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Ein Garten fürs Leben

Kategorie: Gesundheit

Text:  Eva Rosenfelder

Begegnung mit Eva-Maria und Roland Dinkel

ZVG

«In einer Handvoll Erde leben mehr Lebewesen, als es Menschen auf dieser Erde gibt! Das war mir noch nicht bewusst, als ich als Bub im Gemüsegarten meiner Eltern spielte und bald auch tatkräftig mithelfen musste», erzählt der 75-jährige Roland Dinkel. Doch der Same für seine Naturverbundenheit wurde damals angelegt – auch wenn er erst Jahre später keimen sollte. Als er und seine Frau Eva-Maria in Winterthur ihr eigenes Haus als Wohn- und Arbeitsplatz bezogen, fühlte er den starken Wunsch, hier ein Naturparadies zu erschaffen: «Ein Garten, in dem sich Tiere, Pflanzen und Menschen gleichsam wohlfühlen konnten.» Das war auch ganz im Sinne seiner Frau, die ihre Liebe zu Blumen bereits auf wackligen Beinen entdeckt hatte: «Eines meiner ersten Wörter war `Buma`, und wenn ich auf unseren Familienausflügen eine entdeckte, versank ich in deren Duft und Schönheit.»

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er den Dinkels begegnet, staunt über das stille Einvernehmen, die Harmonie und die Kreativität, die zwischen diesem Paar schwingen. Ob als Lehrerpaar, das sich 1972 – damals unkonventioneller Weise - eine Stelle teilte, ob als Rock`n Roll-Kursleiter oder aber draussen im Naturgarten: gemeinsam sind die zwei ein wahres Kraftpaket. Hautnah erlebte man das auch in ihrer Arztpraxis. Nachdem Eva-Maria Dinkel zügig noch ein Medizinstudium inklusiv diverse Weiterbildungen in Naturheilkunde hingelegt hatte, übernahm Roland Dinkel die Stelle als Arztsekretär. «Eine bessere Chefin hätte ich mir nicht wünschen können», lacht er. Er hatte seiner Frau das Studium ermöglicht, indem er einige Jahre länger als Lehrer arbeitete, bevor er später ebenfalls umsattelte.

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rbeit sei ihnen nie ausgegangen: «Oft begannen die Praxistage um halb sieben Uhr morgens, Feierabend war nicht vor halb acht abends.“ Warmherzig empfing Roland Dinkel die Patienten - viele Familien mit Kindern -, stets mit feinem Ohr für Zwischentöne, die er zwischen «Tür und Angel» wahrnahm. Auch andere «Hausbewohner» belebten die Praxis: Etwa Frau Marder und ihre drei Jungen, die auf dem Garagedach in der Dämmerung Purzelbäume schlugen und nebenbei den Dachstock durchlöcherten. Roland Dinkel lud auch mal spontan zur Gartenführung und man fand sich wieder inmitten blühender Inseln. «Gärtnern ist für uns viel mehr als ein Hobby“, sagt er, „es schenkt uns immer wieder Erholung und vervollständigt, ja spiegelt unser Leben.» Schützend umhüllte der blühende Garten das alte Haus.  

Nach zehn Jahren Hausarztmedizin legte Eva-Maria Dinkel den Schwerpunkt komplett auf ganzheitliche Naturheilverfahren, insbesondere Bioresonanz. Weitherum galt sie als Kapazität bei der Behandlung von Allergien. Die Konsultationen bei ihr waren ruhige, besonnene Momente. Auf einfache Weise schien unverhofft klar, wie ein Gesundheitsproblem sich lösen liess – und damit auch vieles andere. So wurde der Arztbesuch hier immer wieder zur heilenden Begegnung. «Aufhören ist mir nicht leichtgefallen», sagt die 71-Jährige, die ihre Praxis erst vor zwei Jahren endgültig geschlossen hat.

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un hat auch sie noch mehr Zeit für den Garten. Ab Mai wartet ein Feuerwerk von 200 (!) verschiedenen Rosen auf. Im alten Baumbestand entfalten Kletterrosen ihre Pracht bis in zehn Meter Höhe; andere Sorten blühen in Einklang mit Königs- und Nachtkerzen, Karden und Nachtviolen. Was für ein Brummen und Summen, wenn Insekten und Schmetterlinge ihre bevorzugten Blüten besuchen! Von Februar bis zum Frost blüht hier immer etwas. Das inspiriert die Hausdame, die schon lange auch malt. In einem leeren Praxiszimmer hat sie ihr Malatelier eingerichtet.

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enn sich die beiden an den „Rosenjunkie“ erinnern, schmunzeln sie herzhaft: «Über Jahre besuchte uns ein Rehbock. Er war geradezu süchtig nach zarten Rosenknospen. Dabei hat er es oft übertrieben, was uns seine Durchfallspuren verrieten.» Dem Feinschmecker verwehrten sie dann aus Liebe zu ihren Rosen den Zugang zum Garten indem sie alle Schlupfwege im Zaun stopften - abgesehen von den extra für die Nachbarschaft zugeschnittenen «Gesprächslücken». In den dichten Wildhecken brüten Vögel; Laub-, Ast-, Holz-, Stein und Sandhaufen bieten Unterschlupf für Igel, Hermelin, Blindschleichen und zahlreiche Kleinlebewesen; Wasserstellen werden rege besucht. «Die Tiere und Pflanzen sind unsere Freunde. Alle bekommen sie eigene Namen, wir kennen ihren Charakter und es entstehen emotionale Beziehungen.» Der Garten berge vielerlei Antworten auf existentielle Fragen des Lebens, sind die beiden überzeugt. «Das Wunder der Wandlung, etwa vom Ei über die Raupe zur Puppe bis zum Schmetterling, zeigt schön auf, dass sich das Leben dauernd verändert - und wir uns mit ihm. Was für ein Geschenk der Lebendigkeit und des Staunens!» 

Foto: ZVG

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