher (Stand Mitte September 2020) rund 1750 Menschen.

Das Durchschnittsalter aller an Corona verstorbenen Personen in der Schweiz liegt bei knapp 84 Jahren (durchschnittliche Lebenserwartung in der Schweiz: 83,6 Jahre). Interessant ist hier, dass Corona weitgehend dieselbe Risikogruppe trifft, die auch bei einer Grippewelle schwere bis tödliche Krankheitsverläufe zeigt.

Bei Grippe und Corona litten über 90 Prozent der Verstorbenen – oft altersbedingt – an derart schweren Vorerkrankungen, dass eine Virusinfektion jeweils der Tropfen ist, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Unterschiedliche Quellen und Zählarten lassen darauf schliessen, dass weit über 90 Prozent aller Coronainfizierten – wenn überhaupt – nur leichte, grippeähnliche Krankheitssymptome entwickeln, die meist ohne ärztliche Behandlung überstanden werden. Treten aber schwere Symptome auf, sind diese oft mit langwierigen Krankheitsverläufen und – bisher nicht in jedem von den Medien verbreiteten Fall auch wissenschaftlich gesicherten – Folgeschäden oder Folgeerkrankungen verbunden.

Wegen Corona gab es in der Schweiz und weiteren europäischen Ländern in den ersten Wochen der Pandemie – teils nur regional – eine messbare «Übersterblichkeit». Diese hat sich seither aber in fast allen Ländern, die vergleichbare Zahlen zur Verfügung stellen, wieder ausgeglichen.

Die Gesundheitssysteme der meisten europäischen Länder (das desolate Gesundheitssystem Italiens war die grosse Ausnahme) waren nie auch nur annähernd überlastet.

Nicht gesicherte Fakten sind:

Welchen Einfluss der Lockdown und die danach weitergeführten Massnahmen wie Abstandhalten und Maskenpflicht auf den Verlauf der Pandemie konkret hatten oder haben.

Mittlerweile sind weltweit rund eine Million Menschen an den Folgen von Corona gestorben. Das ist eine hohe Zahl. Aber – und das soll nicht das Leiden derer schmälern, die deswegen einen geliebten Menschen verloren haben: Jedes Jahr sterben laut WHO rund 650 000 Menschen an einer Grippeinfektion. Die Zahl der Coronatoten belegt also tatsächlich die höhere Mortalität von Sars-CoV2 gegenüber einer normalen Grippe. Interessanterweise ist dabei aber auch festzustellen, dass es in diesem «Coronajahr» – zumindest in Europa – kaum Grippetote gegeben hat. Verschiedene Epidemiologen gehen davon aus, dass die zu erwartenden Grippeopfer in diesem Jahr statt an einem Influenza- am Coronavirus gestorben sind. Die Datenlage dazu ist aber noch unklar.

Ebenso unklar ist, wie es mit der Pandemie weitergehen soll. In den Kommentarspalten der Tagesmedien, die ich regelmässig anschaue, ist die Stimmungslage jedenfalls deutlich gekippt. Verängstigt von reisserischen Schlagzeilen, die ohne echte Kenntnis der Faktenlage schon im Januar den «Killervirus» ausriefen, um dann mit ebenso unreflektierten aber publikumswirksamen Schreckensbildern aus Wuhan und Bergamo nachzudoppeln, verlangten die Kommentierenden noch vor dem Lockdown vom Bundesrat allerschärfste Massnahmen bis hin zum Hausarrest für alle. Befeuert wurde diese Angst – natürlich sofort medial verbreitet – von Fachleuten, die marktschreierisch vor Millionen Toten allein in Europa warnten. Die Stimmen jener, die um Besonnenheit baten, gingen in diesem Sturm unter. Und wer partout trotzdem nicht schweigen wollte, wurde erst aus den Beratungsgremien der Regierungen ausgeschlossen und falls das auch nichts nützte – Sie ahnen es – als «Coronaleugner» diffamiert. 

Ein gutes Beispiel dafür ist der deutsche Infektionsepidemiologe Sucharit Bhakdi. Noch während des Lockdowns schrieb er zusammen mit seiner Partnerin Karina Reiss das Buch «Coronafehlalarm», das Ende Juni erschien. Erst nahm es niemand zur Kenntnis, dann kletterte es auf der Spiegel-Bestsellerliste auf Platz 1 – und wurde in den letzten Wochen von eben den Medien zerrissen, die bei der Verbreitung von behördlich abgesegneten Schreckensmeldungen nach wie vor wenig Interesse an einer echten journalistischen Auseinandersetzung mit dem Thema zeigen.

Ich habe das Buch – unter anderen – gelesen und komme zum Schluss: Ja, Bhakdi hat bei seinen Berechnungen, Prognosen und Interpretationen auch Fehler gemacht. Aber welche Fachperson hat das nicht? Und: Sollte nur die Hälfte dessen stimmen, was er kritisch hinterfragt, dann ist das neuartige Coronavirus tatsächlich nicht die Weltkatastrophe, vor der einige seiner Kolleginnen und Kollegen noch immer lautstark und medienwirksam warnen, sondern nur ein heftiger Wind.

Es wird Zeit, dass sich Coronakritiker und Coronawarner zusammen mit Regierenden und Journalisten an einen Tisch setzen. Es wird Zeit, den gesunden Menschenverstand wieder einzuschalten – und die Fakten neu zu überprüfen.

Foto: unsplash.com

Tags (Stichworte):

Kategorie: Gesundheit, Therapien

Blut - ein begehrtes Heilmittel

Bei der Eigenbluttherapie wird Blut in einen Muskel gespritzt. Das löst eine...

Kategorie:

Kategorie: Gesundheit

Tibetische Medizin

Die Traditionelle Tibetische Medizin ist mehr als nur eine eigenständige...